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Die Herrscherin der Eismark von Stuart Hill

Reihe:Eismark-Zyklus, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

„Die Herrscherin der Eismark“ wurde zu einem Überraschungserfolg für den 1958 in Leicester geborenem Autor Stuart Hill. Die Geschichte entstand in den Kaffeepausen seiner Arbeit in einer Buchhandlung.

Das 2005 erschienene Buch begeisterte seine Leser durch die eigenwillige Mischung aus phantastischen und historischen Elemente. Gerade ältere Leser werden leicht erkennen, an welchen geschichtlichen Figuren, Völkern und Ereignissen sich der Autor orientiert, während die jugendlichen Leser sich am reinen Abenteuer erfreuen können, zu dem Werwölfe und Vampire ebenso gehören wie Hexen und Amazonen.

 

Thirrin Freya Starker Arm Lindenschild zählt zwar erst dreizehn Jahre, aber sie trägt ihren Namen mit Stolz und ist schon durch und durch die Thronerbin ihres Vaters. Sie sitzt nicht hinter starken Burgmauern und widmet sich den schönen Künsten oder zarten Handarbeiten, sondern ist immer wieder auf dem Kampfplatz und bei den Gelerhten zu finden. Sie wird von Maggiere Totus in den Staatskünsten ausgebildet, lernt kämpfen und ist oft in der Umgebung der Hauptstadt unterwegs um nach dem Rechten zu sehen. Dabei stellt sie sich menschlichen Kriegern ebenso unerschrocken zum Kampf wie auch Eistrollen, Vampiren oder Werwölfen, die ein geheimnisvolles Land, das noch höher im Norden liegt als die Eismark bewohnen, aber manchmal in ihre Heimat einfallen. Aber sie ist durchaus auch dazu bereit, sich über alte Traditionen hinweg zu setzen und Freundschaft mit denen zu schließen, die eigentlich Feinde sein sollten.

Das ist um so wichtiger, da die südlichen Nachbarn, die Polypontier, sich dazu rüsten, die Eismark zu erobern. Unter dem Befehl von Scipio Bellorum, dem erfolgreichsten Feldherrn seiner Generation, haben sich Legionen in Marsch gesetzt, die zehnmal so stark sind wie die zähen Bewohner des kleinen Landes.

Am Yuletag marschieren die südlichen Nachbarn schließlich in das Reich ein. Schon an ihrem ihrem vierzehnten Geburtstag muss sich Thirrin als Regentin bewähren und ihren Vater Roderich vertreten. Kurz darauf ist sie sogar Königin, denn der alte Herrscher fällt bereits in der ersten Schlacht gegen die Polypontier. Nun liegt es allein an dem jungen Mädchen an der Schwelle zum Erwachsenwerden, ihr Reich zu bewahren.

Zur Seite stehen ihr dabei nur Oskan Hexensohn und einige wenige Berater, die schon ihrem Vater treu gedient haben. Gemeinsam schmieden sie einen Plan, um nicht nur die Völker des Landes, zu denen auch die von den Frauen regierten Hypoliter gehören, unter einem Banner zu vereinen, sondern auch die Vampire und Werwölfe des Geisterreiches als Verbündete zu gewinnen. Den nur so hat die Eismark überhaupt noch eine Chance nicht von den südlichen Nachbarn vereinnahmt zu werden.

 

Das Rezept, das Stuart Hill benutzt, schnell eun einfach erklärt: Man nehme ein paar historische Ereignisse – in diesem speziellen Fall die Eroberungsversuche der Römer in Germanien, vermische es mit außergewöhnlichen Kulturen wie den an die Skythen angelehnten Hypoliter und die skandinavisch wirkenden Eismärker und füge ein paar mystische Elemente wie die Macht der Hexen oder phantastische Wesen hinzu.

Schon hat man ein gleichzeitig vertrautes und dann wieder fremdartiges Setting, das als Hintergrund für eine klassische Geschichte dient, den heldenhaften Kampf gegen einen eroberungswütigen Nachbarn. Ungewöhnlich ist nur die Einbindung von Wesen, die man normalerweise nicht in diesem Setting erwartet.

Auch an Thirrin gewöhnt man sich rasch. Sie kann zwar für ihr Alter schon recht viel, wirkt aber dennoch nicht all zu übertrieben, da auch sie ihre Fehler und Schwächen hat und manchmal in ein Fettnäpfchen tritt und sich durchaus auf den Rat ihrer älteren Gefährten verlässt. Nur manchmal bricht der jugendliche Übermut und Leichtsinn in ihr durch.

Stuart Hill nimmt sich sehr viel Zeit um die Figuren und das Setting einzuführen, so dass die Geschichte erst in der zweiten Hälfte in Gang kommt, wenn die ersten Schlachten geschlagen sind und die junge Heldin verzweifelt nach Verbündeten sucht. Wirklich actionreich wird es erst zum Ende des Buches, als die entscheidenden Schlachten gegen die Polypontier beginnen.

 

Heraus kommt eine spannende und facettenreiche Geschichte, die Fantasy und Historie klug miteinander verbindet und so zu etwas Neuem vermischt, das fremdartig und vertraut, exotisch und bekannt zugleich ist.

Action, Drama und Magie gibt es reichlich, ebenso wie sympathische Figuren und eine abwechslungsreiche Handlung. Es lohnt sich also einen Blick zu riskieren, vor allem wenn man schon Romane wie „Alanna von Trebond“ mochte.

 

Eure Meinung:

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Felicitas
Freitag, 18. Februar 2011 15:09 Uhr
Ich hab das Buch gelesen und fand es fast immer ziemlich spannend und mitreißen, aber an dem buch stören mich öfters mal die namen...

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Buch:

Die Herrscherin der Eismark

Reihe: Eismark-Zyklus, Bd. 1

Autor: Stuart Hill

Broschiert, 494 Seiten

dtv, erschienen Juli 2008

Übersetzung aus dem Englischen von Wolfram Ströhle

Titelbildgestaltung von Ian Butterworth nach einer Illustration von Gary Blythe und Carol Lawson

ISBN-10: 3423623446

ISBN-13: 978-3423623445

ab 12 Jahre

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 08.09.2008, zuletzt aktualisiert: 28.10.2019 13:53