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Die Heilerin von Janice Hardy

Reihe: Die Heilerkriege, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

Nach ihrem College-Abschluss arbeitete Janice Hardy einige Jahre als Grafik-Designerin für diverse Zeitschriften, ehe sie durch ihre Leidenschaft für das Fallschirmspringen ihren Mann kennen lernte und später die Liebe zum Schreiben entdeckte. „Die Heilerin“ ist ihr erster Roman und gleichzeitig auch der Auftakt zu einer Serie über „Die Heilerkriege“.

 

Geveg ist eine Stadt, die sich über mehrere Inseln verteilt. Oft genug bestimmt schon die Abstammung, wo man leben darf und die Standesunterschiede entscheiden oft genug, wie gut oder schlecht man über den Tag kommt.

Die Zahl der Menschen, die die Gabe des Heilens besitzen ist erstaunlich hoch, und so kann sich jeder etwas dazu verdienen, der die dem Kranken entzogenen Schmerzen in ein besonderes Metall ableiten kann, denn die sogenannten „Schmerzhändler“ haben ein Geschäft daraus gemacht.

Doch es ist auch vorsichtig geboten, denn die Heilergilde achtet sehr genau darauf, dass ihnen kein „wildes Talent“ die Kunden wegnimmt. Wer erwischt wird, wird dazu gezwungen, für sie zu arbeiten, oft genug über seine eigene Kraft hinaus.

Auch Nya und Tali sind gleichermaßen gesegnet, haben es aber geschafft, sich bisher dem Zugriff der Gilde zu entziehen. Sie schlagen sich mehr schlecht als recht mit Diebstählen und Gelegenheitsarbeiten durch.

Schließlich hat Tali genug von den Entbehrungen und schafft es, von der Gilde aufgenommen zu werden. Doch Nya scheut sich weiterhin, denn sie weiß, dass sie eine eher seltene Ausprägung der Gabe hat, da sie nicht nur die Schmerzen entziehen und in das Metall, sondern auch an andere Menschen weitergeben kann. Dadurch kommt sie auch in Kontakt mit einem jungen Nachtwächter, der Hilfe für seinen Vater braucht. Und durch ihn erfährt sie, dass hinter den Kulissen weit mehr geschieht, als sie sich bisher vorstellen konnte.

Krieg liegt in der Luft. Weil der Herzog eine Expansion seines Herrschaftsgebietes plant, kommen nicht nur viele Flüchtlinge in die Stadt – es wird auch an besonderen Waffen gearbeitet.

Als neben anderen Heilerschülern auch Tali spurlos verschwindet, ist Nya fest dazu entschlossen ihre Schwester zu finden und zu retten – nicht ahnend, dass sie damit einem grausamen Geheimnis der Gilde auf die Spur kommt und ihre eigenen Fähigkeiten mehr Menschen offenbart, als ihr lieb sein sollte.

 

„Die Heilerin“ gehört zu der eher charakterbezogenen Fantasy, in der keine Weltenrettung und epische Schlachten im Vordergrund stehen, sondern Intrigen und Machenschaften, die gänzlich unschuldige Menschen aus ihrem Alltagsleben reißen und dazu zwingen, zu einer Art Held zu werden.

So nimmt sich das Buch zunächst sehr viel Zeit, Nya in ihrem normalen Leben zwischen Angst und Entdeckung zu zeigen, erste Kontakte zu knüpfen. Erst in der zweiten Hälfte des Buches zieht das Tempo der Handlung an. Doch der Autorin gelingt es, die Spannung gleichmäßig aufzubauen, indem sie geschickt Hinweise und Andeutungen auf die Experimente hinter den Mauern der Gilde bringt und die Hauptfiguren gar nicht anders können, um diesen nachzugehen, da sie selbst sehr intensiv in die Geschehnisse involviert sind.

Die Figuren sind sehr lebendig dargestellt und nicht nur auf einige wenige Eigenschaften reduziert. So darf Nya auf der einen Seite entschlossen handeln, auf der anderen aber auch einmal Schwäche und Unsicherheit machen, Fehler begehen und an der Schuld zu tragen haben, genau so wie der junge Nachtwächter, der immer mehr zu einer wichtigen Person in der Handlung wird. Allein die Gegenspieler bleiben sehr blass und unausgereift, selbst die Motive ihres Handelns bleiben eher schwammig.

Das ist aber auch das einzige Manko des ansonsten stimmig komponierten Romans, in dem Magie zwar eine Rolle spielt aber nicht das Allheilmittel ist und die Konflikte eher klein sind, dafür jedoch die Menschen direkt betreffen.

 

Alles in allem ist „Die Heilerin“ ein gelungenes Debüt und bietet zwischen all den epischen Völker-Romanen und Vampirphantasien auch ein wenig Abwechslung. Er richtet sich an alle, die auch schon die Romane von Trudi Canavan mochten, ohne diese jedoch nachzuahmen.

 

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Eure Meinung:

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Kanjuga
Samstag, 25. August 2012 23:06 Uhr
Hallo!
Ich wollte nur kurz anmerken, dass es zwei Fehler in der Beschreibung gibt, die für die Geschichte nicht unwichtig sind:

Ersten kann Nya nicht nur Schmerzen sondern die ganze Krankheit entziehen (wie übrigens alle Heiler) und sie kann sie zweitens eben NICHT in das Metall leiten wie andere Heiler sondern eben NUR in andere Menschen..

Tut mir leid wenn ich klugscheißen muss aber für die Geschichte sind das zwei sehr wichtige Faktoren..

Liebe Grüße Kanjuga

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Buch:

Die Heilerin

Reihe: Die Heilerkriege, Bd. 1

Autorin: Janice Hardy

Paperback, - 286 Seiten

Bastei-Lübbe, Köln, erschienen Juni 2010

Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch von Frauke Meier

Titelbild von Marta Dahlig

ISBN-10: 3404285433

ISBN-13: 978-3404285433

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 19.07.2010, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 14:35