Bei Aberdeen wird ein totes Schaf gefunden. Darüber würde sich kaum jemand aufregen, wenn die Bissspuren nicht eindeutig verraten würden, dass da sicher kein Tier am Werke war, dass man in Schottland vermuten würde. Das weckt das Interesse des Folly, worauf hin ein kombinierter Abteilungs- und Familienausflug ins ferne Schottland organisiert wird. … wo man der Hilfe der hier überhaupt nicht zuständigen Metropolitan Police mit gemischten Gefühlen begegnet.
Erneut sind rund 1½ Jahre seit dem letzten regulären Peter-Grant-Band (Die Silberkammer in der Chancery Lane) vergangen, bis Ben Aaronovitch diesen 10. Band folgen lässt.
Wie bereits im letzten Band der Novellen-Spinoff-Reihe (Eine Nachtigall in New York) experimentiert er auch hier mit der Erzählstruktur. War in letzterer erstmals ein bisher unbekannter Nebencharakter der Ich-Erzähler, lässt er im vorliegenden Buch diese Rolle zwischen Peter Grant und seinem Cousine Abigail wechseln. In den bisherigen 9 Bänden der Hauptreihe nahm ausnahmslos Peter diese Position ein.
Schon beim ›Ausflug‹ nach Aberdeen zieht der Autor mit der anreisenden ›Personalstärke‹ die Skurrilität ins Extreme. Neben Nightingale, Peter, seinem mittlerweile zum Azubi aufgestiegenen Cousine Abigail und dem Gerichtsmediziner Dr. Walid reisen auch Peters Göttinnen-Frau Beverley, die gemeinsamen Zwillingstöchter und Peters Mutter als Babysitter an. Da sie ihren Mann, Peters Vater, nicht allein in London zurücklassen will, kommt der auch mit, und da man den Schottland-Besuch ja nutzen kann, um auch hier etwas bekannter zu werden, nimmt er gleich die anderen Mitglieder seiner Jazzband mit, um hier aufzutreten. Allein das dürfte ausreichen, um mehr als genug Chaos für diesen Band zu garantieren. Aber natürlich bietet auch der Fall wieder massenweise übernatürlich-kriminelle Begegnungen. Alles zusammen ergibt das wieder den aus dieser Reihe gewohnten, so genialen wie skurrilen Urban-Fantasy-Humor Aaronovitchs.
Der Autor wechselt diesmal zwischen den jeweils in der 1. Person erzählten Perspektiven von Peter und Abigail. Erstmals in dieser Reihe habe ich mir diesen Band nicht in Buchform, sondern als Hörbuch zu Gemüte geführt. Dabei werden Peters und Abigails Blickwinkel durch getrennte Sprecher wiedergegeben. Leider ist der Regie offenbar entgangen, dass Abigails Sprecherin, Sarah Dorsel, den Namen Peter immer deutsch ausspricht.