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Die Kuppel von Peadar Ó Guilín

Reihe: Bone World Trilogie Band 1

Rezension von Carina Schöning

 

„Die Kuppel“ ist der Debütroman des irischen Autors Peadar Ó Guilín und zugleich auch der Auftakt zu seiner „Bone World“ Trilogie, die in England und den USA bereits für großes Aufsehen gesorgt hat.

 

Der junge Krieger Stolperzunge lebt zusammen mit seiner Mutter Flammenhaar und seinem älteren Bruder Wandbrecher in den Überresten einer alten Stadt. Beide Brüder sind ausgebildete Jäger und für die Fleischversorgung des Stammes zuständig. Doch während Wandbrecher von großer und kräftiger Statur ist und bei den Männern wie Frauen gleichermaßen gut ankommt, ist Stolperzunge wegen seines Stotterns eher unbeliebt. Nur seiner engagierten Mutter ist zu verdanken, dass er nicht schon kurz nach seiner Geburt gegen Fleisch eingetauscht wurde, denn hier ist es Tradition, dass kein Fleisch verschwendet werden darf. Von Alten und Kranken wird es einfach erwartet, dass sie sich anderen Völkern im Austausch von Nahrung zur Verfügung stellen und sich auffressen lassen. Stolperzunge verdankt sein Leben daher in zweifacher Hinsicht seiner Mutter. Wegen seines Stotterns wird er von den restlichen Stammesangehörigen nicht wirklich akzeptiert. Auch die Tatsache, dass er bei einem Angriff der gefährlichen Panzerrücken seinem beliebten Bruder das Leben gerettet hat, wird verschwiegen. Hinzu kommt, dass er sich ausgerechnet in Moosherz, die Frau seines Bruders verliebt hat. Dabei ist er wesentlich intelligenter, als es den Anschein hat.

 

Plötzlich fällt eine geheimnisvolle „Sphäre“ vom Himmel herunter und landet mitten in der Stadt der Menschen. Eine seltsame Frau steigt heraus und spricht unverständliche Worte. Da Wandbrecher an diesem Tag sehr viel Fleisch erlegt hat, erhebt er einfach Anspruch auf sie und nimmt sie mit zu sich und Moosherz, die natürlich sehr eifersüchtig auf die Zweitfrau ihres Mannes reagiert. So landet Indrani schließlich in der kleinen Hütte von Stolperzunge, der sich bei der letzten Jagd die Beine verletzt hat. Beide kommen sich langsam näher und während Indrani ihn pflegt und sich um seine Wunden kümmert, versucht er ihr die menschliche Sprache beizubringen. Natürlich macht er dabei den gleichen Fehler wie vorher und verliebt sich wieder einmal in die Frau seines Bruders. Hinzu kommt, dass die Stammes-Ältesten ihn bei der nächsten Fleischversammlung gegen Nahrung eintauschen wollen, wenn seine Beine nicht schnell genug heilen. Zudem verhalten sich die umliegenden Monster immer komischer. Scheinbar können sie sich untereinander verständigen und planen die endgültige Ausrottung der Menschen.

 

„Die Kuppel“ ist eine Mischung aus Fantasy und Science Fiction. Der irische Autor Peadar Ó Guilín konfrontiert den Leser zuerst mit dem harten Überlebenskampf in einer steinzeitlichen Welt, in der ungefragt das Recht des Stärkeren gilt. In dem archaischen Stamm hat jeder seinen festen Platz. Die Männer sind hauptsächlich Jäger und sorgen für die Nahrung und die Frauen zerlegen diese oder klopfen Moos für Heim und Kleidung. Die Schwachen werden entweder den Monstern als Köder vorgeworfen oder aber gleich bei den Feinden gegen Fleisch eingetauscht. Auch vor Kannibalismus schreckt die primitive Gemeinschaft nicht zurück.

Im Laufe der Handlung lassen kleine Andeutungen jedoch schon relativ früh auf den wahren Hintergrund des Szenarios schließen. Denn die „Wilden“ werden unter einer riesigen Kuppel gehalten und zur Belustigung der zivilisierten und fortschrittlichen Menschen mit allerlei Monstern und Bestien beschäftig und gefüttert. Genüsslich wird dann beobachtet wie die Jäger dabei um das nackte Überleben kämpfen. Indrani stellt sich später als eine der Verantwortlichen heraus. Die wahren Hintergründe für ihre Vertreibung und ihre Mitschuld an dem Desaster werden aber noch nicht komplett erläutert. Die Grundidee zu „Die Kuppel“ ist nicht gerade übermäßig originell, eins der bekanntesten Vorbilder ist der Film „Die Truman Show“, in dem der Held ständig beobachtet und so unfreiwillig zum Fernsehstar der Zukunft wird. Auch im Science Fiction Genre ist diese Art von übertriebenem Voyeurismus nicht neu. Der Roman ist jedoch solide geschrieben und fasziniert mit zwei ganz unterschiedlichen Gesellschaftsformen und –Strukturen, wobei die Gewaltdarstellung schon recht deutlich und ausführlich ist.

 

Insgesamt ist Peadar Ó Guilín mit „Die Kuppel“ ein spannender Mix aus Fantasy und Science Fiction gelungen. Der Roman bietet eine gute Mischung aus Action und Sozialkritik, wird aber durch die vorhersehbare Handlung erfahrene Leser schnell langweilen.

 

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Die Kuppel

Reihe: Bone World Trilogie Band 1

Autor: Peadar Ó Guilín

Deutsche Erstausgabe 2009

Englische Originalausgabe 2007 „The Inferior“

Übersetzung Bernhard Kempen

Umschlagillustration Stefan Hilden

Penhaligon Verlag

Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag, 446 Seiten

ISBN 978-3-7645-3011-2

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 06.03.2009, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 14:35