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Die Günstlinge der Unterwelt von Terry Goodkind

Reihe: Das Schwert der Wahrheit Bd. 3

Rezension von Christian Endres

 

Terry Goodkinds Schwert der Wahrheit und Terry Brooks Shannara waren es, die nach dem Fantasy-Boom durch den Herrn der Ringe in den Achtzigern und Neunzigern versuchten, den exponentiell angewachsenen Bedarf an epischen High Fantasy-Sagen zu füllen, der nach dem Abschied von Frodo und Co. an den Grauen Anfurten im anglikanischen Sprachraum entstanden war.

 

In den ersten Bänden der Saga des 1948 geborenen Goodkind erzählt dieser vom Schicksal des mutigen Richard Cyphers und seiner Freunde, insbesondere seiner schönen Geliebten Kahalan – natürlich war die Bedrohung übermächtig, natürlich schlummerte in Richard die Macht, sie abzuwenden, und natürlich obsiegte das Gute. Doch auch nachdem Richard und Kahalan im letzten Band den sinistren Darken Rahl so also besiegt und in die Unterwelt verbannt haben, gönnt Terry Goodkind seinem Protagonistenpärchen in diesem dritten Teil seiner epischen Fantasy-Saga noch lange kein Happy End und erst recht kein friedvolles Glücklich-bis-ans-Ende-ihrer Tage. Er wirft sie vielmehr in einen gewaltigen, gefährlichen politischen Strudel, als er die Völker zwischen Richards Schirmherrschaft und der imperialen Ordnung wählen lässt und den unfreiwilligen Kriegsherr Richard und seine Lieben und Getreuen obendrein noch mit den Kindern des Blutes konfrontiert, die alle Magie auslöschen wollen ...

 

Seltsam ist es ja schon irgendwie: Es ist gerade einmal elf (!) Monate her, als dieser Sammelband in genau dieser Zusammensetzung (also mit dem kompletten Originalroman von 1996) zuletzt bei Blanvalet erschien. Worin unterscheidet sich der vorliegende Türstopper mit seinen knapp 850 Seiten also von seinem inhaltsgleichen Vorgänger, sieht man einmal vom etwas günstigeren Preis ab?

 

Nun, in erster Linie ist es die Aufmachung: Schwarz, plakativ, mit Spotlack und Silber und natürlich den Originalcovern des 2005 viel zu früh verstorbenen Keith Parkinson, die wirklich eine Augenweide sind, macht sich dieser dritte Band der Neuauflage schon sehr gut im Regal.

 

Das freut den Schwert der Wahrheit-Fan und könnte manch anderen sogar animieren, sich mit der Serie zu befassen, auch wenn Terry Goodkind, obwohl er atmosphärisch und zuweilen auch recht humorvoll schreibt, leider tatsächlich nur bessere Fantasy-Stangenware geschaffen hat und hier und da auch ordentlich außen herum (be-)schreibt. Stilistisch alles in allem trotzdem relativ solide, wirken seine Figuren leider auch mit Fortschreiten der Story oftmals arg naiv, was Goodkind auch in diesem dritten Sammelband nicht abgestellt hat.

 

Ausufernde Genre-Literatur ohne echte Höhen und Tiefen, die trotzdem ihren Fankreis – und ihren Platz in der Historie der High Fantasy – hat. In diesem Fall noch ein exemplarisch humorvoller Doppelband in wunderbarer Aufmachung und zum Schnupperpreis. Keine Frage also: Es sind die Aufmachung der Edition und der faire Preis, die den größten Reiz ausüben, allen voran die Titelbilder von Parkinson.

 

Einsteiger fangen trotzdem mit dem ersten Band an.

Der sieht schließlich genauso schön aus.

 

 

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Die Günstlinge der Unterwelt

Das Schwert der Wahrheit Bd. 3

Autor: Terry Goodkind

Taschenbuch, 848 Seiten

Blanvalet, September 2008

ISBN: 344236969X

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 08.09.2008, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 14:35