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Die Geisterseher von Kai Meyer

Hörspiel

 

Rezension von Cronn

 

Man muss schon ein gehöriges Maß an Mut und aufrechtem Gang besitzen, um sich an ein Werk zu wagen, dass nicht nur „den“ Dichterfürst schlechthin als Protagonisten besetzt, nämlich Goethe, sondern ihn auch noch zum Mörder von dem zweiten Dichterfürsten der Deutschen, Schiller, macht. Wenn man dazu noch die Gebrüder Grimm, E.T.A. Hoffmann und andere historische Persönlichkeiten in einen Pott hinzufügt, mit einer Prise Verschwörungstheorie vermischt, dann kurz aufköcheln lässt und hofft, dass die Melange auch noch schmeckt, muss man schon Kai Meyer heißen, damit man genügend Talent vorrätig hat, um hier ein Gelingen vorzubereiten.

Kai Meyer ist dies in der Tat gelungen. Sein Werk Die Geisterseher begeisterte bei Erscheinen als Roman die Leser und Kritiker gleichermaßen. Nun ist der Roman zu einem Hörspiel umgearbeitet worden und vom Zaubermond-Verlag als Audiobook gestaltet worden. Hierbei war eine illustre Sprecherrunde eingeladen mitzumachen, und nicht wenige prominente Namen sind tatsächlich auch als Sprecher für das Hörspiel gewonnen worden.

 

Doch zunächst soll kurz der Inhalt des Hörspiels umrissen werden:

 

Inhalt:

Unruhige Zeiten im ehrwürdigen Weimar von 1805. Erst bricht ein Schauspieler tot zusammen, als Goethe seinen „Faust“ aufführt, dann liegt Schiller sterbenskrank danieder. Und mitten in der Szenerie befinden sich die Brüder Grimm, die den beiden Dichterfürsten ihre Aufwartung machen wollen und stattdessen in ein finsteres Komplott um ein geheimnisvolles Manuskript geraten. Den zweiten Teil des „Geistersehers“ von Friedrich Schiller. Es scheint eine zweite Partei zu existieren, welche auch vor Mord nicht zurückschreckt, und die das Manuskript Schillers unbedingt in ihre Hände bekommen will. Eine Jagd quer durch den östlichen Teil Europas beginnt.

 

Kritik:

Wer Kai Meyer mit seinem „Die Geisterseher“ Leichenfledderei an den deutschen Literaturgrößen vorwirft, hat den Roman nicht als das verstanden, was er gedacht war: als ein Stück Unterhaltungsliteratur, das Realität mit Fiktion geschickt vermischt.

Die Umsetzung des großartigen Stoffes ist als Hörspiel kongenial geworden. In der Rückblende erzählt einer Wilhelm Grimm die Geschichte, wobei die Sprecher dann immer wieder einsteigen und die Handlung vorwärts bringen. Alle Sprecher agieren hierbei hochklassig und machen „Die Geisterseher“ zu einem Hörspiel von erstbestem Format. Hier wurde nicht gekleckert von Zaubermond, sondern geklotzt. Berühmte Namen wie Andreas Fröhlich oder Matthias Habich zeigen sich hier von ihrer besten Sprecherseite und leben die ihnen aufgetragenen Rollen mit viel Verve und Leidenschaft. Auch die Soundkulisse macht mit teils brachialer Wucht „Die Geisterseher“ zu einem absolut grandiosen Erlebnis.

Einzig die ab und an etwas zu erkennbar synthetische Orchester-Synthesizer-Musik schwächt den ansonsten brillanten Eindruck etwas.

 

Fazit:

„Die Geisterseher“ ist als Hörspiel genauso gelungen wie es Kai Meyers Romanvorlage als Literaturwerk war. Auf den insgesamt sechs CDs ist geballte Action, Spannung, Romanze und mehr vorhanden. Doch vor allem gelingt es dem Hörspiel im Hörer eine wunderbare Ansammlung von Bilderwelten zu erschaffen. Und das macht „Die Geisterseher“ zu einer klaren Kaufempfehlung für jeden Hörspiel-Freund! Weitersagen!

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Hörspiel:

Die Geisterseher

Autor: Kai Meyer

Produzent : Dennis Ehrhardt

Regie und Drehbuch: Marco Göllner

Umfang: 6 CDs

Zaubermond-Verlag/Audio Pool, Oktober 2009

 

ISBN-10: 3936558000

ISBN-13: 978-3936558005

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Sprecher:

Andreas Fröhlich

Marius Clarén

Gerlach Fiedler

Matthias Habich

weitere Infos:


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Erstellt: 14.11.2009, zuletzt aktualisiert: 18.02.2016 10:25