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Die Gabe der Magie von Kathleen Duey

Reihe: Die Wiederkehr der Magie, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

Schon als Kind hat die in Colorado aufgewachsene Autorin Kathleen Duey angefangen zu reiten und zu wandern. Daraus resultiert wohl auch ihre große Liebe zur Natur, die sich auch in ihren Romanen wiederspiegelt, so etwa in ihrem mehrfach preisgekrönten Debütroman „Die Gabe der Magie“, der nur der Auftakt zu einer ganzen Trilogie ist.

 

Für die einfachen Menschen ist Magie das, was die herum ziehenden – seien es nun normale Fahrende oder auch Zigeuner, beherrschen – kleine Kunststücke und das Wissen besondere Tränke zu brauen, die Krankheiten heilen und vielleicht auch Frauen beim Gebären helfen können. Doch da sich immer wieder Betrüger unter die Menschen mischen, die wirklich Gaben besitzen und bereit dazu sind, auch zu helfen, bleiben viele weiter misstrauisch. So auch Sadimas Familie, die alle hasst, die sich der Magie verschrieben haben, seit die Mutter des Mädchens bei der Geburt durch die Unfähigkeit und vielleicht auch Fehler einer falschen Zauberin starb.

Und so wollen weder der Vater noch der Bruder es wahrhaben, dass Tochter und Schwester mit besonderen Gaben gesegnet ist. Sie hat ein Händchen für Tiere, was vermutlich daran liegt, dass sie in gewisser Weise mit ihnen sprechen kann. Aber erst ein junger Wanderer namens Franklin macht Sadima klar, dass sie vermutlich sogar selbst eine Magierin ist.

Doch erst als der Vater stirbt und ihr Bruder eigene Wege gehen will, beschließt das junge Mädchen, selbst heraus zu finden, was es mit ihren Fähigkeiten und der Magie auf sich hat. Sie beschließt der vor Jahren ausgesprochenen Einladung des jungen Mannes zu folgen, nicht ahnend, dass Franklin im Bann und den Diensten eines von Somiss steht, der voller Ehrgeiz und fanatischer Besessenheit rücksichtslos ein viel höheres Ziel anstrebt – die Gründung einer Magierakademie...

Ein paar Jahre später scheint dieser Wunsch Wirklichkeit geworden zu sein, denn der junge Halp gehört zu den ersten Schülern, die aufgenommen werden sollen. Zunächst ist er wie die anderen von den strengen Regeln ganz und gar nicht begeistert, dann aber muss er erfahren, dass die meisten von denen, die hier hin gekommen sind, vermutlich die Ausbildung nicht überleben werden, da die Magie, so wie sie ihnen gelehrt wird, grausam und voller Tücken sein kann. Schon ein kleiner Fehler kann den Tod herbei führen...

 

Kathleen Duey wählt ein interessantes Konzept für ihr Buch – indem sie es auf zwei Zeitebenen erzählt – einmal aus der Sicht der jungen Sadima, die Franklin und Somiss in ihrem ersten Heim kennen lernt und sich von ihrer Begeisterung anstecken lässt, wenn sie auch niemals die Füße vom Boden und ihren gesunden Menschenverstand verliert. Auf der anderen Seite erfährt man mehr von der entbehrungsreichen Ausbildung, die ein paar Jahre später an einem geheimen Ort statt findet und von deren Gefährlichkeit die Schüler nur nach und nach erfahren.

Die Geschichte entwickelt sich sehr langsam und plätschert eigentlich ruhig dahin, so dass sie weniger von der Handlung, als den in ihr enthaltenden Geheimnissen und Andeutungen lebt und nicht zuletzt von den Menschen. Die Hauptpersonen haben ein gemeinsames Ziel, doch der Weg dahin wird von jedem auf andere Art und Weise beschritten.

Während Sadima immer bestrebt ist, das zu lernen, was auch anderen Menschen helfen kann, und ihr Mitgefühl niemals verliert, ist Somiss das genaue Gegenteil – ein Mann, der als Abkömmling eines Königs niemals etwas missen musste – und deshalb nie gelernt hat, Rücksicht zu nehmen. Er sieht in erster Linie das theoretische Machtpotential und arbeitet oft genug an den Regeln der Menschlichkeit vorbei. Zwischen beiden steht Franklin. Die romantische Beziehung zwischen ihm und Sadima ist eher verhalten geschildert und schon gar nicht das Hauptthema der Geschichte.

Nicht zuletzt entsteht Spannung, weil durch die zweite Zeitebene klar ist, dass es den beiden jungen Männern gelungen ist, ihre Akademie aufzubauen, nicht aber wie es dazu gekommen ist, und wo sich Sadima aufhält. Da der Roman recht offen endet, darf man zudem auf die Fortsetzung warten.

 

Alles in allem ist „Die Gabe der Magie“ eine eher ruhige Geschichte, die sich erst in der Mitte des Buches zu erschließen beginnt. Der Roman ist für alle Leser geeignet, die vor allem figurenbezogene Abenteuer mit vielen Geheimnissen und ein wenig Zauberkunst schätzen, aber nicht unbedingt Action und exotische Hintergründe vorgesetzt bekommen müssen.

 

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Eure Meinung:

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Anzeige: 1 - 1 von 1.

Andi
Dienstag, 07. Juli 2009 03:51 Uhr
leider ist das buch zu kurz und mann ist sehr schnell durch.

am anfang dachte ich es ist sehr langweilig aber mit der zeit wurde es besser und nach dem doch relativ sehr großen offenen ende möchte ich dringend wissen wie es weiter geht nur leider ist ein weiterer teil noch nicht erschienen. Schade!

die art des schreibens fand ich auch sehr interresant da sich ein reger wechsel zwischen der zukunft und der vergangenheit vollzieht aus denen man sich auch seine eigene schlüsse ziehen konnte.

fazit: gutes buch aber zu kurz
Schulnote: 2-

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Die Gabe der Magie

Reihe: Die Wiederkehr der Magie, Bd. 1

Original: Skin Hunger. A Resurrection of Magic Vol. 1, USA 2007

Autorin: Kathleen Duey

gebunden, 416 Seiten

Penhaligon, erschienen März 2009

Übersetzung aus dem Englischen von Marianne Schmidt

Titelbild von Martha Dahlig

ISBN-10: 3764530243

ISBN-13: 978-3764530242

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 25.05.2009, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 14:35