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Isnogud

Reihe: Die gesammelten Abenteuer des Groswesirs Isnogud Buch 4

Isnogud der Listige | Der Sündenbock | Düstere Aussichten

 

Rezension von Christian Endres

 

»Es war einmal zu Bagdad, der Prächtigen, ein Großwesir namens Isnogud. Der war sehr böse und kannte nur ein einziges Ziel: ICH WILL KALIF WERDEN ANSTELLE DES KALIFEN! Dieser schändliche Großwesir hatte einen treuen Diener Namens Tunichgud, einen gar anständigen Mann, der unter seinem gestrengen Herrn nichts zu lachen hatte. Der Kalif von Bagdad dagegen, der gute Harun Al Pussah, der grenzenloses Vertrauen in seinen Großwesir Isnogud setzte, verbrachte die Tage seiner beschaulichen Regentschaft in sorgloser Gelassenheit. Also, es war einmal zu Bagdad, der Prächtigen ...«

 

So gehen sie auch diesmal wieder los, die drei im vierten Hardcover-Band zusammengefassten Einzel-Alben mit Isnogud, dem orientalischen Springteufel, der so gerne eine politische Reform durchführen und Kalif anstelle des Kalifen werden würde. Die Ideen, die ihn auf den Thron von Bagdad der Prächtigen bringen sollen, sind ebenso verrückt wie listenreich – und stets zum Scheitern verdammt.

 

Diesmal versucht Isnogud es wieder mit reichlich Zaubermittelchen, ob duftend oder musikalisch, und erntet damit erwartungsgemäß nur Misstöne und Misserfolg. Auch ein paar Zeitreisen stehen an – eine surreale in andere Dimensionen, und eine in die Freuden des Katalog-Shoppens. Dumm nur, dass der gute Isnogud sowohl bei der Sache mit dem Teppichmuster fehlt, als auch bei seinen drei Bestell-Wünschen, die ihn zum Kalifen machen sollen, Bomben, Pistolen und Gewehre außer Acht lässt und sich am Ende einen Camembert bestellt. Und so ganz nebenbei erklärt Autor Goscinny auch noch, wie das Hinterhofkinderspiel Himmel und Hölle entstanden ist.

 

So schön dieser fünfte Band auch ist - diesmal fällt es wieder stärker ins Gewicht, dass die gesammelten Abenteuer des Großwesirs nicht chronologisch sortiert sind. Das Gros der spritzigen Geschichten stammt aus den Siebzigern – die paar Abenteuer aus den Sechzigern fallen da optisch schon stark aus dem Raster, da Tabary den Stift einfach noch anders geschwungen hat und Isnogud, Tunichtgut und die anderen Figuren ihren Look noch längst nicht gefunden hatten. Immerhin: Inhaltlich wusste Goscinny schon genau, wo er mit der Serie hin möchte. Die Gags sitzen auch schon 1963 punktgenau.

 

Davon abgesehen, ist natürlich auch dieser Sammelband mit schönem Cover und redaktionellem Vorwort von Horst Berner wieder eine Fundgrube an witzigen Fehlschlägen aus Bagdad der Prächtigen, wo jeder weiß, dass Isnogud Kalif werden möchte.

 

Außer dem Kalifen selbst, versteht sich. Bei Isnoguds Erfolgsquote braucht das den guten Harun Al Pussah aber nicht weiter zu stören. Und wir passen ja auf und kontrollieren bereitwillig das glorreich-unterhaltsame Scheitern des zwergischen Immerzu-Bösewichts aus ›frankobelgisch Tausendundeiner Nacht‹...

 

Eure Meinung:

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Comic:

Isnogud

Reihe: Die gesammelten Abenteuer des Großwesirs Isnogud 4

Autor: René Goscinny

Zeichner: Jean Tabary

Ehapa, Dezember 2008

Hardcover-Album, 160 Seiten

ISBN: 3770431847

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 12.12.2008, zuletzt aktualisiert: 18.02.2021 18:53