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Die Pferdelords und das Volk der Lederschwingen von Michael H. Schenk

Reihe: Die Pferdelords Bd. 8

Rezension von Christel Scheja

 

Pünktlich zum Jahresende ist mit „Die Pferdelords und das Volk der Lederschwingen“ der achte Band der Reihe um die Pferdelords erschienen. Nur noch vier Romane trennen die auf zwölf Bücher konzipierte Reihe vom Ende und das merkt man auch. Langsam aber sicher wird deutlich, dass der dunkle Lord seine Legionen rüstet, um gegen die freien Völker los zu schlagen, nun da das hohe Volk der Elfen das Land verlassen und sich an friedvollere Gestade zurückgezogen hat.

 

Das Volk, das nun die Fäden in den Händen hält und wachsam die Grenzen zu den dunklen Landen bewacht sind die Pferdelords. Die tapferen Männer und Frauen haben in den letzen Monaten selbst einiges durchgemacht, denn Garwin, der Sohn ihres verstorbenen Fürsten hat sich als Feigling, Verräter und Schwächling erwiesen und das Reich in Gefahr gebracht. Aus diesem Grund haben sie ihn vertrieben und seine Mutter zur neuen Fürstin gemacht. Denn der Kandidat, den die meisten Pferdefürsten im Auge hatten, hat sich in seiner Bescheidenheit noch verweigert. Nedeam genügt es weiterhin nur der erste Schwertmann der Mark zu sein und die Krieger in den Kampf zu führen.

Immerhin hat sich eines für ihn erfüllt – er ist nun mit der Elfin Llaranya vermählt. Sie hat sich dazu entschieden, nicht mit ihrem Volk zu gehen. An ihrer Seite bleiben noch zwei andere des langlebigen Volkes, ein Geschwisterpaar, das längst zu Freunden der Pferdelords geworden ist.

Auch wenn im Moment Frieden herrscht, ahnen Nedeam und die anderen doch, das dieser nur von kurzer Dauer sein könnte, denn Garwin haben gar nicht so wenige Pferdelords mit ihren Familien angeschlossen und es ist ungewiss, wo er sich versteckt hat, und was er als nächstes plant. Zudem kündigt sich ein besonders harter und kalter Winter an, der nichts Gutes verheißt. Denn die „Weißen Sümpfe“, die die Marken vom Herrschaftsbereich des dunklen Lords trennen, frieren zu. So ist den Legionen der Orks, die dahinter auf eine Chance zum Angriff warten nun Tür und Tor geöffnet.

Derweil gerät tief im Süden das Volk der Lederschwingen in Bedrängnis. Denn der Gelbstein, der die großen Geschöpfe erst fliegen lässt droht zur Neige zu gehen. So macht sich der unerfahrene Reiter Anschudar zusammen mit seiner jungen Lederschwinge Showa auf den Weg, um neue Vorkommen zu finden. Und diese gibt es ausgerechnet dort, wo sich zwei Völker auf eine große Schlacht vorbereiten.

 

Auch die Wesen, auf denen die „Nazgul“ in den „Herrn der Ringe“-Filmen ritten, finden nun ihren Eingang in die Saga um die Pferdelords. Zumindest drängt sich einem die Vorstellung auf, wenn man die Beschreibungen der Wesen liest. Aber damit hören die Ähnlichkeiten schon auf. Während sich der Autor gerne gewisser äußerlicher Details bedient, um in den Köpfen seiner Leser Assiziationen zu erwecken und nicht viel beschreiben zu müssen, hat er sich innerlich schon lange von Tolkiens Epos gelöst. Zwar steuert auch hier alles auf den Konflikt zwischen Gut und Böse hinaus, aber anders, als man es erwartet hat. Die Geschichte wird jedenfalls passend weitergesponnen. Nedeam und seine elfische Frau haben ihre ersten ehelichen Auseinandersetzungen, weil sie nicht brav zu Hause sitzen, sondern ihn begleiten möchte, Garwin spinnt weiterhin seine Ränke um den Rivalen auszuschalten, den er für seinen Fall verantwortlich macht und zwei Orks pflegen munter weiter ihre Feindschaft. Dazu kommt ein neues Volk, mit dem es allerdings erst zum Ende des Buches hin Kontakt gibt. Bis dahin verlaufen die Handlungsstränge weitestgehend unabhängig und sind nur durch den gemeinsamen Feind verbunden.

Alles in allem präsentiert Michael H. Schenk auch diesmal wieder einen soliden Abenteuerroman, wenngleich dieser auch diesmal nicht ganz so spannend ist wie die Vorgänger. Des die Handlung verläuft zu geradlinig und vorhersehbar, Spannungen werden zu schnell geschlichtet und gerade im Mittelteil zieht sich die Geschichte etwas zu sehr hin.

Ansonsten sollte man die Reihe wirklich kennen, da die Figuren und ihre Beziehungen als bekannt vorausgesetzt werden.

 

Alles in allem fällt „Die Pferdelords und das Volk der Lederschwingen“ vielleicht inhaltlich etwas gegenüber seinen Vorgängern ab, bietet aber wie diese insgesamt doch ein atmosphärisch stimmiges Abenteuer vor gut ausgearbeiteter Kulisse.

 

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Die Pferdelords und das Volk der Lederschwingen

Reihe :Die Pferdelords Bd. 8

Autor: Michael H. Schenk

broschiert, 474 Seiten

Mira, Hamburg, erschienen Dezember 2009

Titelbildgestaltung sowie Illustrationen und Karten von pecher und soiron, Alexander Jung

ISBN-10: 3899416724

ISBN-13: 978-3899416725

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 14.02.2010, zuletzt aktualisiert: 02.08.2019 12:28