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Die Novizin des Todes von Robin LaFevers

Reihe: Grave Mercy, Band 1

Rezension von Christel Scheja

 

Die heute in Südkalifornien lebende Robin LaFevers wuchs mit vielen romantischen Geschichten auf, die auch düstere Züge besaßen. Aus diesem Grund widmet sich auch „Die Novizin des Todes“, der erste Band ihrer „Grave Mercy“-Trilogie der Liebe und dem Tod. Sie entführt dabei in die von Mythen erfüllte Bretagne des fünfzehnten Jahrhunderts.

 

Ismae ist erst siebzehn, blickt aber auf ein schweres Leben zurück. Ihre Mutter hat schon versucht, sie als Ungeborene loszuwerden, indem sie Gift nahm. Das hat Spuren auf dem Körper hinterlassen, der Ismae den Spott und Abscheu der Dorfbewohner einbrachte. Und nun versucht ihr Vater auch noch sie an einen Schweinebauern zu verheiraten.

Doch die Hochzeitsnacht endet nicht nur in einem Desaster und kostet ihr fast das Leben, sie bringt auch eine Wende im Leben des Mädchens. Denn diese wird in ein abgelegenes Kloster gebracht, dessen Nonnen sich einem ganz besonderen Heiligen verschworen haben. Sie dienen Mortain, dem Schutzpatron und Gott des Todes und erfüllen seinen Willen.

Ismae wird von ihnen gesundgepflegt und ausgebildet. Schon vier Jahre später ist sie eine erfolgreiche Assassine und hat mehrere Männer auf dem Gewissen, die alle mit dem Mal des Gottes gezeichnet waren.

Nun aber erwartet sie die erste ernsthafte Bewährungsprobe. Sie wird an den Hof von Anne, der Herzogin der Bretagne, geschickt und soll nicht nur ein Auge auf die junge Frau haben, sondern auch die Heiratskandidaten aus dem Weg schaffen, die für das Land nicht gerade gut sind. Allerdings ahnt sie nicht, wie schwer die Probe sein wird, denn ausgerechnet derjenige, der durch ihre Hand sterben soll, hat in der Zwischenzeit ihr Herz gewonnen.

 

„Grave Mercy – Die Novizin des Todes“ ist ein intrigenreiches Fantasy-Abenteuer vor historischer Kulisse, auch wenn sich die Autorin einige Freiheiten erlaubt. Aber sie schafft es eine passende spätmittelalterliche Atmosphäre zu erzeugen und alte heidnische Mythen gekonnt mit dem christlichen Glauben zu verbinden und auch die wenigen magischen Elemente geschickt mit einzubinden.

Bis auf die Heldin bleiben die Figuren allerdings eher oberflächlich und blass, heben sich nur mit wenigen Charakterzügen aus der Masse und erhalten meist archetypische Züge. Zwar stellt die Autorin Ismae als stark und selbstbewusst heraus, ordnet die Figur dann aber auch den romantischen Entwicklungen unter.

Trotz einiger grausamer Szenen bleibt das Buch jugendfrei und stellt die zwischenmenschlichen Beziehungen in das Mittelpunkt des Interesses, nicht irgendwelche Kämpfe oder Intrigenspiele. Diese werden zwar sinnvoll eingesetzt, wirken aber nicht sonderlich komplex oder actionreich. Man merkt so durchaus, dass die Autorin die Romantik in den Mittelpunkt stellt, auch wenn es zunächst nicht so scheint. Immerhin ist schon früh klar, wer Ismaes Gefühle für sich wecken und ihre seelischen Wunden heilen kann.

Alles in allem werden sich vermutlich vor allem Leserinnen angesprochen fühlen, die zwar einerseits Abenteuer mit starken Frauenfiguren mögen, andererseits aber auch nicht zu der Liebe nein sagen können.

Da sie aber auch dem Hintergrund und der Spannung genug Raum gibt, wird auch der Genrefan nicht all zu sehr enttäuscht sind, auch wenn er keine komplexe Geschichte erwarten sollte.

 

Alles in allem ist „Die Novizin des Todes“, der erste Band von „Grave Mercy“ eine spannende Geschichte aus dem Mittelalter mit einem guten Schuss an Mythen und Magie, die aber auch die Romantik nicht zu kurz kommen lässt. Vor allem junge Frauen, die auch das Abenteuer lieben, werden nicht zu kurz kommen.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Die Novizin des Todes

Reihe: Grave Mercy, Band 1

Autorin: Robin LaFevers

Original: His Fair Assassin (Grave Mercy), USA 2011

Taschenbuch, 542 Seiten

cbj, September 2012

Übersetzerin: Michaela Link

Umschlagfoto: Richard Jenkins

 

ISBN-10: 3570401561

ISBN-13: 978-3570401569

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B008O8TJ48

 

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 22.05.2013, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 10:59