Die geteilte Krone von Isabel Glass

Rezension von Christel Scheja

 

Isabel Glass ist das Pseudonym der Autorin Lisa Goldstein, die eigentlich in anderen Genres größere Erfolge feiert. Allerdings scheint sich auch ihr erster Fantasy-Roman nicht so schlecht verkauft zu haben, so dass sie inzwischen einen weiteren verfasst hat, der die Geschichte ihrer Helden weiter erzählt.

 

„Die geteilte Krone“ ist etwa fünfzehn Jahre nach „Tochter der Verbannung“ angesiedelt. Inzwischen ist Anghared Hashan schon fast genau so lange mit dem Magier Mathewar verheiratet und glückliche Mutter von drei vielversprechenden Kindern. Sie studiert schon seit längerem die Magie und kann bereits viel besser mit ihren besonderen Gaben umgehen als früher. Den königlichen Hof und seine Intrigen hat sie fast vergessen, ihr gefällt das Leben auf der Akademie viel besser.

Deshalb sind sie und ihr Mann um so verwunderter, als sie eine Botschaft erhalten, in der sie an den Hof gerufen werden. Doch als sie dort angekommen sind, müssen sie erfahren, dass Rodarren, der sie damals an die Macht halfen, überraschend gestorben ist. Ihr Sohn und Erbe Jerred ist ein unerfahrener vierzehnjähriger Junge, der leicht manipuliert werden kann. Und das scheint auch geschehen zu sein, denn er trifft seltsame Entscheidungen, wie etwa Krieg gegen die Nachbarreiche zu führen, auch wenn es keinen Grund dazu gibt, und die Verbannung der Familie aufzuheben, die seine Familie schon einmal vom Thron stoßen wollte. Keiner der Adligen protestiert gegen diesen Wunsch, auch wenn keiner vergessen hat, was die Sippe der Haru bereits einmal angerichtet hat.

Sehr schnell stellen Mathewar und Anghared fest, das wieder dunkle Magie im Spiel ist. Jemand hat den Menschen ihren Willen genommen und sie an bestimmte Personen gebunden – und das beginnt sich bereits durch die Bevölkerung zu ziehen. Denn immer mehr Männer und Frauen verschwinden in den Minen, die immer noch im Besitz einer ganz bestimmten Familie sind.

Doch wer ist der „Binder“ der Seelen und mit wem arbeitet er warum zusammen? Und woher bezieht er die Kraft für seine außergewöhnliche Macht? Während sich Mathewar daran macht, das heraus zu finden und etwas dagegen zu unternehmen wenn er kann, hält Anghared die Stellung am Hof, um den jungen Jerred zu beobachten. Beide ahnen jedoch nicht, dass man längst hinter den Kulissen Intrigen gegen sie spinnt, um sie beide zu vernichten...

 

Auch wenn „Die geteilte Krone“ Elemente aus „Tochter der Verbannung“ aufgreift, lässt sich das Buch auch ohne Kenntnis des ersten Bandes lesen, da es in sich geschlossen ist und nur selten Bezug auf frühere Geheimnisse nennt. Wie sein Vorgänger will es einfach nur unterhalten. Das merkt man an der einfachen Gestaltung des Hintergrundes und der Figuren. Allein die Magie und deren Einsatz ist etwas komplizierter und ausgefeilter geworden, die Beschäftigung mit ihren Auswirkungen nimmt jetzt einen Großteil der Handlung ein.

Ansonsten ist alles wie gehabt. Anghared und Mathewar erkennen natürlich mit gesundem Menschenverstand und dem entsprechenden Abstand schnell, was in ihrer alten Heimat nicht ganz in Ordnung ist und versuchen alles wieder zu richten. Dabei müssen sie sich alten und neuen Feinden stellen und wissen nicht immer, ob sie nun Freund oder Feind vor sich haben. Letztendlich passiert ihnen aber nicht wirklich etwas.

Wieder lebt der Roman in erster Linie von den Figuren und ihrer Interaktion. Die Autorin gibt ihren Helden, Schurken und Nebendarstellern interessante Ecken und Kanten, Stärken und Schwächen, um sie lebendig wirken zu lassen. Das täuscht über so manche kleine Schwäche in der Dramaturgie selbst hinweg und ummantelt auch, dass der Verlauf der Handlung eher gemächlich ist und gerade im Mittelteil einige Längen zeigt. Erst zum Ende hin wird es spannender, da alle Ebenen zu einem dramatischen Höhepunkt geführt werden.

 

„Die geteilte Krone“ bietet damit wie sein Vorgänger „Tochter der Verbannung“ eine atmosphärische Abenteuergeschichte in der weniger Action eine Rolle spielt als die Interaktion der Figuren untereinander und ein ordentlicher Schuss Magie dazu kommt. Die Romantik spielt diesmal eher eine untergeordnete Rolle, da die Helden bereits ein Ehepaar sind, und andere Beziehungen nur am Rande betrachtet werden.

 

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Die geteilte Krone

Autorin: Isabel Glass

Broschiert, 478 Seiten

Blanvalet, erschienen März 2009

Übersetzung aus dem Englischen von Katharina Volk

Titelbild von John Ennis & Richard Clifton Day

ISBN-10: 3442243122

ISBN-13: 978-3442243129

Erhältlich bei: Amazon

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zuletzt aktualisiert: 15.06.2019 10:43 | Users Online
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