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Die Last unserer Siege

Reihe:Der Verbannte, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

„Undank ist der Welt Lohn“, ist ein Sprichwort, dass sich schon oft bewahrheitet hat. die Helden von Gestern werden zu Verrätern und Feinden, hin und wieder nicht einmal aus eigenem Antrieb. Und statt Ruhm, Ehre und einem geregelten Auskommen bleibt ihnen nichts als die Flucht.

 

So ist es zumindest dem zunächst namenlosen Kämpfer ergangen, der mit einer jungen Frau namens Muriel auf einem abgelegenen Hof abseits der Zivilisation lebt, alles und jeden ruppig behandelt und nicht selten aus Träumen hochschreckt, die seine Vergangenheit wieder aufleben lässt.

Das ändert sich, als ihn eines Tages ein Brief von einem alten Freund erreicht, der ihn bittet, so schnell wie möglich zu ihm zu kommen – auch wenn das seinen Tod bedeuten könnte. Denn in dem Reich, in dem dieser regiert, gilt er noch heute als Hochverräter und wäre des Todes, wenn er die Grenzen überschreitet.

Dennoch zögert er nicht, aufzubrechen und das Risiko zu wagen. Die junge Muriel nimmt er mit sich.

Derweil ringt ein König mit dem Tode, klammert sich erbittert an den Funken, der ihm noch geblieben ist und an seinen Thron und erinnert sich, wie alles einmal vor vielen Jahren angefangen hat, als er selbst noch ein junger Mann und Krieger war...

Derweil gestaltet sich die Reise des alten Verbannten abenteuerlicher als gedacht, denn man erinnert sich noch gut an sein Gesicht und manch ein Aufschneider will sich den Lohn verdienen, wenn er ihn ausliefert.

So schickt er Muriel eines Tages fort, um ihr Leben zu retten und stellt sich den Kopfgeldjägern zu einem Kampf auf Leben und Tod. Denn schon seit langem hat er das Schwert nicht mehr so führen müssen wie jetzt...

 

„Die Last unserer Siege“ erzählt eine eingängige Geschichte, die auch im ersten Band schon gut nachvollziehbar ist, aber nicht alle Geheimnisse preis gibt. In Rückblenden erfährt man mehr über den alten Mann und den König und wie es überhaupt zu der jetzigen Situation gekommen ist. Dadurch versteht man die Bitterkeit des grauhaarigen Kriegers und seine grimmige Entschlossenheit um einiges besser.

Der Comic ist sehr geschickt um die den einfachen Plot konstruiert. Die Figuren werden so eingeführt, dass man neugierig darauf ist, wer sie eigentlich sind und in welchem Verhältnis sie zueinander stehen, Hinweise und Andeutungen werden ausgestreut, dass weit mehr hinter der Sache steckt, als man denkt.

So erweist sich das Ganze als doch nicht ganz so simpel wie vermutet. Denn gerade Muriel scheint mehr zu sein, als nur die Begleiterin/Gefährtin des Alten. Sie bekommt später ihren eigenen Handlungsstrang in dem sie sich beweisen muss, mit einem neuen Begleiter, über den man anfangs auch nicht all zu viel erfährt.

So ist die Geschichte am Ende zwar in einem Punkt abgeschlossen, aber es bleiben genug Fragen auf, die neugierig auf mehr machen, denn man hat das Gefühl, dass das Abenteuer jetzt erst richtig anfängt.

Die Zeichnungen geben der schnörkellosen Geschichte Atmosphäre und das Gefühl lebensnah zu sein, da sie zum einen sehr realistisch gehalten sind und zum anderen viele Details bieten. Die fast schon Gemälde zu nennenden Aquarell-Panels passen auch sich in Licht und Ton der jeweiligen Umgebung und Stimmung an.

Die Rückblenden sind dazu fast monochrom in blau, grau und schwarz gehalten, um eine deutliche Trennung zur Gegenwart anzuzeigen, so dass man auch hier nicht durcheinander kommt.

 

Alles in allem ist „Die Last unserer Siege“ der vielversprechende Auftakt der Saga „Der Verbannte“, der eine gute Einführung in ein Szenario bietet, dass sich durchaus in Richtungen entwickeln könnte, die man so noch nicht erwartet, denn neben der Geschichte stimmt auch noch die Atmosphäre und die detailreichen wie realistischen Zeichnungen tun ihr Übriges dazu, um den Leser in den Bann zu schlagen. Wer epische Fantasy im Stil von George R. R. Martin mag, wird jedenfalls mit diesem Comic nicht in seinem Geschmack daneben liegen.

Eure Meinung:


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Comic:

Die Last unserer Siege

Reihe: Der Verbannte, Bd. 1

Autor: Henscher

Zeichner und Farben: Tarumbana

Original: Le Banni 1: Le poids de nos victories, FR 2010

Übersetzer: Martin Budde

Hardcover-Album, 56 Seiten

Ehapa Comic Collection, erschienen im Oktober 2010

ISBN-10: 377043417X

ISBN-13: 978-3770434176

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 21.11.2010, zuletzt aktualisiert: 23.06.2019 12:39