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Die magische Bibliothek von Michael Siefener

Rezension von Guido Latz

 

Auf der Burg von Graf Roderich von Blankenstein soll ein Testament aufgesetzt werden. Der Rechtsanwalt Albert Moll übernimmt den Auftrag und fährt von Köln in die Eifel. Als Liebhaber Phantastischer Literatur kommt er nur zu gerne von der Kanzlei weg, bereits während der Bahnfahrt kümmert er sich lieber um seine Bücher, als um die beruflichen Aspekte der Reise.

Die Tage auf der Burg und im Dorf, das sich in unmittelbarer Nähe befindet, sollen aber schon bald Alberts Leben radikal verändern. Unheimliche Dinge geschehen hier wie dort, Realität und Phantasie verwischen und schon bald interessiert sich Albert nur noch für eins: eine in der Burg versteckte Bibliothek, in der uralte magische Bücher gehütet werden.

 

Michael Siefener gehört seit vielen Jahren zu den besten deutschen Phantastik-Autoren. Zuletzt erschienen mehrere Taschenbücher von ihm bei KBV, die, wie es sich für einen regional orientierten Verlag gehört, in der Eifel spielen. Hier hatte ich immer den Eindruck, als würde Siefener mit angezogener Handbremse schreiben, das war für mich nie der Siefener, den ich kannte und schätzte.

Auch "Die magische Bibliothek", erschienen bei Medusenblut, spielt in der Eifel. Ich war also zunächst skeptisch, wusste nicht, was mich erwarten würde. Ein Roman im Stil seiner KBV-Romane? Oder doch ein Siefener, weit über dem, was andere deutsche Autoren auf dem Phantastik-Sektor schreiben?

Das Fazit vorweg: die Nadel schlägt bis zum Anschlag aus.

Natürlich kommt einem vieles bekannt vor: ein Anwalt, der in die Eifel fährt und dort mit mysteriösen Ereignissen konfrontiert wird. Uralte, magische Bücher. Sich merkwürdig Dorfbewohner, die ein Geheimnis zu hüten scheinen. Das alles ist aber schon fast nebensächlich, auch, dass Siefener besonders zu Beginn seinem Protagnisten Klassiker der Phantastischen Literatur lesen lässt und Parallen zur Handlung zieht (oder auch schon mal nicht).

Entscheidend ist, dass Siefener eine Geschichte erzählt, behutsam beginnt, sich Zeit nimmt für seine Figuren, dann das Tempo dermaßen anzieht dass man als Leser das Buch kaum aus der Hand legen kann (in meinem Fall habe ich den sicher nicht besonders umfangreichen Roman in einer Nacht lesen müssen), sich zum Ende hin fast (mit der Betonung auf fast) überschlägt und die Handlung mit einem Knall zu Ende bringt.

 

"Die magische Bibliothek" ist für mich das erste Highlight das Jahres 2006, ein Schmuckstück, das Michael Siefeners Ausnahmestellung unter den deutschen Autoren der Phantastik ein weiteres Mal untermauert.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Die magische Bibliothek

Autor: Michael Siefener

Taschenbuch, 231 Seiten

Medusenblut, Januar 2006

Cover: Thomas Franke

 

ISBN-10: 3935901097

ISBN-13: 978-3935901093

 

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 03.07.2006, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 14:35