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Die größten Naturgewalten

Filmkritik von Christel Scheja

 

Aus aktuellen Anlass beschäftigen sich in den letzten Jahren immer mehr Dokumentationen mit den Naturgewalten, die früher als gottgegeben hingenommen wurden. Ob nun Erdbeben, die zusätzlich Tsnamis auslösen, Vulkane, die sich nach Jahrhunderten der Inaktivität wieder regen oder aber Wirbelstürme, die regelmäßig ganze Landstriche verheeren – immer mehr Wissenschaftler fragen sich, ob manches davon nicht durch die Einwirkung des Menschen entstanden ist oder vielleicht früh genug erkannt werden könnte, damit es durch dichte Besiedung an Küsten und im Schatten der Vulkane nicht zu Katastrophen mit vielen Menschenleben kommen könnte.

 

In der „Discovery Channel“ Dokumentation beschäftigen die erste Folge mit dem Thema Erdbeben. Sie sind gerade am Rande der Erdplatten eine ständig im Hintergrund lauernde Gefahren, die vor allem der pazifische Raum in den letzten Jahren zu spüren bekommen hat. Wie aber kommt es, dass die Erdplatten aneinander reiben und was passiert in diesem Moment mit der Erde? Welche Folgen haben die Plattenbewegungen für die Menschen, die an ihrem Rand leben, teilweise sogar in Millionenstädten wie San Francisco an der St.-Andreas-Verwerfung.

An verschiedenen Orten der Welt untersuchen Forscher die Spuren früherer Erderschütterungen, und das nicht nur in den Krisengebieten. Auch Island und Grönland bieten so manch eine Überraschung.

Selbst in der Nähe von aktiven Vulkanen siedeln heutzutage Menschen. Doch spielen sie dabei nicht mit ihren Leben, auch wenn die Feuerriesen zu schweigen scheinen? Am Beispiel von Thera-Santorin zeigen Vulkanologen und Geologen, welche Folgen ein Vulkanausbruch größerer Stärke haben kann, von jahrelangen Missernten bis hin zur Auslöschung einer ganzen Zivilisation. Das minoische Reich erhielt dadurch einen Schlag, von dem es sich nie wieder erholte.

Wirbelstürme gehören zu den Naturphänomenen, mit denen die Menschen zu leben gelernt haben. In den letzten Jahren aber nehmen Tornados und Hurrikane an Stärke und Anzahl zu. Doch warum kommt es dazu? Dazu muss man erst einmal wissen, wie sie überhaupt entstehen und warum man nicht immer alles einschätzen kann, auch wenn sie zu den am Besten erforschten Phänomänen gehören?

 

Wie viele amerikanische Dokumentationen so ist auch „Die größten Naturgewalten“ auf die Sehgewohnheiten in den Staaten ausgerichtet. Alles ist auf die Werbeeinblendungen hin konzipiert und die Schilderung ist ein wenig reißerischer als in europäischen Dokumentationen. Bei den Briten hat man sich in den letzten Jahren das „Show, don’t tell“ angewöhnt, deshalb werden die Beschreibungen und Erläuterungen der Wissenschaftler auch immer von den passenden Bilder begleitet.

Immerhin ist die dreiteilige Serie nicht ganz so überdreht wie andere Produktionen. Tatsächlich setzt man etwas mehr auf eine sachlichere und informativere Erzählweise, die aber trotzdem unterhaltsam und kurzweilig bleibt.

Die Erklärungen sind populärwissenschaftlich gehalten, so dass auch Laien keine Probleme haben, den Erläuterungen zu folgen. Allerdings ist schon ein gewisses Alter für das Verständnis von Nöten, da kleine Kinder mit den meisten Inhalten überfordert sein werden.

Alles in allen geben die einzelnen Folgen einen sehr guten Überblick über die einzelnen Phänomene.

Man geht bewusst nicht in die Tiefe, sondern stellt viel lieber dar, wie unterschiedlich die Auswirkungen an verschiedenen Orten der Erde sein kann. Zudem ist man auch historischen Rätseln auf der Spur, die manchem Mythos vielleicht auch endlich den entsprechende wissenschaftliche Erklärung geben.

Alles in allem wird klein Blatt vor den Mund genommen und auf so manche Gefahr hingewiesen, auch auf die Fehler und Versäumnisse der Menschen. Bild und Ton sind von guter Qualität, nur Extras gibt es keine.

 

Insgesamt erweist sich „Die größten Naturgewalten“ als eine interessante und erschreckend aktuelle Dokureihe, die auf so manche Frage zu den aktuellen Katastrophen durchaus eine Antwort geben kann, auch wenn viele davon in der Vergangenheit begründet liegen.

 

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20230205183748c88a18a3
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DVD:

Die größten Naturgewalten

Dokumentarserie, USA, 2009

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0)

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1, RC 2

FSK: Ohne Altersbeschränkung

Studio: Polyband & Toppic Video/WVG

Erscheinungstermin: 25. März 2011

Spieldauer: 135 Minuten

 

ASIN: B004G95RUE

 

Erhältlich bei: Amazon

 


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Erstellt: 07.05.2011, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01