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Die Jägersschenke von Dave Duncan

Reihe: Omar Band 2

 

Rezension von Christel Scheja

 

Dave Duncan war in den 1990er Jahren ein auch in Deutschland sehr beliebter Fantasy-Autor. Mittlerweile ist seine Bekanntheit allerdings etwas abgeflaut, so dass die Bücher um Omar den Geschichtenhändler zunächst 2007 als gebundenes Buch beim Otherworld Verlag aus Graz erschien. Bastei gibt nun die Einzelbände Die Straße der Plünderer und Die Jägersschenke als Taschenbuch heraus.

 

Im Mittelpunkt steht Omar, ein gerissenes Schlitzohr, der sich mit dem Erzählen von Geschichten über Wasser hält. Wo er eigentlich her kommt und wer er wirklich ist, dass weiß niemand, aber er ist bekannt wie ein bunter Hund.

Das wird ihm leider auch zum Verhängnis, als er wieder einmal in der Jägersschenke von Fritz und Frieda einkehrt. Leider hat der Wirt nicht vergessen, dass er beim letzten Mal seinen Hund erschlagen und dann auch noch die Zeche geprellt hat. So will er Omar bei bitterer Winterkälte kurzerhand vor die Tür setzen – und das auch noch splitternackt.

Omar gelingt es durch seine flinke Zunge Zeit heraus zu schinden und die Gäste zu einem Wettstreit aufzurufen. Er will dem Gebot des Wirtes folgen, wenn es ihm nicht gelingt, bessere Geschichten als die Anwesenden zu erzählen. Die Gäste selbst sollen darüber entscheiden.

Da die Nacht lang ist und der Schneesturm draußen kein Ende zu finden scheint, nehmen die Männer und Frauen aller Schichten und aus aller Herren Länder an. Jeder von ihnen, ob Spielmann, Soldat, Kaufmann, Zofe oder alte Frau greifen auf Erinnerungen und Gerüchte zurück. Omar weiß zu kontern und die Erzählungen miteinander zu verbinden ... und setzt dabei eine überraschende Entwicklung in Gang.

 

Man merkt dem Roman schon an, dass er gut fünfzehn Jahre alt ist, benutzt er doch Bilder und Inhalte, die heute leicht antiquiert wirken. Dennoch hat die Geschichte nichts von ihrem zeitlosen Reiz verloren.

Das Buch mag am Anfang wie eine Geschichtensammlung mit einer Rahmenhandlung wirken, tatsächlich sind die einzelnen Erzählungen aber sehr eng miteinander verbunden und haben nachher sogar Auswirkung auf die realen Ereignisse. Das merkt man spätestens nach der zweiten Geschichte. Denn alles baut aufeinander auf und wirkt nur auf den ersten Blick unfertig – erst zum Ende hin merkt man, wie geschickt Duncan die Informationen verteilt hat.

Ansonsten nutzt er die Klischees und Archetypen des Genres, nutzt so manche altvertraute Wendung, um sie doch auf den Kopf zu stellen und verzichtet darauf all zu spektakulär zu werden.

Die Handlung entwickelt sich allerdings nur langsam, da die Action eher verhalten bleibt. Das ganze Buch verzichtet auf vordergründige Abenteuer, tatsächlich ist man mehr dazu gezwungen, zwischen den Zeilen zu lesen, um es genießen zu können.

 

Alles in allem erweist sich „Die Jägersschenke“ als intelligent gemachter Fantasy-Roman mit einem gewissen Anspruch. Allerdings sollte man nicht all zu viel Spannung durch Action und Abenteuer erwarten, da die meisten interessanten Dinge eher zwischen als in den Zeilen zu lesen sind.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Die Jägersschenke

Reihe: Omar Band 2

Original: The Hunter's Haunt, 1995

Taschenbuch, 395 Seiten

Bastei Lübbe, September 2010

Übersetzer: Michael Krug

Titelbild: Alan Lathwell

 

ISBN-10: 3404206266

ISBN-13: 978-3404206261

 

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 04.11.2010, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 14:35