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Die neue Welt von Michael A. Stackpole

Reihe: Age of Discovery Trilogie Bd. 3

Rezension von Christian Endres

 

Michael A. Stackpole, der sich seine Sporen mit Star Wars, Battletech, Shadowrun, seiner über weite Strecken brillanten Düsterer Ruhm-Saga sowie diversen großartigen Einzelromanen (»Der Weg des Richters«, »Silberaugen«) inzwischen hinlänglich verdient hat, legt mit »Die Neue Welt« den Abschlussband seiner aktuellen Fantasy-Trilogie Age of Discovery vor, der nun bei Heyne im schmucken Paperback erschienen ist. Darin folgt Stackpole den Fußstapfen von Dave Eddings und vermischt Menschlichkeit und Göttlichkeit in seinem fantastisch-pseudohistorischen Setting zwischen dem alten China, mächtiger Magie und intriganter Politik zwischen Himmel, Erde und Hölle.

 

In »Die Neue Welt« kann Michael Stackpole eigentlich aus den Vollen schöpfen: Seine Figuren sind allesamt längst in Position, seine politischen und esoterischen Spielchen am Königshof und in den Götterpalästen nähern sich ihrem Scheitelpunkt: Nun kann’s krachen und rauchen zum Finale! Aber wie schon in den ersten beiden Teilen, wirkt das Ganze wieder recht behäbig und träge, verstrickt sich Stackpole wieder in seiner eigenen Epik. Dabei kann Stackpole göttliche Action-Szenarien umsetzen, ebenso knackige Dialoge und tolle höfische Intrigenspielchen - das hat er inzwischen oft genug bewiesen. Wieso zündet das dann aber zum Abschluss seiner neuesten Fantasy-Saga nicht und plätschert wieder eher so vor sich hin?

 

Nun, vielleicht liegt es daran, dass der Output an mehrbändigen Werken heute einfach so groß ist und Stackpoles Atlas-Trilogie im Gesamtfeld einfach ein Stück weit untergegangen ist - denn ganz ehrlich, ein wenig beliebig und austauschbar ist das Ganze teilweise schon. Anders als in Düsterer Ruhm fehlt hier die Figur, an die man sein Herz verschenkt, fehlt der Charakter, den man hasst, der einen fasziniert oder dessen Geheimnisse man ergründen möchte. Seit dem ersten Band plätschert die Handlung fröhlich vor sich hin, ist die Trilogie eine unter vielen, weist viel zu wenige Glanzlichter auf. Fantasy-Trilogien stehen bei den Verlagen aktuell mal wieder hoch im Kurst - kein Wunder, hat gerade die Fantasy doch einige ihrer umsatzstärksten Meilensteine in Trilogie-Form serviert bekommen: Tolkiens Herr der Ringe zu Anbeginn des europäischen Fantasy-Booms, Robin Hobbs erste (!) Weitseher-Bände Mitte der 1990er, zuletzt die gerade erst verfilmte Kompass-Trilogie von Philip Pullman. Das waren markige Dreiteiler, ab und an sogar archetypische Evergreens des Genres. Aber Stackpoles Trilogie? Handwerklich gut gemacht und flüssig zu lesen ist sie ohne Frage - aber eben auch arg beliebig und austauschbar.

 

In Ansätzen ist das auch zum Abschluss richtig gut, die Dialoge knackig, Stackpoles Können definitiv zu erahnen, die Ideen nett, die Charaktere griffig - aber alles in allem bleibt der US-Autor auch zum Finale doch ein gutes Stück hinter seinen Möglichkeiten zurück. Leider.

 

 

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Buch:

Die neue Welt

Reihe: Age of Discovery Bd. 3

Autor: Michael A. Stackpole

Paperback, 624 Seiten

Heyne, April 2008

ISBN: 3453524519

Erhältlich bei: Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 08.05.2008, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 14:35