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Die Geburt der Dunklen Götzen von Alexander Huiskes

Reihe: Midgard

Rezension von Fantasyguide

 

Der Einstieg in den Roman beginnt sehr spektakulär und jemand der Midgard nicht kennt, könnte leicht einen falschen Eindruck bekommen. Das dieser Roman so spektakulär ist, liegt an den beschriebenen Geschehnissen und ist kein Charakteristikum des Rollenspiels. Ganz im Gegenteil. Magie hat in den eigentlichen Publikationen des Rollenspiels einen sehr viel geringeren Stellenwert, beziehungsweise eine schwächere Präsens und auch Wesen die im Roman angesprochen werden und dort vorkommen, wie zum Beispiel Schwarzalben und Arracht, werden in den offiziellen Rollenspielpublikationen eher ausgespart. Dies alles soll aber nicht gegen den Roman sprechen. Der Roman spielt nämlich in einer Zeit, die einige Jahrhunderte vor den Midgardabenteuern liegt und diese Zeit war die Hochzeit der Magieanwendung. So präsent wie zu dieser Zeit, wurde Magie nie wieder. Und das spannende ist, dass in diesem Roman der Untergang dieser Zeit, oder besser gesagt der zu dieser Zeit dominierenden Macht – das Valianische Imperium – beschrieben wird. Für Midgard ein Ereignis, welches die gesamte Welt beeinflußte, vergleichbar mit dem Krieg der Magier beim Schwarzen Auge. (Dies soll natürlich keine generelle Gleichsetzung der beiden Rollenspielwelten und Systeme sein.) Aber nicht nur der Untergang des Valianischen Imperiums und der wohl mächtigsten Magier die Midgard je sah – die Seemeister – ist Thema dieses Romans, sondern auch die Entstehung der tegarischen Götter.

Die Seemeister sind eine Magierelite, welche über große Teile Midgards herrschte und ihre Kriege unter anderem mit dem starken Einsatz von Magie gewann. Dagegen sind die Tegaren ein Volk von Steppennomaden. Auf Midgard sind die das Äquivalent der mongolischen Völker. Zwischen beiden, den Seemeistern und den Tegaren, wird nun in diesem Roman ein Zusammenhang aufgebaut, der in einigen Hintergrundartikeln schon verbreitet wurde, nun aber zusätzlich ausgeschmückt wurde. Für Midgard wichtiges Wissen wird somit noch einmal publik gemacht und durch neues, über die Seemeister und ihren Untergang, ergänzt.

Für Personen die Midgard gar nicht oder nur sehr wenig kennen, ist dieser Roman, trotz des Glossars und der paar Informationen im Anschluß des Romans, schwer zu lesen. Ich habe das Gefühl, dass mit diesem Roman speziell Leute angesprochen werden sollten, die schon über ein paar Kenntnisse über Midgard verfügen. Somit kann man den Roman nicht als voraussetzungslos beschreiben. Schon für mich, und ich kenne Midgard nun schon einige Jahre, gab es einiges was mir vollkommen unbekannt war und leider auch nicht ausreichend beschrieben wurde. Im allgemeinen sind die Beschreibungen schon sehr schön, anschaulich und ermöglichen sich das Beschriebene plastisch vorzustellen, jedoch bei ein paar Wesenheiten wäre es hilfreich gewesen auch allgemeinere Informationen über sie zu geben.

Sehr schön gelungen sind einige Kunstgriffe des Autors, durch die vierzig Jahre auf eine halbe Seite gebracht worden sind. Andeutungen was in dieser Zeit passiert ist gibt es zwar, aber alles nur sehr vage. Damit wurden die letzten Geheimnisse des Midgard Multiversums nicht komplett präsentiert und die Möglichkeit offen gehalten an diese Geschehnisse später sogar noch einmal anzusetzen.

Was auch sehr schön ist, sind die Charaktere. Sie treten in einer wahren Vielzahl auf und besonders am Anfang fällt es schwer, zu überlegen welche der vielen Figuren denn konstant in der Geschichte bleiben wird. Es gibt einige die durchgehend Erwähnung finden und andere von denen man großes Vermutet und die dann nicht weiter auftauchen. Dies führt zu einigen Überraschungsmomenten und die läßt die Diskreminierung zwischen Haupt- und Nebenrollen sehr schwer werden. Positiv ausgedrückt bedeutet dies, dass auch eher am Rande auftretende Personen nicht nur oberflächlich abgehandelt werden.

Wie ich bereits zu Beginn schrieb, führt die Art des Romans eine gewisse Art von Spektakel mit sich, aber zugleich auch nüchterne Beschreibungen von politischen und militärischen Verhältnissen. Besonders im Zusammenhang mit den Tegaren tritt dies auf und kann Lesern die an solchen Themen kein Interesse haben, natürlich etwas langweilig vorkommen. Nicht jeder mag es ein paar Seiten über den Aufbau einer Armee, ihre Einteilung und Ausbildung lesen zu müssen. Aber selbst diese nüchternen Beschreibungen sind nicht langweilig. Ganz im Gegenteil, man kann sogar den Eindruck bekommen, dass der Autor sich eingehend mit historischen Material beschäftigt hat und die Zeit Dschingis Khans als Vorbild für die beschriebe Zeit bei den Tegaren verwendet. Wenn es auch keine eins-zu-eins Abbildung der irdischen Historie auf Midgard gibt, so kann man doch sehr schön einige Parallelen bemerken.

Nach dem ganzen Lob sollte jedoch auch etwas Kritik angebracht werden. Für Midgardfremde ist der Roman wahrscheinlich schwer verständlich. Dagegen für Midgardkenner ein großes Vergnügen, welches endlich Licht in eine wichtige und bisher wenig beschriebene Epoche bringt. Aber zugleich werden auch einige Midgardspieler nicht nur positiv auf das Buch schauen können, gibt es doch immerhin wichtige Informationen feil, die in einigen Abenteuern (zum Beispiel der Karmodhinkampagne) noch wichtig sein könnten. Ich möchte nicht so weit gehen und die vor dem Buch warnen, die die Abenteuer der Kampagne noch spielen wollen, aber es kann durchaus einiges vorwegnehmen, was im Rahmen der Kampagne sonst enthüllt werden würde. Wie auch immer, dies findet ich nicht so schlimm, als das ich von dem Buch abraten würde. Ganz im Gegenteil, da es interessante Informationen zum bestehenden Midgardhintergrund liefert und eine spannende und sehr gut geschriebene Geschichte erzählt. Es ist die Geschichte des Untergangs Valinans und der Einigung der tegarischen Stämme. Gibt es zwischen beidem einen Zusammenhang? Was hat der Verlust der Macht für eine Magierelite und die Zerstörung ihres Weltreichs mit dem Aufstieg und der Einigung der Steppenreiter zu tun? Genau diese Fragen werden in dem Roman beantwortet.

 

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Titel: Die Geburt der Dunklen Götzen

Serie: Midgard

Autor: Alexander Huiskes

Broschiert - Pegasus Spiele

Erscheinungsdatum: November 2004

ISBN: 3937826211

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 22.08.2005, zuletzt aktualisiert: 18.07.2019 19:45