Wer Lust auf ruhige Krimis mit einem ordentlichen Schuss Mystery hat, die aber eher beschaulich daher kommen, der sollte ruhig einen Blick in The Morrisey Mysteries werfen. Im zweiten Band Die geheime Treppe geht es wieder einmal um überraschende Entdeckungen, die Meg Dawson machen darf.
Die letzten Ereignisse und Enthüllungen sind noch nicht ganz verdaut, da erwarten die Bewohner des „Morrisey“-Komplexes auch schon weitere Überraschungen. Nicht nur, dass es Geheimgänge in den Wänden gibt – nun tun sich auch noch Wege in den berüchtigten Untergrund von Seattle auf.
Meg findet nicht nur ein hundert Jahre altes Skelett, sondern auch noch eine Leiche. Doch beide sind enger miteinander verbunden als gedacht. Zusammen mit ihren lebenden wie toten Freunde macht sich Meg daran, das Geheimnis zu lösen und fängt sich damit ordentlich Ärger ein.
Da Meg Dawson die besondere Gabe besitzt, mit den Geistern verstorbener Menschen reden zu können, erhält sie interessante Einblicke in die Vergangenheit, die die Autorin wohl ausführlich recherchiert hat, da es das Netz aus Gängen, Kellern und Überresten von Ladenfronten unter dem Pioneer Square wohl wirklich gibt, das nach dem großen Brand der Stadt 1889 entstand, weil die Stadt beim Wiederausbau gleich ausnutze, das Straßenniveau um 10 Meter anzuheben um Überschwemmungen zu vermeiden.
Und wie man sich denken kann, wurden genau diese verborgenen Welten in den 1920er Jahren während der Prohibition natürlich für Flüsterkneipen und viele andere illegale Aktivitäten genutzt.
Das webt die Autorin geschickt in ihre Handlung ein und spielt mit einem Konflikt, der vor hundert Jahren begann. Damit es nicht all zu langweilig wird, bekommt sie durch ihre Beteiligung und Ermittlungen natürlich auch ziemlichen Ärger.
Aber dennoch bleibt sich die Autorin treu und bietet eine flott zu lesende, aber nicht all zu bedrohliche Geschichte, die interessante Einblicke in die Geschichte Seattles bietet, aber ansonsten vor allem nett zu unterhalten weiß. Liebe spielt erst einmal keine große Rolle, dafür muss aber Meg wichtige Entscheidungen für sich selbst treffen, was die verbindende Handlung der Reihe auch voran treibt.
Weder die Figuren, noch die Handlung gehen natürlich sonderlich in die Tiefe, bieten aber angenehme Spannung und eine in sich abgeschlossene Geschichte, die am Ende zufriedenstellt. Der Mystery-Anteil ist wie immer nett und augenzwinkernd in das Geschehen eingebunden.