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Die letzte Wahrheit von Dawn Cook

Reihe: Die Bücher der Wahrheit, Bd. 4

Rezension von Christel Scheja

 

 

Die Tetralogie „Die Bücher der Wahrheit“ findet in „Die letzte Wahrheit“ ihren Abschluss. Viel ist geschehen, seit der Barde Strell und das Bauernmädchen Alissa, eine alte verlassene Festung in den Bergen aufsuchten und herausfanden, dass Magie doch nicht nur in den Märchen vorkommt, sondern Realität ist.

Die Eltern des Mädchens haben für sie lange ein kostbares Geheimnis gehütet, dass sie vor dem abtrünnigen Hüter Bailic beschützen musste. Nachdem er besiegt war, lernte Alissa mehr über die Geheimnisse der Festung und ihrer Bewohner. Und sie machte ebenfalls mit der Hilfe des letzten verbliebenen Meisters Talo Tocean und ihrer eigenen Gaben eine erstaunliche Transformation durch.

Sie wurde selbst zu einer geflügelten Raku – jeder Wesen, die einst die Magie in die Welt brachten. Während sie lernte, mit ihren Kräfte umzugehen, machte sie auch eine Reise in die Vergangenheit, die viel für sie verändern sollte – ohne dass sie es schon merkte.

 

Die Auswirkungen zeigen sich erst jetzt, gut eineinhalb Jahre nach ihrer mystisch-magischen Reise in eine andere Zeit. Alissa ist mittlerweile wesentlich sicherer im Umgang mit ihren Gaben geworden. Und so kann sie seit einiger Zeit auch Traumbilder empfangen, die von einer weit entfernten Insel stammen. Zuerst will sie es gar nicht glauben, dann aber werden die Visionen zur Gewissheit. Ganz offensichtlich sind nicht alle Hüter und Bewahrer der Magie aus der alten Zeit gestorben. Einige haben sich auch in die Abgeschiedenheit eines fernen Eilandes zurück gezogen.

Von einer seltsamen Unruhe getrieben, erzählt Alissa den anderen von ihrer Entdeckung. Gemeinsam mit Strell, Lodesh und Talo-Tocean macht sie sich nun auf, um sich diesen geheimnisvollen Zufluchtsort einmal anzusehen und vielleicht alte Bekannte und Freunde wiederzutreffen, die sie verloren glaubten.

Bereits die Reise über die stürmische See schmiedet die Gefährten noch enger zusammen. Denn auf dem fernen Eiland begegnet Alissa der ehrgeizigen Meisterin Keribdis wieder, die schon vor vielen Jahrhunderten eigene Pläne mit ihr und für normale Menschen wie Strell nicht viel übrig hatte. Und so muss sie sich erneut auf ein gefährliches Machtspiel mit der arroganten Raku einlassen, die nicht gewillt ist, noch einmal einen Fehler zu begehen und dem jungen Mädchen freie Hand zu lassen.

 

Wie auch in den vorhergehenden Bänden konzentriert sich Dawn Cook auf wenige Figuren und einen komplexen magischen Hintergrund, der sich den Helden wie den Lesern nur nach und nach erschließt. Sie klärt die letzten offenen Fragen bezüglich der Zauberkunst der Raku und ihrer Bedeutung für die Menschen und löst auch das inzwischen verwirrend gewordene Beziehungsgeflecht auf.

Erneut zeigen einige der Figuren wieder eine ganz neue und überraschende Seite ihres Ichs zeigen und wissen damit zu überraschen. Durch die vielen kleinen Alltäglichkeiten und die eher zarte und sich langsam weiter entwickelnden Liebesgeschichte und die Rivalitäten unter den Helden entsteht zudem eine stimmige und warmherzige Atmosphäre, die man nur noch selten findet.

Konflikte werden wie auch schon in den vorherigen Bänden eher mit List und Verstand gelöst, weniger mit Gewalt. Das macht den Roman trotzdem nicht langweilig, da genug zwischen den Zeilen passiert – aber Actionfans werden doch eher enttäuscht sein und sollten sich lieber anderen Geschichten zuwenden.

Das Ende ist befriedigend, auch wenn sich die Autorin ein großes Schlupfloch offen lässt, um gegebenenfalls noch einmal auf die Welt zurück zu kehren und etwas über die nächste Generation zu schreiben.

 

Auch „Die letzte Wahrheit“ bietet eine intelligente und stellenweise sehr überraschende Geschichte, auch wenn man merkt, dass langsam die Luft aus der Handlung entweicht. Aber trotz allem hat die Autorin beweisen, dass sie Tiefgang mit einer unterhaltsamen Erzählung verbinden kann.

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Die letzte Wahrheit

Reihe: Die Bücher der Wahrheit, Bd. 4

Autor: Dawn Cook

Original: Lost Truth, USA 2004

Klappbroschur, 476 Seiten

Blanvalet, erschienen Dezember 2008

Übersetzung aus dem Englischen von Katharina Volk

Titelbild von Martha Dahlig

ISBN-10: 3442265797

ISBN-13: 978-3442265794

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 09.01.2009, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 14:35