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Die Patrizier & Händler Box (PC)

Rezension von Ingo Gatzer

 

Rezension:

"Die Patrizier & Händler Box" ist eine dreiteilige Spielesammlung älterer Games betitelt, die nun vom Publisher "Kalypso Media" zum "Nice Price" angeboten wird. Im einzelnen handelt es sich um die Spiele "Patrizier II Gold", "Vermeer 2" sowie "Dark Star One". Alle drei Exemplare stammen von der bis April 2009 tätigen Softwareschmiede "Ascaron", die bekannte Spiele wie etwa die Anstoss- und Sacred-Reihe programmiert hat.

 

"Patrizier II Gold" ist eine Weiterentwicklung des bereits im November 2000 erschienen "Patrizier II". In diesem Spiel, das im 13. Jahrhundert angesiedelt ist, treiben ein oder mehrere Spieler im Nord- und Ostseeraum - primär mittels Schiffen - Handel. Dabei ist es wichtig Waren dort einzukaufen oder mittels eigener Gebäude zu produzieren, wo dieses billig möglich ist, um sie dann in anderen Städten mit Gewinn zu verkaufen. Doch auf dem Meer lauern Piraten.

 

Ascaron ist mit "Patrizier II Gold" eine komplexe Wirtschaftssimulation gelungen, die obwohl sie bereits einige Jahre alt ist, überhaupt nicht angestaubt wirkt. Die Grafik ist zwar für heutige Verhältnisse nicht berauschend und der Sound nicht überragend. Jedoch trägt beides zu einem ansprechenden Spielerlebnis bei. Das Gameplay ist angenehm komplex, weil sich die Möglichkeiten des Spielers stetig erweitern. Zunächst besitzt man nur ein Schiff und sucht für die in der Heimatstadt billig angebotenen Waren, das beste Ziel. Doch schon bald kann man selbst Waren produzieren, weitere Schiffe erwerben und mit gestiegenem gesellschaftlichen Status lukrative Warentermingeschäfte übernehmen. Schafft man den Aufstieg bis in das Bürgermeisteramt, sind die zu treffenden Entscheidungen dann mehr politisch-strategischer Natur. Am Ende kann man gar das höchste Amt der Hanse bekleiden. Die Handelssimulationen gefällt besonders im Mehrspielermodus und sorgt durch die steigende Komplexität für langanhaltende Motivation. Die wichtigsten Zusammenhänge werden durch ein gut gemachtes Tutorial veranschaulicht. Allerdings hätte das Bedienkonzept etwas übersichtlicher ausfallen dürfen. So muss man in den Städten die Karten immer wieder nach den verschiedenen Gebäuden absuchen und diese dann anklicken, wenn man bestimmte Aktionen durchführen will. Hier wäre - zumindest additiv - ein Dropdown-Menü effektiver gewesen.

 

"Vermeer 2" ist ein Strategiespiel, das in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts spielt und bereits im September 2004 publiziert wurde. Ziel ist es, eine gestohlene Gemäldesammlung auf Auktionen zurück zu erwerben bzw. ein möglichst großes Vermögen zu erlangen. Dafür können überall auf der Welt Kakao-, Kaffee-, Tee- oder Tabakplantagen errichtet werden. Durch den Verkauf der Produkte auf Märkten in London oder New York sowie durch Warentermingeschäfte können satte Gewinne erzielt werden. Zudem kann Geld etwa durch Pferderennen oder Expeditionen erlangt machen. Setzt der Spieler Teile seines Vermögens zum Ersteigern von Bildern ein, ist Vorsicht geboten, denn es kommen auch gefälschte Bilder unter den Hammer.

 

"Vermeer 2" merkt man das Alter von über fünf Jahren an. Es ist einfach nicht komplex genug und bietet anders als das erste Spiel der Sammlung zu wenige echte Optionen um langfristig zu fesseln. Am ehesten kann es noch im Mehrspielermodus gefallen. Die Grafik der einzelnen Orte und der swingende Sound sind ganz nett ausgefallen. Dafür ist die Übersichtskarte recht einfach gehalten. Unvorhersehbare Ereignisse verändern zwar jeweils den Spielverlauf, machen aber "Vermeer 2" zu stark zu einem Glücksspiel. Irgendwann verwaltet man nur noch seine Plantagen und reist dazwischen von Auktion zu Auktion. Ein nettes Extra für Geschichtsliebhaber sind die historischen Ereignisse, die mit dem Erreichen des jeweiligen Datums angezeigt werden. Dafür gibt es allerdings kein hilfreiches Tutorial, was sich angesichts des niedrigen Komplexitätsgrades aber weit gehend erübrigt.

 

"Dark Star One" ist mit einem Alter von rund dreieinhalb Jahren das jüngste der drei Games. Der Spieler schlüpft bei diesem Science-Fiction-Spiel, welches vom Spielprinzip an "Elite", "Privateer" oder "Freelancer" erinnert, in die Rolle des Piloten Kayron, der von seinem verstorbenen Vater das Raumschiff "Deep Star One" geerbt hat. Dem Spieler steht es frei, sein Geld als Händler, Söldner, Kopfgeldjäger oder Pirat zu verdienen.

 

Bei dieser Mischung aus Actionspiel und Handelssimulation mit Rollenspielelementen erkennt man an vielen Stellen Anleihen bei den oben aufgezählten Meilensteinen des Genres. Dennoch kann das Spiel nicht zuletzt wegen der ansprechenden Storyline und den Hauptmissionen gefallen. Diese und die Möglichkeit des eigene Schiff durch das Finden von Artefakten auszurüsten sorgt auch für längerfristige Motivation. Grafik und Animation sind gerade bei den Zwischensequenzen gut. Allerdings wäre gerade beim Design der Raumstationen und -Schiffe mehr Abwechslung wünschenswert gewesen. Was dem Spiel aber hauptsächlich fehlt ist eine Mehrspieleroption. Trotzdem ist "Dark Star One" ein interessante Alternative für alle, welche etwa die viel zu kurze Storyline von "Freelancer" schon lange durchgezockt haben. Genre-Neulingen werden zu Recht bemängeln, dass das Tutorial keine ausreichende Vorbereitung darstellt.

 

Gerade wegen "Patrizier II Gold" bzw. "Dark Star One" ist "Die Patrizier & Händler Box" ein interessantes Angebot für die Anhänger von Handelssimulationen mit Strategie- bzw. Actionelementen. Natürlich sind die Spiele technisch nicht mehr ganz auf dem neuesten Stand. Angesichts des günstigen Preises und des gelungenen Gameplay, das für langfristige Motivation sorgen sollte, ist das aber zu verschmerzen.

 

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PC-Spiele:

Die Patrizier & Händler Box

Genre: Spielesammlung

Plattform: PC (Windows XP und Vista)

USK-Einstufung: ab 12 Jahren freigegeben

Publisher/Entwickler: Kalypso Media / Ascaron

Erscheinungsdatum: 15. September 2009

ASIN: B002KC92ZK

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 25.11.2009, zuletzt aktualisiert: 10.05.2019 10:50