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Die Hüterin von Trudi Canavan

Reihe: Die Saga von Sonea Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

Wie viele Autoren, die mit einer bestimmten Serie besonders erfolgreich gewesen sind, kehrt auch Trudi Canavan nach einigen Ausflügen in andere Bereiche der Fantasy zurück zu ihren Wurzeln. Sie hat ganz offensichtlich beschlossen, die Geschichte von Sonea fortzusetzen, verbindet das ganze aber auch mit ihrem Roman „Magie“, der Jahrhunderte vor der Saga um die „Gilde der Schwarzen Magie“ spielte. „Die Hüterin“ ist der Auftakt der „Saga von Sonea“, die zwanzig Jahre nach der ersten Trilogie spielt.

 

Auch zwanzig Jahre nach dem Krieg gegen Sachaka und den Ereignissen, die den Hohen Lord Akkarin zwangen, seine Studien der Schwarzen Magie zu enthüllen und sie zum Schutz des Landes anzuwenden, hat sich immer noch nicht so viel geändert. Man erkennt zwar das große Opfer, das der Magier gebracht hat, an, aber Sonea seine Schülerin und Geliebte, die zudem noch aus den niederen Schichten des Volkes stammt, wird von den meisten immer noch eher geduldet als geschätzt. Gerade weil sie die Schwarze Magie beherrscht, fürchten sie einige sogar und sie steht immer ein wenig abseits.

Sonea macht das aber nicht viel aus. Etwas abseits zu stehen gibt ihr die Freiheit, weiter Kontakt zu ihren Freunden aus den ehemaligen Elendsvierteln zu halten und ihren Sohn Lorkin in Ruhe aufzuziehen, auch wenn sie die Stadt nicht verlassen darf, weil man sie unter Kontrolle haben will.

Doch nun ist ihr Sohn erwachsen und will seine eigenen Wege gehen. Warum er sich dann ausgerechnet Lord Darryl anschließt, der sich als Botschafter für das frei gewordene Amt in Sachaka gemeldet hat, ist ihr ein Rätsel. Sie hat auch Angst ihn dort hin zu lassen, immerhin hegen einige Menschen dort vielleicht noch Rachegedanken. Aber wie so oft lassen sich Kinder nicht halten und auch die düsteren Vorahnungen erfüllen sich. Kaum in dem anderen Reich angekommen, verstrickt sich Lorkin in Probleme und wird von einer geheimnisvollen Frau verschleppt.

Auch in Kyralia selbst gibt es Probleme. Immer wieder bekommen junge Magier aus niederen Schichten Probleme, weil sie in die Unterstadt gehen, was ihnen eigentlich verboten ist, nur weil sie ihre Familien besuchen wollen. Wieder andere reizt es gerade wegen dem Verbot die Regeln zu brechen und dann auch noch mehr über die Stränge zu schlagen. Und nicht zuletzt jagt ein Unbekannter Diebe und bringt sie mit Magie um. Sonea wagt einen Blick hinter die Kulissen und muss schon bald fest stellen, dass das Eine mehr in das Andere greift als sie dachte.

 

Man merkt, dass der Reiz des Neuen weg ist und es schon ein wenig mehr bedarf, als die alten Figuren wieder auftreten zu lassen. Sonea, Darryl, Cery und auch Rothen sind in Würde gealtert, während mit Lorkin eine neue junge Figur die Bühne betreten hat.

Immerhin führt die Autorin die Entwicklungen konsequent weiter und zeigt, dass auch gelockerte Regeln und Gesetze nicht unbedingt die Gesellschaft verändern. Die Kluft zwischen den einfachen Leuten, Dieben, den Adligen und Magiern mag zwar teilweise nicht mehr so groß sein nach dem Gesetz, in den Köpfen ist sie es immer noch. Sonea bleibt ansprechend pragmatisch und misstrauisch. Die Tatsache, dass sie ihren Erzrivalen Regin auch nach dieser langen Zeit nicht so wirklich mag, auch wenn er längst anders geworden ist, macht sie sympathisch menschlich, auch wenn die Charakterzeichnung der Figuren sonst eher auf der Strecke bleibt. Denn so wirklich vorstellen kann man sich die Figuren und ihre Weiterentwicklung nicht, gerade was Daryll und Cery betrifft. Man erfährt zwar ein wenig von dem, was sei erlebt haben, aber wirklich Anteil nimmt man an den sachlichen Schilderungen nicht, selbst wenn die Familien der Protagonisten umgebracht werden oder in tödliche Gefahr geraten. Das ist etwas, was die Autorin immer noch nicht so richtig beherrscht.

Ansonsten würzt Trudi Canavan die Geschichte, die leider auch etwas braucht, um warm zu laufen mit dem üblichen Standesdünkel, einem Hauch von Action und gibt nun endlich auch den Geschehnissen aus „Magie“ einen Sinn, denn man erfährt nun auch, zu welchem Ergebnis die Entwicklungen des Buches geführt haben.

Alles in allem hat man am Ende des Buches zwar keine wirkliche Ahnung, auf was die Autorin in diesem Zyklus hinaus will, aber gerade weil sie erst grob die Weichen stellt und Bekanntes wieder aufgreift, wartet man doch neugierig auf den kommenden Band.

 

„Die Hüterin“ hinterlässt einen zwiespältigen Hintergrund. Zwar ist die Geschichte leidlich spannend und weitaus durchdachter als „Magie“, aber man merkt doch wieder, dass die Autorin sich zu viel in Details verzetteln und viel zu wenige Hinweise auf den Roten Faden gibt, der auch schon den ersten Band der „Saga von Sonea“ durchziehen sollte. Fans werden sich sicherlich freuen, wieder von ihrer Heldin zu lesen – aber dem Roman fehlt es ein wenig an der Spritzigkeit und Lebendigkeit, die noch der Zyklus um „Die Gilde der schwarzen Magier“ hatte, auch wenn sie damals mehr Klischees bediente.

 

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Eure Meinung:

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Anzeige: 1 - 2 von 2.

Nomi
Dienstag, 17. Mai 2011 18:09 Uhr
Das Buch Hat mir am Anfang nicht so gut gefallen, da die Hauptcharaktere so alt geworden sind und das erste Kapitel so düster war.

Aber wenn man sich daran gewöhnt hat, ist die Handlung super. Besonders spannend ist das Buch, wenn man zuvor "magie" gelesen hat. Denn in "die hueterin" rätseln sie über Sachen, die mir durch das andere Buch schon längst bekannt sind.

Ich freue mich schon auf den nächsten Teil, der bald erscheinen soll.

yuki
Dienstag, 17. Mai 2011 18:07 Uhr
das buch war erste klasse.

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Buch:

Die Hüterin

Reihe: Die Saga von Sonea, Bd. 1

Autorin: Trudi Canavan

gebunden, 576 Seiten

Penhaligon, erschienen Mai 2010

Übersetzung aus dem Englischen von Michaela Link

Titelbild von Maximilian Meinzold

ISBN-10: 3764530413

ISBN-13: 978-3764530419

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 01.07.2010, zuletzt aktualisiert: 02.08.2019 12:28