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Die Herrscherin der Drachen von Margaret Weis

Rezension von Holger Hennig

 

Der Name Margaret Weis ist mit der Drachenlanze fest verbunden, und um Drachen geht es in ihrem neuen Epos „Das verbotene Land“ auch. Und um ihre Magie und ihre Intrigen.

 

Melisande ist Hohepriesterin des Kultes der Drachenmeisterin, einer lebendigen Gottheit, die einst einen Drachen aus dem Reich Seth vertrieb und seitdem immer wieder neu inkarniert wird. Da die Meisterin alt ist, bereitet sich auch Melisande darauf vor, bald zur Gottheit aufzusteigen. Eines Tages greift ein Drache das Reich Seth an, ein junger blauer Drache, den die Meisterin mit Hilfe von Melisande und den Kriegerinnen unter dem Befehl von Melisandes Lebensgefährtin Bellona abwehrt.

Bald kommt eine weitere Hauptfigur ins Spiel, der mysteriöse Drakonas. Offiziell ein Drachenjäger, in Wirklichkeit aber selbst ein Drache, der durch Magie in Menschenform gepresst ist. Er überredet den ritterlichen König Edward aus einem Nachbarland von Seth, dorthin zu reisen, um von der Drachenmeisterin Hilfe zu erbitten, gegen einen jungen Drachen, der das Land verheert. Gemeinsam ziehen die beiden nach Seth, werden von wildgewordenen Mönchen angegriffen, die Drachenmagie benutzen und haben ein paar Kämpfe auszufechten.

Melisande erfährt in der Zwischenzeit ein bisschen über ihre künftigen Aufgaben, aber eigentlich zuwenig. Alles was sie weiß, ist, dass die Meisterin bald stirbt, aber was das heißt, wird sie erst in einer Nacht entdecken, in der auch Drakonas und Edward in Seth, im Klosterberg, ankommen, und dort stellt sich heraus, dass einiges anders ist, als speziell Melisande und Edward geglaubt haben.

 

Wie ein Buch, das immer wieder von der Drachenmeisterin spricht, „Die Herrscherin der Drachen“ heißen kann, wird vermutlich nur irgendwer bei Blanvalet wissen, der das Buch noch nicht gelesen hatte, als er den Namen festlegte. Der Titel impliziert eine Königin der Drachen, oder doch zumindest eine mächtige Magierin, die über Drachen gebieten kann – beides hat mit dem Buch nichts zu tun. Aber das ist ein häufiges Problem, das ja nicht wirklich den Lesespaß mindert.

 

Aus zwei so verschiedenen Perspektiven zu lesen, ist wirklich selten, teilweise führen die beiden Perspektiven so sehr im Denken aneinander vorbei, dass man als Leser in die Irre geführt werden kann. Und dann ist zumindest die Gesellschaft von Seth etwas neues, besonderes, dass in seiner Anbetung der Drachenmeisterin auch ziemlich antik wirkt. Auf der anderen Seite sind die umliegenden Königreiche und speziell das von Edward, sehr konventionelles Hochmittelalter. Allein, die Drachen passen halt nicht wirklich da rein. Manches wirkt etwas flach und künstlich, aber die Welt ist auf jeden Fall interessant.

Viele Fragen, die dieser erste Band aufwirft, werden sicherlich erst in den nächsten Bänden beantwortet werden. Immer wieder wird zum Beispiel von Gott gesprochen, von Mönchen, aber ob das jetzt wirklich ein christlicher Gott ist, oder ob es da eine ganz andere Konstruktion gibt, wird nie klar gesagt. Der nächste Band wird teilweise andere Hauptfiguren haben, Kinder sind geboren, es wurde auch gestorben.

Die Bewertung ist schwierig, ganz sicher hat man aus den Händen von Margaret Weis schon lesbareres bekommen. Aber hat man das Buch weggelegt, so behält man eine Menge Spannung zurück, möchte weiter wissen, weiter lesen. Wären die Charaktere besser gezeichnet und würde weniger über ihre Motivationen erklärt und mehr aus der Geschichte klar, dann wäre auch diese neue Reihe von Margaret Weis vielleicht auf dem Wege zum Klassiker. So können die hohen Erwartungen nicht ganz erfüllt werden.

 

Eure Meinung:


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Buch:

Die Herrscherin der Drachen

Autor: Margaret Weis

Broschiert - Blanvalet

Erscheinungsdatum: Juli 2005

ISBN: 3442243386

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 16.07.2005, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 14:35