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Die Jägerin der Finsternis von Jason Nahrung

Rezension von Christel Scheja

 

„Jägerin der Finsternis“ ist der Debütroman des jungen australischen Autors Jason Nahrung, der ihn zunächst für seine Freundin Mill verfasste.

 

Nur wenige sind für große Taten auserwählt, aber es gibt eine Menge von Menschen, die davon träumen, etwas Außergewöhnliches zu sein, auch wenn ihr bisheriges Leben genau das Gegenteil behauptete. Auch Emily Winters kann sich zu der Masse zählen, die sich gerade mal eben so durchs Leben schlägt und froh darüber sein kann, dass sie einen Job hat, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Aber anders als ihre Schwester Darcy hat sie weder besondere Fähigkeiten oder wird von Männern umschwärmt, noch hat sie Familie oder Kind. Allein mit ihrem Nachbarn Brett versteht sie sich ausgezeichnet, doch es ist fraglich, ob sich daraus eine Beziehung entwickeln kann.

Dann jedoch ändert sich alles, als ein Fremder sie darum bittet, sich nachts mit ihm in einer abgelegenen Kirche zu treffen. Der gutaussehende Mann nennt sich Jay und behauptet, ihre Großmutter gut zu kennen.

Emily will das zunächst gar nicht erst glauben, dann aber weiht er sie in unglaubliche Dinge ein und übergibt ihr das magische Tagebuch ihrer Großmutter. Diese entstammt einer langen Blutlinie von Frauen, in denen besondere Fähigkeiten schlummern, mit denen sie gegen die Wesen und Diener der Finsternis vorgehen können. Die Gaben werden allerdings immer nur an die älteste Tochter vererbt.

Da er ihre Schwester Darcy für zu oberflächlich hält, und diese noch eine Anzeichen gemacht hat, irgendwelche Gaben zu besitzen, soll Emily bestimmte Artefakte hüten, bis ihre Nichte alt genug ist.

Doch es kommt anders als gedacht, denn ein geheimnisvoller Geheimbund taucht auf, der die Erbinnen der Blutlinie in seine Hände bekommen will, um die Fähigkeiten für seine dunklen Zwecke zu missbrauchen. Ihnen, selbst Brett, der in die ganze Sache verwickelt wird, weil er Emily einfach nur beschützen will, bleibt nicht mehr als die Flucht, denn die Angehörigen des Kultes sind zahlreich und entschlossen, vor allem ihr langlebiger Anführer Uhgrau, der von der Idee besessen ist, mehr mit der Blutlinie anzustellen.

Nun zeigt sich, dass auch Jay – der sich als unsterblicher Vampir erweist – einmal irren kann. Denn nicht in Darcy und ihrer Tochter, sondern in Emily schlummern die besonderen Kräfte, die gegen die Finsternis allein eine Chance haben.

 

Man merkt, dass Jason Nahrung alles miteinander vermischt, was ihm und seiner Freundin vermutlich gut gefallen hat. Es lassen sich ebenso Anklänge zu „Buffy - Im Bann der Dämonen“ finden wie zu derzeit gängigen Dark Fantasy-Romanen. Natürlich ist der geheimnisvolle Fremde Jay eine Mischung aus Vampir und gefallener Engel, der Gegenspieler Uhgrau ein sadistisches und perverses Monster in menschlicher Hülle. Und im Gegensatz zum deutschen Titel ist Emily nicht unbedingt eine „Jägerin“ sondern eher die „Beute“ hinter der alle her sind.

In dem wirren Mix aus Horror, Phantastik und Abenteuer fällt die weinerliche Heldin nicht besonders auf, die immer wieder die Hilfe ihrer Männer Brett und Jay braucht. Von einer sich entwickelnden Liebesbeziehung kann man allerdings auch nicht reden, da der Autor auch seine Mühe und Not hat, Gefühle glaubwürdig darzustellen und zu entwickeln. Dazu kommt ein recht unausgegorener Stil mit vielen unpassenden Vergleichen und einer gekünstelt vulgär wirkenden Umgangssprache in den Dialogen.

Unter all dem leidet die Spannung, da auch der rote Faden in der Handlung mehrfach verloren geht – weil sich der Autor zu sehr in Nebensächlichkeiten verstrickt.

 

„Jägerin der Finsternis“ ist kein Ruhmesblatt, weder für den Autor noch den Verlag. An Abenteuer-Romanzen in der Welt der Dunkelheit interessierte Leser sollten daher lieber zu anderen Titeln greifen. Auch Fantasy-Fans werden nicht viel Phantastisches im Roman finden, der sich in Verfolgungsjagden und markigen Sprüchen ergeht, aber weitestgehednd auf den Einsatz von übernatürlichen Elementen verzichtet.

 

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Die Jägerin der Finsternis

Autor: Jason Nahrung

broschiert, 414 Seiten

Goldmann, erschienen Dezember 2008

Übersetzung aus dem Englischen von Tina Hohl

ISBN-10: 3442466547

ISBN-13: 978-3442466542

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 09.01.2009, zuletzt aktualisiert: 10.08.2020 18:25