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Die Nacht des Falken von David Gemmell

Reihe: Rigante-Trilogie Bd.2

Rezension von Christel Scheja

 

David Gemmells Romane kommen ohne exotische Fremdrassen und Settings aus. Er benutzt bewusst nah an die Geschichte angelehnte Kulturen, bevorzugt aus dem keltischen oder germanischen Raum während der Antike oder dem Frühmittelalter.

Dazu setzt er Magie recht sparsam ein, im Vordergrund stehen eher abenteuerliche Reisen oder der fast aussichtslose Kampf durch übermächtige Gegner. Da macht auch sein Rigante-Zyklus keine Ausnahme.

"Die Nacht des Falken" ist zwar eine Fortsetzung zu "Die Steinerne Armee", kann aber auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden.

 

Bane ist der Bastardsohn des anerkannten Königs Connavar, der vor fast einer Generation die besser ausgerüstete Armee des Imperiums von Stone mit einer List besiegte. Da seine Zeugung mit einer großen Tragödie verbunden war, will ihn sein Vater nicht anerkennen.

Da die Riganten ihn deshalb auch nicht besonders mögen und aus ihrer Gemeinschaft ausstoßen hat der junge Mann keine besonders gute Meinung über seinen königlichen Vater und verachtet ihn nur noch mehr. Nach dem Tod seiner Mutter verlässt er deshalb, nur begleitet von seinem Freund Banouin die Heimat um anderenorts sein Glück zu machen.

 

In den bereits von Stone besetzten Gebieten der Keltoi scheint Bane genau das bei einem ehemaligen Beamten und seiner Tochter zu finden. Doch dann werden die beiden brutal ermordet und Bane schwer verwundet.

Selbst sein Freund verlässt ihn in dieser schweren Stunde. Doch die Seidhe scheinen noch etwas anderes mit ihm vor zu haben. Die Morrigu rettet Bane und bringt ihn dazu, dem Pfad der Rache zu folgen. Bane wird von dem alten erfahrenen Krieger Rage zu einem Gladiatoren ausgebildet, damit er sich an den Mörder seiner Freunde endlich rächen kann, der ebenfalls aus diesem Milieu stammt.

 

In den folgenden Jahren steigt Bane in verschiedenen Arenen zu einem großen Kämpfer auf und gelangt schließlich in das Herz des Imperiums. Und dort erkennt er, dass all dies nur einem höheren Zweck gedient hat: das Land der Riganten vor einer neuen Invasion zu verteidigen, indem er die Feinde ganz genau kennengelernt hat.

 

Hemmungslos bedient sich Gemmel in der Geschichte. Seine Riganten sind nichts weiter als eine wüste Mischung aus Briten, Kelten und Highlandern, die einen fast aussichtslosen Kampf gegen ein Volk führen, das unverhohlen dem Rom der Kaiserzeit entspricht. Bestechung, Intrigen und die Macht des Schwertes finden ebenso ihren Raum wie ein Kult in dem an das Christentum erkennen kann oder die magischen Fähigkeiten der Helden und Feenwesen keltischer Sagen.

 

Ähnlich wie das Setting ist auch die Handlung zusammen geklaut: viele Helden müssen sich Anerkennung erst erkämpfen und ziehen sich zurück, wenn sie ihre Pflicht erfüllt haben. Rache ist die Triebfeder vieler junger Auserwählter, und wie immer lenkt ein älterer und erfahrenerer Lehrmeister die Kraft in die richtige Richtung.

 

Gemmell weiß gefällig zu schreiben, genügend Spannung und Atmosphäre zu erzeugen. Vor allem Leser, die Action und etwas deutlicher beschriebene Gewalt schätzen und mit Liebe und Beziehungskisten nicht so viel am Hut haben, werden an "Die Nacht des Falken" ihren Spaß haben, denn wie andere Helden Gemmells hat auch Bane mit Frauen nicht so das Glück.

 

Insgesamt bleibt der Roman aber sehr an der Oberfläche, dazu bietet er zu wenige Entwicklungen und Überraschungen. Mehr als gute Unterhaltung für ein paar Stunden sollte man von dem Roman deshalb nicht erwarten.

 

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Buch:

Die Nacht des Falken

Autor: David Gemmell

Broschiert - 647 Seiten - Lübbe

Erscheinungsdatum: November 2005

ISBN: 3404205243

Übersetzung aus dem Englischen von Irmhild Seeland

Titelbild von Geoff Taylor

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 17.01.2006, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 14:35