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Die Pferdelords und der Sturm der Orks von Michael H. Schenk

Reihe: Die Pferdelords Bd. 2

Rezension von Christel Scheja

 

Die Verfilmung von Tolkiens „Herr der Ringe“-Trilogie hat der Fantasy zwar neuen Schwung gegeben, aber ob sie sich dabei immer in die beste Richtung entwickelt hat, steht auf einem anderen Blatt. Seit mehr als fünf Jahren überschwemmen Werke den deutschen Markt, die sich mehr oder minder direkt an den Klassiker anlehnen, mal recht frech adaptieren, oder sich zumindest stark an dessen Archetypen anlehnen.

„Die Pferdelords und der Sturm der Orks“ gehört jedenfalls zu den Werken, die sich ungeniert der Filme bedienen und durch leicht erkennbare Handlungselemente und Beschreibungen die Bilder der Filme heraufbeschwören.

 

Nur die langlebigen Elfen spüren, dass sich das Böse wieder rührt und im Begriff ist, in die Welt zurück zu kehren. Deshalb senden sie ihre jüngsten Angehörigen aus, um die Menschen zu warnen und den alten Bund mit ihnen zu erneuern. Denn nur gemeinsam können sie die Dunkelheit besiegen. Doch das ist ein schwieriges Unterfangen, denn die Sterblichen sind sogar untereinander ziemlich zerstritten.

Und vielleicht ist es dazu schon zu spät. Die Reiter der Pferdelords entdecken an den Grenzen ihres Landes Spuren einer Invasion. Tote werden schrecklich verstümmelt aufgefunden, und schon bald berichten völlig entsetzte Flüchtlinge von Überfällen der Orks auf ihre einsamen Gehöfte. Schnell wird den Pferdelords klar, dass dies nicht nur gelegentliche Raubzüge sind. Eine Invasion hat begonnen...

Nun ist es auch an der Zeit nicht länger alten Groll regieren zu lassen. Garodem, der Fürst der Hochmark hatte sich eigentlich von seinem König abgewandt, aber nun sammelt er seine Krieger und Reiter um sich, um diesem beizustehen. Der Kampf kostet nur viele Leben und bringt Leid in die Familien, wie auch der junge Nedeam zu spüren bekommt. Durch den Tod seines Vaters wird der Zwölfjährige über Nacht erwachsen und lernt sich zu bewähren.

Denn auch wenn sich ihnen Elfen anschließen reichen die Kräfte bei weitem nicht aus, um den Sturm aufzuhalten.

Schließlich werden die Kämpfer und Flüchtlinge in der Burg Eternas eingekesselt. Mit Mühe und Not halten sie der Belagerung stand, nicht ahnend, dass Verrat in ihrer Mitte lauert...

 

Schon die kurze Zusammenfassung des Inhalts dürfte in vielen die Erinnerung an „Die zwei Türme“ den zweiten Film der Saga, wecken. Die Pferdelords erinnern nicht von ungefähr kulturell an die „Reiter von Rohan“, der Autor hat sich nicht einmal die Mühe gemacht, das zu verschleiern. Ein weißer Zauberer lebt in einem Turm am Rande des Herrschaftsgebietes der Pferdelords und scheint sich vom Guten abgewandt zu haben, ganz offensichtlich steuert er die monströsen Orks, die in das Land einfallen. Und am Ende müssen sich die Überlebenden in die Horn... pardon die Burg Eternas zurückziehen.

Es bleibt dem Leser überlassen, was er davon halten möchte. Für den ein oder anderen ist das sicher eine praktische Hilfe, um sich das Szenario vorstellen zu können, für den anderen zu viel was übernommen wurde.

Der Autor versucht zwar immer wieder eigenständige Handlungselemente einzubringen und die bekannten Muster zu variieren, was aber in der Geschichte teilweise sehr untergeht. Auch die Figuren sind noch nicht sonderlich ausgereift und lassen ein wenig an Tiefgang vermissen. Selbst Nedeam, die Hauptfigur, bleibt sehr oberflächlich und ist wie die anderen auf wenige markante Charaktereigenschaften reduziert. Trotz der Konflikte entwickelt er sich nicht sonderlich. Michael H. Schenk legt insgesamt noch zu viel Wert auf das Drumherum, setzt vor allem auf plakative Action und ausführliche Beschreibungen, die stilistisch allerdings nicht immer gelungen sind.

Seine Wortwahl wirkt noch etwas holprig und ungelenk, wörtliche und inhaltliche Wiederholungen sind an der Tagesordnung. Eine sorgfältiges Lektorat mit einer Straffung des Textes hätte sicherlich Wunder gewirkt.

 

„Die Pferdelords und der Sturm der Orks“ dürfte vor allem jüngere Leser und Fans der „Herr der Ringe“ Filme ansprechen, die gerne noch einmal die Bilder in ihrem Kopf herauf beschwören möchten und denen es nichts ausmacht, dass der Roman nicht gerade eigenständig ist.

Er bietet solide und actionreiche Unterhaltung mit einer geradlinigen Handlung ohne große Überraschungen, archetypischen Figuren ohne einprägsame Persönlichkeit und sehr vielen oberflächlichen Beschreibungen. Wer einen höheren Anspruch an seine Lektüre hat, könnte also ziemlich enttäuscht werden.

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Die Pferdelords und der Sturm der Orks

Reihe :Die Pferdelords Bd. 1

Autor: Michael H. Schenk

broschiert, 624 Seiten

Mira, Hamburg, erschienen September 2006

Titelbildgestaltung sowie Illustrationen und Karten von pecher und soiron, Alexander Jung

ISBN-10: 3899413563

ISBN-13: 978-3899413564

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 25.07.2008, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 14:35