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Die Meister der Am´churi von Sandra Gernt

Rezension von Christel Scheja

 

Nicht alle (homo)erotischen Werke sind allein auf das intime Beisammensein der Protagonisten ausgerichtet, es gibt auch löbliche Ausnahmen, in denen die Handlung ein genau so großes Gewicht bekommt. Sandra Gernt ist eine der Autorinnen, denen das Abenteuer genauso wichtig ist, wie die Romanze.

 

In ihrer Jugend waren Jivvin und Ni’yo Todfeinde, doch inzwischen sind die beiden jungen Männer, die dem Kriegsgott Am’chur dienen, mehr als Freunde. Sie leben mittlerweile am Rande eines Dorfes und genießen ihre Liebe, die ihnen Kraft und Vertrauen gibt, denn die Bewohner der Siedlung halten sich immer noch von dem Halbblut fern. Nur die Liebe gibt Ni’yo die Stärke, die Furcht und Feindseligkeiten zu ignorieren.

Eines Tages werden sie jedoch in den Tempel gerufen und sehen sich nicht nur ihren ehemaligen Feinden, den Schattenelfen, sondern auch den Göttern gegenüber. Auch Ni’yos Schwester ist anwesend.

Die jungen Krieger müssen erfahren, dass eine gefährliche Aufgabe auf sie wartet. Vor allem Ni’yo wird einiges opfern müssen, um das Unheil abzuwenden. Denn die Drachen, die vor Äonen von den Elfen tief unter die Erde in Höhlen gesperrt wurden, drohen auszubrechen. Allein Ni’yo und seiner Schwester wären aufgrund einer Prophezeiung dazu in der Lage, die Siegel zu erneuern. Da die junge Frau aber nicht aus ihren Eiden als Priesterin einer Göttin entlassen wird, fällt das Los auf den Am’churi, der nicht nur seine Bindung zu dem Gott, sondern erst einmal auch seine Liebe aufgeben muss.

Das ist der Auftakt zu einem großen Abenteuer, dass aber nicht nur von Ni’yo, sondern auch von Jivvin alles fordern wird...

 

Nicht nur inhaltlich, auch qualitativ, schließt „Die Meister der Am’churi“ nahtlos an den Vorgänger „Die Ehre der Am’churi“ an. Wieder spinnt Sandra Gernt eine abenteuerliche Geschichte um Götter und Drachen, in der die Protagonisten viele Prüfungen bestehen müssen, um sich selbst zu erkennen.

Dabei geht es nicht um Gut und Böse allein – die Autorin verzichtet bewusst auf Schwarzweiß-Malerei und bewegt sich in den Grauschattierungen. Action bekommt ebenso ihren Raum wie der mystische Hintergrund, der diesmal ein wenig mehr von der Welt verrät und diese lebendiger macht.

Die Figuren sind zwar einfach aber doch sehr interessant gezeichnet. Sie entwickeln sich weiter. Das trifft glücklicherweise auch auf die Beziehungen zu, die nicht auf einem bereits erreichten Status Quo verharren, sondern einiges durchmachen müssen. Wer seine Helden gerne leiden sieht, kommt voll auf seine Kosten.

Natürlich kommt die leidenschaftliche Romantik nicht zu kurz, die erotischen Szenen lesen sich jedoch eher wie eine geschmackvolle Ergänzung, als dass sie sich in den Vordergrund drängen.

Alles in allem ist das Buch flott geschrieben, gibt der Geschichte genau die richtige Länge und stellt auch den Fantasy-Fan zufrieden, wenn er das Abenteuer den Beziehungen vorzieht.

 

Daher lohnt es sich durchaus auch für den Genre-Fan einen Blick in „Die Meister der Am’churi“ zu werfen, vor allem wenn er auch gegen sich entwickelnde Liebesbeziehungen im allgemeinen und Homoerotik im Speziellen nichts einzuwenden hat. Denn in dem Buch gehen Abenteuer und Leidenschaft eine fruchtbare Symbiose miteinander ein.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Die Meister der Am´churi

Autorin: Sandra Gernt

Broschur, 236 Seiten

dead soft, erschienen November 2011

Titelbildgestaltung von M. Hanke

ISBN-10: 3934442838

ISBN-13: 978-3934442832

Erhältlich bei: Amazon

Kindle-Edition

ASIN: B0068TX766

Erhältlich bei: Amazon

 

 

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Erstellt: 03.08.2012, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 14:35