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Die letzte Mission von Kyle Mills

Rezension von Martin Hammerschmidt

 

Kyle Mills dürfte für die modernen Thrillerfans kein Fremdwort mehr sein. Schon nach wenigen Romanen zählte er neben Tom Clancy, Frederick Forsyth und David Baldacci zu den Erneuerern des intelligenten Politthrillers. Neben Allerweltshelden in seinen verschiedenen Romanen, hat er auch eine Reihe um den Ermittler Mark Beamon geschrieben.

Mills Vater arbeitete früher beim FBI, was bedeutet, dass ihm schon viel Wissenswertes von Geheimdiensten quasi in die Wiege gelegt wurde.

In seinem neuen Thriller „Die letzten Mission“ geht es um einen ehemaligen Spezialagenten, der jedoch nach einem gescheiterten Auftrag von seiner Regierung gänzlich im Stich gelassen wurde und nun Rache üben will.

 

 

Salam al Fayed ist Geheimagent der CIA. Einsatzgebiet: Naher Osten.

Nach dem erfolgreichen Liquidieren seiner Zielpersonen ist er geradewegs auf dem Weg zum Treffpunkt, als er Zeuge einer Vergewaltigung wird. Nach kurzer Zeit der Überlegung entschließt er sich einzugreifen und dem hilflosen Mädchen zu helfen.

Dabei wird er jedoch angeschossen und kann nur mit Müh und Not überleben. Allerdings ist er so schwer verwundet, dass er nicht mehr als Auftragskiller für die US-Regierung arbeiten kann. Die einzige Möglichkeit wäre es, die Kugel aus seinem Rücken herauszuoperieren. Doch diese Operation kostet der Regierung zu viel Geld und so überlassen sie Fade, wie er sich selbst nennt, seinem Schicksal. Dieser schwört sich, bei passender Gelegenheit Rache an seinem Land zu üben, welches ihn so eiskalt im Stich gelassen hat, als es brauchte.

Jahre danach will Hillel Strand, Leiter einer Abteilung des Heimatschutzministeriums eine Einsatzgruppe einer Spezialeinheit innerhalb seines Geheimdienstes aufstellen. Dazu braucht er qualifizierte Leute wie Fade. Trotz aller Proteste seines Beraters Matt Egan entschließt sich Strand Fade einen Besuch abzustatten. Dieser verläuft ereignislos, was Strand dazu veranlasst, seinen letzten Trumpf in Sachen Fade zu spielen.

Er schickt ein SWAT-Team zu Fades Haus und will ihn festnehmen lassen, um ihn später zu erpressen. Doch dieser entkommt, tötet nebenbei das komplette Team und wird nun im ganzen Land polizeilich und geheimdienstlich gesucht.

Für Fade ist dies jedoch die einmalige Gelegenheit sich zu rächen.

Unterwegs auf seinem Rachefeldzug stößt er dabei zufällig auf die Leiterin des getöteten SWAT-Teams, Karen Manning, und heftet sich mit ihr an Strands Fersen.

Eine Verfolgungsjagd beginnt, an dessen Ende es mindestens zwei Tote geben wird. Fades Opfer und er selbst. Denn Fade hat nicht mehr lange zu leben und die Zeit rennt ihm allmählich weg. Aber einen allerletzten Auftrag will er noch ausführen.

Einen ganz persönlichen.

 

 

Der Klapptext des Buches verspricht so einiges. Ein im Stich gelassener Agent will Rache an seinem Land üben.

Der Prolog geht dementsprechend los. Fade wird Zeuge einer Vergewaltigung, greift ein und wird angeschossen. Diesen Fehler muss er bitter büßen, denn eine Kugel ist ihm direkt neben der Wirbelsäule eingeschlagen. Für die notwendige Operation stellt die Regierung jedoch kein Geld zu Verfügung. Folglich muss sich Fade aus dem Militärdienst zurückziehen.

Ab diesem Punkt beginnen die Sympathien des Lesers gegenüber Fade zu wachsen. Auch wenn er ein Killer war, so ein Leid hat niemand nicht verdient; täglich mit dem Tod konfrontiert zu sein.

Dem Opfer Fade steht Strand gegenüber. Ein egoistischer und arroganter Bürohengst, der keine Ahnung von militärischen Einsätzen hat und nur auf seine politische Karriere bedacht ist. Hinzu kommt Matt Egan, ehemaliger Freund von Fade und immer noch von ihm geschätzt.

Als Fade schließlich das SWAT-Team auslöscht, weiß der Leser über seine Fähigkeiten endgültig bescheid.

Auch seine Rachepläne sind ohne Probleme nachvollziehbar. Seine Gegner sollen zwar nicht das durchmachen, was ihm widerfahren ist, dennoch sollen sie wissen, wie es ist, mit dem Tod zu leben.

Dieser Plan, so komisch es auch klingen mag, wird auf eine witzige Art und Weise durchgeführt, bei dem sich der Leser ein hämisches Lächeln nicht verkneifen kann.

Das Verhältnis von Fade zu Karen baut Kyle Mills vorsichtig auf. Er bringt sie nicht auf einen Schlag zusammen, sondern beide kommen sich nur langsam näher.

Zum Schluss hin wird die Geschichte schließlich klar und deutlich und findet ein für alle versöhnliches Ende.

 

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass „Die letzte Mission“ ein guter Thriller ist, der auf jeden Fall für reichlich Lesevergnügen sorgt.

Spannung, Humor, Action. All diese Komponenten sind vertreten.

Die einzige kleine Kritik betrifft den Klapptext. Dort wird von einem beispiellosen Rachefeldzug gesprochen.

Das ist meiner Meinung nach übertrieben. Es handelt sich eben um Rache eines Exsoldaten gegen einen arroganten Karrierist, welcher stellvertretend für die Regierung steht.

 

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Die letzte Mission

Autor: Kyle Mills

Broschiert: 413 Seiten

Verlag: Heyne (Mai 2008)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3453433343

ISBN-13: 978-3453433342

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 28.05.2008, zuletzt aktualisiert: 04.02.2019 15:57