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Die Magie der Erinnerung von Terry Goodkind

Reihe: Das Schwert der Wahrheit Band 9

 

Rezension von Christel Scheja

 

Fünfzehn Bände umfasst der Zyklus um Richard Rahl und das „Schwert der Wahrheit“ bereits, und noch immer ist kein Ende abzusehen, denn die Prophezeiung, in die der „Sucher“ hinein gewachsen ist, hat sich noch immer nicht erfüllt, obwohl er schon ein ganzes Stück weiter gekommen ist.

Um das Gleichgewicht in der Welt wieder her zu stellen und damit die Menschheit zu retten, muss er sich den Mächten des Chaos in einer alles entscheidenden Schlacht stellen. Allerdings versucht man ihn immer wieder davon abzuhalten.

Die Schwestern der Dunkelheit haben ebenso ein Interesse an Richards Untergang wie die Gemeinschaft der Imperialen Ordnung unter ihrem Anführer Jagang, die nach dem Fall Drakhen Rahls einen Feldzug gegen Richard begonnen haben.

 

Doch nun scheint fast alles verloren. In einem Scharmützel mit Soldaten des Imperiums wird Richard Rahl schwer verletzt. Nur die magischen Heilkräfte seiner zauberkundigen Freunde retten ihm das Leben, doch als er wieder zu sich kommt will sich niemand mehr an Kahlan Amnell, die Mutter Konfessor und seine Gemahlin, erinnern. Weder seine Kampfgefährten, noch die ehemaligen Mord-Sith, die er aus ihren grausamen Fesseln der Gewalt befreit hat, auch nicht die zu ihm übergelaufene Hexenmeisterin Nicci.

Richard weiß nicht, was er tun soll, denn die anderen wollen ihm nicht glauben, sondern nehmen lieber an, dass dies ein Wahn ist, den er von der Schwelle des Todes mitgebracht hat. Zunächst kann er den Weg auch nicht weiter verfolgen, denn D’ Hara wird weiterhin von den Schergen der Imperialen Ordnung bedroht.

Richard muss sich mit den anderen dem Kampf stellen, erst als er wieder etwas Luft hat, versucht er heraus zu finden, was geschehen ist, und warum ihm nicht einmal der Prophet Nathan Rahl, die Priorin Ann und der Zauberer Zedd glauben wollen, dass es Kahlan Amnell wirklich gegeben hat. Statt dessen zeigen sie ihm ein Grab, und exhumieren den Sarg. Richard will seine Hoffnung nicht aufgeben. Aus lauter Verzweiflung wendet er sich an die Hexe Shota, doch die verlangt für ihre kryptischen Antworten einen hohen Preis: Das Schwert der Wahrheit.

 

Auch wenn man die Anfänge der Saga kennt ist es nach einer längeren Pause schwer, sich in die Handlung einzufinden, unmöglich dürfte es für Leser sein, die bei diesem Band mit dem Zyklus starten wollen. Terry Goodkind erklärt zwar einiges, aber nicht genug, um einen problemlosen Einstieg zu gewährleisten. Das ist wohl der größte Schwachpunkt des Buches. Ein weiterer ist die dünne, sehr in die Länge gezogene Handlung, die sich zwar ausgiebig mit der Beziehung der Figuren untereinander beschäftigt, aber nicht so wirklich Spannung aufkommen lässt. Wichtige Informationen und interessante Ideen wie etwa im Bereich der Magie gehen in dem ganzen Wust an Dialogen unter, die Helden geraten nie wirklich in Gefahr und meistern bis auf eines jedes Problem ohne sich sonderlich anstrengen zu müssen.

 

Der Zyklus um das „Schwert der Wahrheit“ besitzt zwar interessante Ansätze, gerade was das Thema Magie angeht, aber gerade dieser Band beweist einmal wieder, was die Reihe in die Mittelmäßigkeit zurückdrängt: Verquaste Beziehungskisten und eine mit viel zu lang gezogenen Dialogen gestreckte Handlung lassen so gut wie keine Spannung aufkommen, das wirklich Wichtige geht mehr oder weniger unter.

Die Fortführung der Geschichte ist sicherlich nur noch für hartgesottene Fans interessant, alle anderen können dieses Buch und die Reihe getrost im Regal stehen lassen.

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Eure Meinung:

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triuwhan
Dienstag, 19. September 2006 22:42 Uhr
Hi Ralf. Natürlich ist jedem seine Meinung zu einem Werk gestanden. Die Art der Darstellung von Gewalt ist sicherlich nicht für jeden das richtige. Ich selbst finde sie nicht übertrieben, sondern eher authentisch für die Geschichte. Bin bei meiner Kritik zuerst auf die falsche Darstellung der Fakten eingegangen. Ich denke auch, dass die Kritik nur auf dieses Buch gemünzt ist, obwohl sie nichtsdestotrotz allgemein gehalten ist. Konnte mich nur deshalb mit meiner Kritik nicht zurückhalten, da der Zyklus ansonsten doch eher positiv bewertet wird. Ich stimme dir absolut zu, dass es zunehmend schwierig wird die Spannung über viele Bände zu halten. Grss Triuwhan

Ralf
Mittwoch, 13. September 2006 09:04 Uhr
Die Kritik bezog sich wohl nur auf den aktuellen Band. Auch der Handlungsablauf stellt nicht den des ersten Bandes dar, sondern den von "Die Magie der Erinnerung".

Problematisch für den Autor ist es stets über viele Bände hinweg das Neue einer Idee, die den ersten Band spannend machte, aufrecht zu erhalten.

Mir gefiel die Serie vor allem wegen der übertriebenen Gewaltdarstellung nicht.

Triuwhan
Dienstag, 12. September 2006 19:52 Uhr
Hallo Frau Scheja. Ich bin bei heute zufällig über ihre Rezension über das Schwert der Wahrheit gestossen und ich muss mich doch sehr wundern. Einer Rezensionistin sollte zumindest zugetraut werden, die chronologische Reihenfolge einer Handlung korrekt widerzugeben. Dies gelingt ihnen in ihrem Aufsatz nicht. Hierauf möchte ich kurz erklärend eingehen, damit sie meine Kritik konstruktiv für ihre weitere Arbeit aufnehmen können. Also nach dem Scharmützel gegen die imperialen Truppen und Richards Genesung, begibt dieser sich nach einem Umweg über die Hauptstadt der alten Welt zu Beginn seiner Suche nach Kahlan als allererstes zu der Hexe Shota, um diese um Rat zu fragen. Nachdem diese ihm einige Hinweise gegeben hat, reist er nach Aydindril zu seinem Großvater Zedd, um dessen Rat einzuholen. Eine kurze Zeit später treffen Ann und Nathan Rahl ein. Durch Anns Tagebuch, erfährt Richard von Verna, wie es zur Zeit an der Schlachtlinie gegen die imperiale Ordnung steht und das seine Hilfe dort benötigt wird. Sviel zunächst zur Handlung. Des Weiteren hat mich ihre Kritik an dem Werk doch über die Maßen hinaus erstaunt. Zunächst zu ihrer Behauptung, dass die Hauptfiguren, jede Bedrohung relativ leicht abwenden. Dem kann ich nur entnehmen, dass sie leider nicht den Zyklus gelesen haben. Es gibt eine Unzahl an Situationen und gefahren, bei denen der Leser selbst nicht mehr an den Erfolg der Helden geglaubt hat. Im aktuellen Buch erfolgen mehrfach Angriffe der Blutbestie, von denen jede um ein Haar Richard Rahl das Leben gekostet hätte. Ich könnte auch noch ein paar der Hindernisse aufzähle, die Richard in den vorherigen Büchern überstehen müsste, aber ihre Rezension bezieht sich hauptsächlich auf das aktuellste Buch, wenn auch die Kritik allgemein gehalten ist. Verquaste Beziehungskisten ist wohl kaum der richtige Ausdruck um die komplizierten zwischenmenschlichen Beziehungen der einzelnen Charaktere unterienander wiederzugeben. Der Autor schafft es über den Zyklus hinweg einzigartige Beziehungen zwischen den einzelnen Charakteren zu erschaffen, die wohl von solcher Vielfalt und Intensität sind, die meiner Meinung nach ihres gleichen sucht. Zuletzt möchte ich auf ihren Kritikpunkt, der Dialoge und Magie eingehen. Mir ist es neu, dass Bücher durch ausführliche Dialoge an Qualität verlieren. Zu ihrem Urteil: "Interessante Ansätze, gerade was das Thema Magie angeht...". Dieser Zyklus ist das ultimative Werk der Magie. Es gibt sonst kaum etwas vergleichbares in der Literatur, wo die Magie so detailliert dargestellt wird. Der Autor erzeugt beim Leser den Eindruck, dass die Magie von rationalen Gesetzmäßigkeiten beherrscht, gleich einer empierischen Wissen schaft. Über den Zyklus hinweg hat es der Autor geschafft, dem Leser die Magie in den verschiedensten Formen nicht nur optisch sondern auch mit Erklärungen darzustellen. Sodass, die Anwendung von Magie eines Zauberkundingen nicht mehr länger ein für den Leser unbekanntes Terrain ist. Vielmehr besitzt jeder Leser dieses Zyklus nachher umfassende Kenntnisse über Magie und deren Grenzen und vorallem den Grenzen der einzelnen Zauberkundigen. Nur ein Beispiel: Zedd als oberster Zauberer ist wahrscheinlich der Magieexperte auf dem Gebiet der additiven Magie, allerdings fällt es ihm trotz seiner ausgeprägten Fähigkeiten schwer Zauberkundige, die über beide Seiten der Magie gebieten, in ihre Schranken zu weisen (z. B. Schwestern der Finsternis). Ich empfehle für die Zukunft die Bücher zu lesen. Mit freundlichen Grüssen, ihr Triuwhan

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Buch:

Die Magie der Erinnerung

Reihe: Das Schwert der Wahrheit Band 5

Original: Chainfire, 2005

Autor: Terry Goodkind

Taschenbuch, 736 Seiten

Blanvalet, Mai 2006

 

ISBN: 3-442-24233-9

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 17.05.2006, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 14:35