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Die Himmelhunde von Boragora, Vol.

Rezension von Christel Scheja

 

„Die Himmelhunde vor Boragora“ ist eine jeder Serien, die auf der Erfolgswelle der „Indiana-Jones“-Filme schwimmen wollte, bei der aber die Einschaltquoten den Produktionskosten nicht gerecht wurden und so die Einstellung nach bereits einer Staffel kam. „Tales of the Golden Monkey“, so der Titel im Original, lief Anfang der 1990er Jahre auch in Deutschland, verschwand dann aber ganz in der Versenkung.

Koch Media präsentiert sie nun in zwei Teilen, ergänzt durch die Szenen, die bei der Ausstrahlung in RTL geschnitten wurden. Nun liegen auch die letzten elf Folgen auf DVD als „Die Himmelhunde von Boragora – Teil 2“ vor.

 

Auch diesmal erwarten den in der Südsee gestrandeten Piloten und Ex-Söldner Jake Cutter und seine Freunde viele Abenteuer. 1938 ist er mit seinem Freund und Mechaniker Corky, sowie seinem Hund Jack auf der kleinen Südseeinsel Boragora gestrandet und betreibt dort eine kleine, unabhängige Fluggesellschaft.

Das Eiland steht wie einige andere in der Nähe noch unter französischer Oberhoheit, allerdings ist die japanische Grenze nicht weit. Der Barbesitzer „Bon Chance“ Louis vertritt auch gleichzeitig als Magistrat seine Regierung.

Zu der Gruppe gestoßen ist auch die Sängerin Sarah Stickney White, die in Wirklichkeit für die amerikanische Regierung spioniert. Denn eines ist klar – es gärt in der Welt, Deutsche und Japaner planen etwas, was die Anwesenheit von Nazis und Truppen des Reichs der Aufgehenden Sonne in der Nähe beweist.

Keiner weiß zudem, dass Reverend Willie Tenboom ein deutscher Agent ist – aber dessen Loyalität zum Dritten Reich beginnt zunehmend durch die Freundschaft zu Jake zu wanken, und mehr als einmal hat er zugunsten des Piloten und seiner Gefährten eingegriffen.

Aber immer wieder verirren sich auch andere zwielichtige Gestalten in die Region. Auf einer verlassenen Insel wird ein verwilderter Junge entdeckt. Allerdings hütet der „Dschungelboy“ Geheimnisse, die nicht nur für seinen Vater interessant sind.

Ein anderes Mal muss sich „Bon Chance“ Louis seiner Vergangenheit stellen. Denn ein Mann taucht auf der Insel auf, den er nur zu gut kennt – „Der Verräter“ und Mörder, der ihm am Ende auch noch die geliebte Frau raubte. Aber auch der Neuankömmling hütet ein Geheimnis, das Louis völlig durcheinander bringen wird.

Eifersucht kommt in Sarah auf, als eine alte Flamme von Jake auftaucht, die viel besser zu dem verwegenen Piloten zu passen scheint als sie selbst. Aber etwas ist an „Sabrina“, das sie verdächtig macht? Werden ihre wahren Pläne rechtzeitig auffliegen?

Dann wieder müssen sich die Partner mit einer fliegenden Nonne, der Rettung der britischen Kronjuwelen, einer Schatzsuche und dem Zorn feuriger Vulkangötter herumschlagen. Und am Ende wird die Geburtstagsfeier der japanischen Prinzessin Koji zu einer lebensgefährlichen Prüfung für den Witz und Verstand Jake Cutters, als sie ihn für ihre wahnwitzigen Pläne einspannt, um verräterische Elemente in ihren Reihen zu entlarven. Denn in der letzten Zeit wurden bereits mehrere Anschläge gegen sie verübt...

 

Auch der zweite Teil der Serie steht wieder im Zeichen munterer und unbeschwerter Abenteuer. Allerdings werden die Schatten des herannahenden zweiten Weltkrieges deutlich zurückgenommen. Nazis tauchen keine mehr auf und auch die Japaner sind eher eine Bedrohung am Rande, die so gut wie keine Rolle spielen.

Stattdessen müssen sich die Helden mit Gangstern aller Art herumschlagen – Gaunern, die kostbare Schätze an sich bringen wollen oder einen Coup mit ihrer Hilfe durchsetzen wollen, aber nicht damit rechnen, dass Jake und Co. sie rechtzeitig durchschauen und moralisch integer genug sind, um sich nicht bestechen zu lassen.

Persönlicher wird es, wenn der Pilot sich mit einer alten Flamme herumschlagen muss. Gerade Sabrina macht keinen Hehl daraus, dass sie ihre Beziehung wieder aufleben lassen möchte, aber meint sie das wirklich ehrlich. Sie ist nicht die einzige Frau aus Jakes Vergangenheit, die Sarah Bauchschmerzen bereitet. Auch wenn die beiden es natürlich immer noch nicht zugeben wollen und versuchen, nur Freunde zu sein – es beginnt immer mehr zwischen ihnen zu knistern.

Interessant, wenn auch klassisch ist der Einblick in „Bon Chance“ Louis Vergangenheit, der den ansonsten eher freundlichen und gelassenen Barbesitzer einmal von einer ganz anderen Seite zeigt und deutlich macht, dass man auch ihn nicht unterschätzen sollte. Alles in allem leben die Geschichten von den naiven Charme der Serials der 1930er und 1940er Jahre an die sie wie die „Indiana Jones“-Filme angelehnt wird.

Viele Klischees, die die Sicht auf die japanische oder in der Südsee beheimatete Kulturen geprägt haben, feiern fröhlich ihre Rückkehr, man bedient sich auch anderer Mythen und schafft mit dem „Dschungelboy“ einen eigenen Tarzan oder Mowgli, lässt die Helden auf spannende Schatzsuche gehen und verhindern, dass einer von ihnen durch verängstigte Eingeborene geopfert wird, obwohl die eigentliche Naturkatastrophe nicht mehr aufzuhalten ist.

Alles in allem werden die Geschichten mit viel Humor und einem guten Schuss Action erzählt, die Figuren dürfen wieder einmal beweisen, warum sie einem mittlerweile ans Herz gewachsen sind und die Handlung funktioniert, auch wenn gerade erfahrene Zuschauer schon wissen, wie die Folge ausgehen wird. In der Hinsicht profitieren die Macher von ihren Erfahrungen durch die Krimi-Serie „Magnum“, die auch viele Elemente einer Buddy-Comedy hatte.

Immerhin endet die Serie mit einer in sich geschlossenen Folge, auch wenn natürlich die ein oder andere Frage offen und ein paar Geheimnisse unentdeckt blieben.Bild und Ton sieht man die Zeichen der Zeit an, wie alle der 1980er Serien wirkt ersteres schwammig, die Farben sind teilweise verwaschen, der Ton ist erstaunlich dumpf. Das stört aber nicht, weil es zu dem Retro-Charme des Settings passt. Extras gibt es leider auch auf dem zweiten Volume nicht.

 

 

Fazit:

 

Ob „Die Himmelhunde von Boragora“ das Potential hat, zu einem Klassiker des Abenteuergenres zu werden, sei dahingestellt – vermutlich eher nicht, unterhaltsam ist die Serie aber allemal, auch wenn der Erzählstil natürlich gemächlicher ist als heute und durch die vielen vertrauten Klischees weitestgehend vorhersehbar.

Doch wer die „Indiana Jones“-Filme mag und auch den Buddy-Humor von alten Krimis wie „Magnum“ schätzt kann durchaus seinen Spaß an der Serie haben,

 

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Eure Meinung:

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MEDIUM:

Die Himmelhunde von Boragora Vol. 2

Tales of the Golden Monkey, USA 1982/83

Darsteller: Stephen Collins

Format: Dolby, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)

Bildseitenformat: 4:3 - 1.33:1

Anzahl Disks: 3

FSK: Freigegeben ab 12 Jahren

Studio: Koch Media GmbH - DVD

Erscheinungstermin: 17. April 2013

Spieldauer: 472 Minuten

ASIN: B00IB8S3VQ

 

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 12.05.2014, zuletzt aktualisiert: 02.08.2020 16:26