Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Die geheimnisvollen Städte des Goldes, Vol, 1

Rezension von Christel Scheja

 

Der ein oder andere mag sich noch an die französisch-japanische Co-Produktion „Die geheimnisvollen Städte des Goldes“ aus dem Jahr 1982/83 erinnern, in denen der Waisenjunge Esteban, zusammen mit seinen Freunden Zia und Tao spannende Abenteuer auf der Suche nach den Städten des Goldes im mittel- und südamerikanischen Regenwald erlebte. Die Serie lief erstmals 1988 im DDR-Fernsehen und wurde auf DVD veröffentlicht. Allerdings gab es nie eine Fortsetzung der 39-teiligen Serie.

Erst im Jahr 2012 entschlossen sich die Franzosen die Saga mit einer 26-teiligen zweiten Staffel fortzusetzen, die hier leider nur unvollständig im Fernsehen lief, nun aber von Polyband nach und nach auf DVD herausgegeben wird. Vol. 1 mit den Episoden 1-7 ist nun erhältlich.

 

Esteban, Sia und Tao ist es gelungen, eine der geheimnisvollen Städte des Goldes aufzuspüren und einige Geheimnisse zu entschlüsseln. Zusammen mit Kapitän Mendoza und seinen treuen Matrosen Sancho und Pedro konnten sie sogar einen goldenen Kondor an sich bringen, mit dem sie die Entfernungen zwischen den Kontinenten viel schneller zurücklegen können.

Allerdings haben sie damit auch das Interesse skrupelloser Gegner geweckt. Vor allem der immer in einen Kapuzenmantel verhüllte Zares tut alles, um die Kinder in seine Gewalt zu bringen und sie zu zwingen, mit ihm gemeinsam die Geheimnisse der „Städte des Goldes“ zu lüften.

Anfangs sieht es nicht besonders gut für die Helden aus. Mendoza und seine Gefährten sitzen im Gefängnis, die Kinder haben sich versteckt. Zwar gelingt es ihnen, den zum Freund gewordenen Konquistadoren zu befreien, aber Esteban verlässt plötzlich der Mut. Er weiß nicht, ob er noch länger ein Leben in Gefahr führen soll – ohne die Möglichkeit, das Glück im Schoße einer Familie zu erleben.

Aber er kann seinem Schicksal trotzdem nicht entgehen, als weitere Hinweise auftauchen, die auf ein ganz ungewohntes Ziel hindeuten – im geheimnisvollen China scheint es neue Andeutungen zu geben, wo weitere legendäre Stätten der Bewohner von Mu und Atlantis liegen könnten.

 

Mit viel Liebe und Sorgfalt wurde die Serie nunmehr von einer rein französischen Produktionsfirma hergestellt. Dabei achtete man sehr genau darauf, die Figuren zwar ein wenig zu modernisieren, aber dennoch nicht zu verfälschen. Tatsächlich wirken die alte und die neue Staffel von „Die geheimnisvollen Städte des Goldes“ fast wie aus einem Guss. Die Figuren sehen so aus wie früher, auch die Hintergründe sind ausgesprochen nostalgisch.

Inhaltlich erweist sich die Serie als Fortsetzung der alten Staffel von 1982. Die Macher bemühen sich, die Episoden unabhängig zu halten und die wichtigsten Details ausführlich zu erläutern, man hat aber trotzdem das Gefühl, dass man mitten in die Geschichte geworfen wird.

Die Episoden sind kindgerecht aufbereitet. Gefahren sind harmlos genug, um Vorschulkinder nicht zu erschrecken, die Saga setzt mehr auf den Verstand als auf rohe Waffengewalt. Die Handlung ist überschaubar und leicht zu verstehen – gut und böse sind zudem klar voneinander getrennt und agieren so, wie man es von ihnen erwartet.

Die Macher versuchen den Zauber der klassischen Serie einzufangen, indem sie auch deren Stuktur beibehalten. Neben dem Abenteuer gibt es noch kleine Einblicke in die Kultur und das Leben der Menschen, denen die Helden auf ihrem Weg begegnen, garniert mit fröhlichen Kommentaren des Papageis Kokapetl.

Auch für Fantasy-Fans ist die Saga interessant, spielt sie doch ohne Vorbehalte mit den Mythen um Atlantis und Mu – versunkenen Reichen, die nicht unbedingt jedem Genre-Fan noch ein Begriff sind – und doch einen spannenden Hintergrund bieten.

Bild und Ton sind auf der Höhe der Zeit und dem Programm angemessen, Extras gibt es allerdings keine, obwohl eine kurze Featurette zu den Machern interessant gewesen wäre – immerhin ist es nicht selbstverständlich, dass eine Serie nach 30 Jahren einfach so fortgesetzt wird.

 

 

Fazit:

 

„Die geheimnisvollen Städte des Goldes“ mag zwar jetzt kein Anime mehr sein, steht aber in deutlicher Tradition zu der dreißig Jahre alten gleichnamigen Mutterserie und setzt diese eher fort, anstatt deren Inhalte zu wiederholen. Wer diese schon mochte, sollte auf jeden Fall einen Blick riskieren, aber auch jüngere Fantasy-Fans könnten an dem interessanten Hintergrund ihre Freude haben.

Zum Seitenanfang

Eure Meinung:

botMessage_toctoc_comments_9210
Platzhalter

DVD:

Die geheimnisvollen Städte des Goldes, Vol, 1

(Format: Dolby, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Französisch (Dolby Digital 2.0)

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Anzahl Disks: 1

FSK: Freigegeben ab 6 Jahren

Studio: Polyband/WVG

Erscheinungstermin: 26. Juni 2015

Produktionsjahr: 2012

Spieldauer: 115 Minuten

ASIN: B00OGSSKMW

Erhältlich bei: Amazon

Empfehlen:


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 13.07.2015, zuletzt aktualisiert: 27.11.2017 19:32