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Die Nebel von London von Aurora Ainsworth

Rezension von Frank W. Werneburg

 

Klappentext:

London, 1891. Die 17-jährige Rosalind Elmstone, Tochter des legendären Erfinders Professor Elmstone, hat denkbar wenig Interesse an Tanzbällen und schönen Kleidern. Stattdessen hat sie sich der Erfindung der Blitzmaschine verschrieben, einer höchst angezweifelten Apparatur, die die altbewährten Dampfmaschinen ersetzen soll.

Als sie herausfindet, dass ihr Vater von einer geheimnisvollen Organisation entführt wurde, ist sie fest entschlossen ihn zu befreien. Doch ihre Gegner sind mächtig und bedrohen nicht nur das Leben ihres Vaters, sondern auch das Schicksal des gesamten Empires. Schnell rückt sie selbst ins Visier der Entführer. Und ausgerechnet der arrogante Lord Chamberlain, der noch kurz zuvor ihre Erfindungen verhöhnt hat, ist der Einzige, der ihr helfen kann …

 

Rezension:

Am wohlsten fühlt sich die 17-jährige Rosalind in ihrem Labor. Im Gegensatz zu ihrem Vater, der als angesehener Erfinder an der Verbesserung der Dampfmaschine arbeitet, hat sie sich der Elektrizität verschrieben. Da gibt es nur ein paar Probleme: Die angesehene Royal Society sieht auf diesem Gebiet kein Potenzial. Einer Frau ist ohnehin nicht zuzutrauen, irgendwelche sinnvollen Entwicklungen zustandezubringen. Und obendrein tritt Rosalind wirklich seit längeren auf der Stelle, ohne wirklich weiterzukommen. Und dann besteht ihre Gouvernante auch noch darauf, dass sie einen Ball besuchen und sich dazu natürlich elegant herausputzen soll. Sogar einen echten Lord hat die Frau als Rosalinds Begleitung aufgetrieben. Dass dieser sie nur begleitet, um sie zu entführen, kann Rosalind da natürlich noch nicht ahnen. Der ›nette Herr‹ will sie nämlich als Druckmittel gegen ihren ebenfalls entführten Vater benutzen.

 

Aurora Ainsworth siedelt ihren Steampunk-Roman im London des viktorianischen Zeitalters an. Besser gesagt des nicht ganz viktorianischen Zeitalters. Zusätzlich zu den Genre-üblichen Freiheiten hat sie nämlich auch die britische Thronfolge geringfügig ›angepasst‹. Queen Viktoria ist 1891 schon tot und die junge Queen Berenice ihre Nachfolgerin. Die neue Königin tritt aber skandalöser Weise für die Gleichstellung der Frauen ein – was der Protagonistin dieses Buches natürlich sehr gelegen kommt. Wie sie mit interessanten Ideen gegen ihre Entführer kämpft, beschreibt die Autorin durchaus humorvoll. Dass sich die Heldin dabei natürlich nicht immer ladylike verhält, versteht sich wohl von selbst. Die sich unterschwellig anbahnende Romanze zu einem anderen Lord, der ihre wissenschaftlichen Versuche für lächerlich hält, bleibt dabei erfreulich dezent im Hintergrund des Geschehens.

Was am Ende leider offenbleibt, ist die Frage, ob ihre Gouvernante – wie Rosalind vermutet – von den Entführungsplänen ihres Begleiters wusste.

 

Der Stil des aus der Sicht eines auktorialen Erzählers geschriebenen Steampunk-Abenteuers ist der Autorin gut gelungen. Der Roman weist ein Ende auf, mit dem er ohne Fortsetzung ›lebensfähig‹ ist, das eine solche aber doch ermöglicht. Ich würde mich jedenfalls über weitere Abenteuer Rosalinds freuen.

 

Fazit:

Dieses Steampunk-Abenteuer geht die relativ Genre-typische Handlung von einer ungewohnten Seite an.

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Eure Meinung:

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eBook:

Die Nebel von London

Autorin: Aurora Ainsworth

Dateigröße: 1341 KB, ca. 146 Seiten

Selbstverlag, 13. Juni 2019

 

Kindle-ASIN: B07T5WW6TQ

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

Weitere Infos:


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Erstellt: 02.08.2019, zuletzt aktualisiert: 02.08.2019 12:28