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Die Glaszauberin von Sara Douglass

Reihe: Die Macht der Pyramide Bd.1

Rezension von Carmen Huber

 

Schon seit Generationen wird in Ashdod am Bau einer gewaltigen Pyramide gearbeitet – ein monumentales Bauwerk aus riesigen Gesteinsbrocken, verziert mit aufwändigen Glasarbeiten. Mächtige Magier haben die Entwürfe ausgearbeitet und bis ins kleinste Detail geplant, sie überwachen jede Tätigkeit. Aus allen Ländern wurden Sklaven gekauft und herangeschafft, denn der Bau verschlingt nicht nur ungeheure Mengen an Baumaterial, es werden auch viele Arbeiter benötigt, um den immensen Anforderungen der Magier nachzukommen.

 

Auch die junge Glasmacherin Tirzah wird zusammen mit ihrem Vater für den Bau der Pyramide nach Ashdod gebracht. Als Sklaven sind ihre Tage mit harter Arbeit ausgefüllt, und stets sind sie der Willkür der allmächtigen Magier ausgeliefert. Tirzahs Aufgabe ist es, Glasnetze herzustellen – ein kompliziertes Handwerk, das viel Geduld, Einfühlungsvermögen und Erfahrung benötigt. Doch trotz ihrer Jugend hat Tirzah es in ihrem Handwerk bereits zur Meisterschaft gebracht. Ihre rätselhafte Begabung erscheint vielen unerklärlich, und den wahren Grund dafür kennt nur sie selbst: Sie kann das Wispern des Glases hören – sie ist eine Elementistin. Von ihnen gibt es nur mehr wenige, und sie alle müssen ihre ungewöhnliche Begabung geheim halten. Denn sollte je ein Magier davon erfahren, würde er sie auf der Stelle töten. Doch Tirzah lässt das Gefühl nicht los, dass irgendetwas mit der Pyramide nicht stimmt – das Bauwerk strahlt etwas abrundtief Bösartiges aus und sein Schatten scheint alles zu verdüstern, was er berührt ...

 

 

Wer nach Sara Douglass grandiosen Saga „Unter dem Weltenbaum“ sich gespannt ihr neuesten Buch holt, der wird enttäuscht sein. Denn „Die Glaszauberin“ reicht leider bei weitem nicht an die früheren Werke der Autorin heran. Das wohl größte Manko geht hierbei an den Verlag: Aus dem ursprünglichen einem Buch hat hier Piper zwei Bände gemacht und dafür die Geschichte an einer unsinnigen Stelle getrennt, so dass Band 1 ohne Band 2 überhaupt keinen Sinn macht. Die Trennung ist dazu völlig unnötig, denn zusammen würden die beiden Bücher lediglich etwas mehr als 700 Seiten umfassen, was für ein dickes Taschenbuch überhaupt kein Problem ist. Zwar erscheint die Fortsetzung schon im März 2006 unter dem Titel „Der Steinwandler“, doch das ändert nichts daran, dass „Die Glaszauberin“ so einen enttäuschenden Eindruck hinterlässt und ihr Ende abrupt und unbefriedigend ist.

 

Interessant waren die verschiedenen Arten der Magie, die die Autorin in ihrem Roman entwickelte. Einerseits gibt es da die streng an Zahlen orientierte Magie der Magier, die die Macht in Ashdod übernommen haben und diese durch den Bau der Pyramide noch zu festigen suchen. Im Gegensatz dazu können sich die Elementisten mit Glas, Edelsteinen und Metallen verständigen und so auch mitunter mit den Soulenai, Geistern aus der Zwischenwelt, in Kontakt treten. Ihre Magie ist eher gefühlsbetont und naturverbunden, doch trotz allem zweifellos sehr mächtig – auch wenn sie teils fast vergessen und von der Zahlenmagie verdrängt wurde. Auch ihre Welt hat die Autorin gut ausgestaltet, und so ihrer Geschichte eine glaubwürdige Umgebung gegeben, auch wenn Ashdod mit seiner Pyramide, der Wüstenlandschaft und dem lebensspendenden Fluss sehr stark an das vergangene Ägypten erinnert.

 

Enttäuschend fand ich die Charaktere der Geschichte. Geschildert werden die gesamten Vorgänge aus der Sicht Tirzahs (Ich-Perspektive), jedoch gelingt es der Autorin irgendwie nicht, einen wirklich in die Geschichte hineinzuziehen. Einige der Personen sind durchaus interessant – so z.B. der Magier Boaz, der sich in einem immensen Zwiespalt zwischen Zahlenmagie und Elementismus befindet – aber die Protagonistin bleibt irgendwie blass und farblos. Die Art, wie sie ihre Erlebnisse schildert, wirkt oft distanziert und emotionslos, Tirzah wirkt irgendwie eher wie eine Marionette als ein atmender, lebender und gefühlvoll agierender Mensch. Das Schicksal der Charaktere erschüttert den Leser nicht wirklich und die Handlung reißt einen nicht mit – alles geht an einem vorbei, ohne wirklich zu berühren. „Die Glaszauberin“ konnte mich leider einfach nicht in ihren Bann ziehen, und da können auch die schönsten Ideen nicht mehr viel ausmachen.

 

Fazit: Interessante Ideen, aber im Großen und Ganzen leider nicht das, was man von Sara Douglass gewohnt ist.

 

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Eure Meinung:

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Anzeige: 1 - 1 von 1.

Julia
Samstag, 11. März 2006 13:06 Uhr
Ich bin der meinung, dass diese buch überaus lesenswert und spannend ist. Die deschichte von Tirzah wird spannend und gut erzählt. Das buch ist außerordentlich gut gelungem!!!

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Die Glaszauberin

Reihe: Die Macht der Pyramide Bd.1

Autor: Sara Douglass

Broschiert - 342 Seiten - Piper

Erscheinungsdatum: September 2005

ISBN: 349226560X

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 13.02.2006, zuletzt aktualisiert: 02.08.2019 12:28