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Die letzte Traumkarawane von David Grund

Reihe: Kleine Iris Band 1

 

Rezension von Frank W. Werneburg

 

Klappentext:

»Iris, das sind ja alles nur schlimme Erinnerungen. Kannst du dich denn an nichts Schönes erinnern?«

Von Geburt an auf der Flucht, kann das zehnjährige Mädchen mit den zwei verschiedenen Augenfarben tatsächlich nur negative Erinnerungen im Gedächtnis behalten, denn sie leidet seit ihrer Geburt an einem einzigartigen Kurzzeitgedächtnis. Sie kann sich an nichts Schönes erinnern. Je schlimmer beziehungsweise trauriger die Erinnerungen sind, desto einprägender. Zudem besitzt die Kleine eine Schwäche für Glücksspiele und aus sonderbaren Gründen kann sie ihr eigenes Gesicht nicht im Spiegel sehen.

Weshalb sie all diese unvorteilhaften Eigenschaften besitzt ist nicht einmal ihr klar. Jedoch behält sie eine Wahrheit für sich - weshalb man weltweit Jagd auf sie macht.

 

Rezension:

Auf der Insel gehen alle einem recht ruhigen Leben nach. Bei einem Unwetter werden ein paar Kinder/Jugendliche jedoch aufs offene Meer gespült. Mit viel Glück können sie sich in ein Boot retten, in dem sie ein kleines Mädchen und dessen im Sterben liegende Mutter vorfinden. Kurz nach der Rückkehr zur Insel stirbt die Frau. Die Eltern eines der Mädchen nehmen die kleine Iris in der Familie auf. Doch schon bald nehmen Entwicklungen ihren Lauf, die alle in Gefahr bringen.

 

In David Grunds Fantasy-Mehrteiler, von dem bisher 2 Bände vorliegen, führt er uns in eine Fantasy-Welt, in der sich die Magie – zumindest bisher – eher unterschwellig zeigt. Welches Geheimnis die junge, erst 10-jährige Protagonistin umgibt, ist bisher nicht wirklich erkenn- und enträtselbar. Trotz des geringen Alters der Protagonistin und ihrer neuen, überwiegend etwas älteren Freunde würde ich dieses Buch allerdings keinesfalls als Jugend- oder gar Kinderbuch ansehen. Beides würde inhaltlich nicht passen. Dem entgegen steht die offizielle Altersempfehlung für Leser zwischen 8 und 12 Jahren. Der weitaus größte Teil der Leser dieses Alters dürfte mit Iris’ Abenteuern völlig überfordert sein.

 

Obwohl die Idee interessant wirkt und auch neugierig auf die Auflösung macht, wirkt die Geschichte leider nicht ganz rund. Das genaue Alter aller anderen jungen Charaktere bleibt leider offen, sodass sich die Verhaltensweisen und ihr Verhältnis zur Titelheldin nicht wirklich einordnen lassen. Auch die Handlungen einiger Charaktere lassen sich mit den gelieferten Informationen nicht nachvollziehen. So fordert die Frau, die das Mädchen bei sich aufnimmt, die anderen Kinder/Jugendlichen beispielsweise auf, die Kleine keinesfalls nach ihrem bisherigen Leben zu befragen. Eine Erklärung für diese in meinen Augen nicht nachvollziehbare Bitte erfolgt nie. An anderer Stelle wird das Wasser, das die Insel vom Festland trennt, als Fluss bezeichnet. Aber ein solcher müsste ja irgendwo entspringen – und die ›Insel‹ wäre demnach gar keine Insel. Später bezweifelt die Protagonistin ohne erkennbaren Grund die Freundschaft der anderen. Als Erklärung bieten sich lediglich die im Klappentext erwähnten Gedächtniseigenarten des Mädchens an, doch werden die im Buch überhaupt nicht thematisiert.

 

Stilistisch gelingt es dem Autor durchaus, seine Geschichte interessant darzubieten, doch unterschlägt er dem Leser zu viele Informationen, um die Handlungen der Beteiligten nachzuvollziehen. Auch die Zielgruppendefinition müsste dringend überdacht werden.

 

Fazit:

Dieses Fantasy-Abenteuer sollte unbedingt überarbeitet werden. Die angegebene Altersempfehlung passt keinesfalls.

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Eure Meinung:

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Buch:

Die letzte Traumkarawane

Reihe: Kleine Iris Band 1

Autor: David Grund

Gebundene Ausgabe, 312 Seiten

Selbstverlag, 2017

Zeichnungen: David Grund

 

ISBN-10: 374482229X

ISBN-13: 978-3744822299

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B0711GF8ZS

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

Weitere Infos:


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Erstellt: 30.10.2019, zuletzt aktualisiert: 05.11.2019 10:36