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Die Hüterin Midgards von Ivo Pala

Reihe: Elbenthal-Saga, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

Der 1966 geborene Ivo Pala arbeitet hauptberuflich als Drehbuchautor und Dramaturg für Action und Krimi-Serien aber auch für Spielfilme. Nebenher schreibt der in Berlin lebende Autor aber auch Romane, wie den Wissenschaftsthriller „Die Lazarus-Formel“. Mit „Die Hüterin Midgards“, dem ersten Band der „Elbenthal-Saga“ wendet er sich aber seinen Lieblingsgenres zu – Fantasy, Historie und Science Fiction mit einem Schuss Horror

 

Bisher hat es das Leben nicht gerade gut mit Svenya gemeint. Das Mädchen ist in einem Heim aufgewachsen und wurde von dem Leiter der Einrichtung misshandelt und missbraucht, bis sie es nicht länger aushielt. Bereits seit sie dreizehn ist lebt sie auf der Straße und schlägt sich mehr schlecht als recht durch. Sie schläft unter Brücken und verdient sich ein bisschen Geld durch die illegale Arbeit als Aushilfe in einem Imbiss dazu. Sie erwartet nicht mehr viel von ihrer Zukunft.

Doch dann, in der Nacht zu ihrem siebzehnten Geburtstag überschlagen sich die Dinge. Eigentlich hatte sie sich ein Zimmer für die Nacht mieten wollen, nun aber ist sie auf der Flucht vor seltsamen Wesen und Gestalten, die ihr scheinbar Übles wollen. Dann tauchen auch noch ein paar Leute auf, die ihr zwar erst einmal helfen, sie dann aber entführen.

Svenya weiß nicht, was sie davon halten soll, als sie tief unter den Grundmauern Dresdens wieder zu sich kommt und mit der Behauptung konfrontiert wird, dass sie eine Elbenprinzessin sei und dazu ausersehen, die Hüterin Midgards zu werden, der letzten Bastion der Lichtalben auf dieser Welt. Und die Männer und Frauen, die sich dort um sie kümmern, scheine nicht nur von den Namen her den alten nordischen Sagen und Mythen entsprungen zu sein, sondern auch daran zu glauben, dass sie es sind.

Svenya bleibt skeptisch, auch wenn sie die Annehmlichkeiten durchaus zu genießen weiß, die ihr dieser Status mit sich bringt. Aber dann muss sie während der anstrengenden Ausbildung in Kampftechniken erkennen, dass ihr Amt es offensichtlich mit sich bringt, anderen Wesen Schmerz zuzufügen oder sie sogar zu töten – etwas was sie sich geschworen hat, niemals jemandem anzutun ...

 

Normalerweise wenden sich Bücher wie „Die Hüterin Midgards“ eher an ein jüngeres Publikum, da Kinder mit zehn Jahren noch eher davon träumen können Erbe einer magischen Welt zu sein.

Ivo Pala aber geht einen ganz anderen Weg. Das Grundthema mag gleich sein, aber schon die ersten Seiten verraten, dass er nicht vor hat, eine märchenhafte und niedliche Geschichte zu präsentieren. Durch ihre bittere und traurige Vorgeschichte, die ernste Themen anspricht, scheint Svenja ganz offensichtlich gut auf die Prüfungen vorbereitet zu sein, die sie in Midgard erwarten. Gerade weil sie die dunklen Seiten des Lebens und Unrecht bereits kennen gelernt hat, sind ihre Sinne geschärft, und sie hat ein ganz besonderes Moralempfinden entwickelt.

Aus diesem Grund verschwimmen gelegentlich die Grenzen zwischen Gut und Böse in diesem Buch. Die Figuren sind nicht immer richtig einzuschätzen und wissen so doch gelegentlich durch ihre Taten und Methoden zu überraschen. Auch die Bösen erhalten ein wenig Profil und werden dadurch vielschichtiger.

Gewalt wird in dem Buch ebenfalls nicht beschönigt oder ausgeklammert – da fließt schon einmal Blut und fliegen Körperteile, so dass zartbesaitete Leser schon einmal schlucken dürften. Auch werden nicht gerade angenehme Themen unserer Welt angesprochen.

Alles in allem ist die Altersempfehlung mit vierzehn schon richtig angesetzt – die meisten Leser wissen dann bereits, was mit gewissen Andeutungen gemeint ist.

Die Geschichte ist flüssig geschrieben und kommt stetig voran. Nur manchmal verzettelt sich der Autor ein wenig zu sehr in Gesprächen, so dass die Handlung ein wenig ins Stocken gerät. Aber insgesamt bewahrt sie die Spannung von Anfang bis Ende. Die Charaktere sind auch recht gut ausgearbeitet, sie erhalten Ecken und Kanten, die sie lebendig machen.

 

„Die Hüterin Midgards“ verwendet zwar ein klassisches Thema der Jugendfantasy, erlaubt es sich aber, dieses erwachsener auszulegen und wird dadurch auch für ältere Leser interessant, da der Autor darauf verzichtet, in den gängigen Klischees zu baden oder immer nur alten Handlungsmustern zu folgen.

 

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Die Hüterin Midgards

Autor: Ivo Pala

Reihe: Elbenthal-Saga, Bd. 1

gebunden, 384 Seiten

Sauerländer, erschienen März 2012

Titelbild von Benita Winckler

ISBN-10: 3411809221

ISBN-13: 978-3411809226

Erhältlich bei: amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 28.04.2012, zuletzt aktualisiert: 22.06.2019 15:54