Kyra Grande verfasste früher Fantasy-Romane unter dem Namen Emilia Cedwig, am bekanntesten dürfte die Talean-Saga sein. Ihr aktuelles Buch Die Magie der alten Zeit ist ein Einzelband, der für sich stehen kann und auch komplett abgeschlossen ist.
Alles beginnt in der abgelegenen Zaubererschule von Atares. Der Waldläufer Roald ist nicht sonderlich begeistert über die verwahrlost wirkenden Besucher, aber der Meister scheint zumindest den Älteren gut zu kennen und erfüllt dessen Bitte.
So wird der junge Varo Rosenherz ebenfalls ein Zauberschüler, auch wenn er in der eigentlichen Magie nicht sonderlich begabt sein mehr, dafür mehr in der Heilkunst und Kräuterkunde. Und er hütet ein Geheimnis, das mit der Zeit immer offenbarer wird.
Anders als die meisten Figuren im Buch wissen die Leser von Anfang an, dass sich hinter Varo nicht nur ein Mädchen verbirgt, sondern auch die letzte Überlebende einer Königsfamilie. Und das sorgt natürlich für eine gewisse Spannung beim Leser, denn natürlich ist klar, dass das irgendwann ans Licht kommt.
Bis es so weit ist, liefert die Autorin eine klassische Geschichte. Natürlich wird Varo erst einmal besonders von einer Gruppe Schüler beharkt, die ihn erst ärgern, dann aber zu besten Freunden werden.
Und mit den Jahren entwickelt sich auch mehr aus allem als man denkt – wenn auch mit kleineren Überraschungen. Denn natürlich kommt auch irgendwann Varos Herkunft zum Tragen und erhöht die Spannung noch ein wenig mehr.
Die Geschichte ist in einem märchenhaft-mittelalterlichen Szenario angesiedelt, das keiner großen Erklärung bedarf. Dafür hat die Autorin mehr Raum für die Charakterentwicklung der wichtigsten Figuren und die Intrigen am Königshof. Aber auch die magischen Geheimnisse kommen nicht zu kurz.
Erfahrene Leser mögen zwar viele Elemente wieder erkennen, aber die Handlung ist nicht immer vorhersehbar. Zudem sind die Figuren sehr liebevoll gestaltet. Gerade jüngere Fantasyfans um die Zwölf können so ihren Spaß haben, denn auch Gewalt und Gefahren sind auf ihre Altersklasse ausgerichtet.
Die Mischung aus Abenteuer und Freundschaft weiß auch zu gefallen. Natürlich darf ein wenig Liebe mitschwingen, aber die ist eher hintenan gestellt und eine nette Dreingabe, die alles am Ende abrundet.