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Die Pferdelords und die Kristallstadt der Zwerge von Michael H. Schenk

Reihe: Die Pferdelords Bd. 2

Rezension von Christel Scheja

 

Gerade in Deutschland hat die Verfilmung von Tolkiens „Herr der Ringe“-Trilogie eine Welle von High-Fantasy-Romanen los getreten, die sich mehr oder minder deutlich an die Adaption des Klassikers anlehnen, ihn mal recht frech adaptieren, oder sich zumindest stark an dessen Archetypen, Völker oder Hintergründe anlehnen.

Auch „Die Pferdelords und die Kristallstadt der Zwerge“ schwimmt auf dieser Welle mit. Anders als „Die Pferdelords und der Sturm der Orks“, zeigt der zweite Band der Reihe wesentlich mehr Eigenständigkeit und gibt der epischen Hintergrundgeschichte eine etwas andere Wendung.

 

Drei Jahre sind nach dem Einfall der Orks in die Heimat der Pferdelords vergangen. Auch wenn die meisten Schäden beseitigt wurden, so sind Narben auf den Körpern und in den Seelen der Menschen zurück geblieben. Und man ist wachsamer als je zuvor. Nicht noch einmal sollen die Rund- und Spitzohren es wagen in die Hochmark einzudringen, und die Menschen so zu bedrängen. Denn zuletzt drohte sogar die uneinnehmbar scheinende Festung Eternas zu fallen.

Dennoch genießt Fürst Garodem, dem es gelang, die Clans zu einen und ein Bund mit den Elben zu schließen, ein wenig Glück, denn seine geliebte Frau Larwyn hat ihm einen Erben geschickt. Die Grenzen sind friedlich, und es kam seit dem Rückschlag der Orks zu keinen Überfällen mehr, aber dennoch lässt er die Grenzen verschärft bewachen, weil er dunkle Vorahnungen hat.

Und diese werden bestätigt, als eine Grenzpatrouille einen schwer verletzten Fremden nach Eternas bringen. Der kleinwüchsige Mann ist kein anderer als Balruk, der König der grünen Kristallstadt der Zwerge. Er hat düstere Botschaften für die Pferdelords. Die Orks haben die Heimat der Zwerge überrannt und erobert. Nun zwingen sie die Überlebenden für sie zu arbeiten, indem sie deren Nachkommen als Geiseln halten.

Garodem weiß, dass dies nur eine Laune der Bestien ist, die einen höheren Zweck verfolgt, und er beschließt den Zwergen zu helfen. Nicht nur, dass eine kleine Schar mutiger Reiter, zu denen auch der junge Nedeam gehört, der sich schon vor drei Jahren bewährte, die grüne Kristallaxt zurückerobern soll, die Schlüssel und Zeichen der Königswürde der Zwerge ist, um den Gefangenen Mut zu machen - er ruft auch die Pferdelords zu den Waffen um erneut einen bitteren Krieg zu führen...

 

Auch wenn Michael H. Schenk immer noch starken Gebrauch von Handlungselemente und Versatzstücken macht, die aus den Filmen zu stammen scheinen, so ist seine neue Geschichte aus der Hochmark doch wesentlich eigenständiger und fügt der Geschichte neue Facetten hinzu. Durch den veränderten Hintergrund und die Umstände, die sie beeinflussen lösen sich die Pferdelords etwas von den aus dem Herrn der Ringe bekannten „Reitern von Rohan“ und lassen darauf hoffen, dass sich dieser Trend fortsetzt.

Ansonsten bleibt sich der Autor treu. Er nimmt sich sehr viel Zeit, Sitten und Gebräuche der Pferdelords darzustellen, damit ihre Lebenswelt glaubwürdig und vorstellbar wird. Die Charaktere gewinnen zwar nicht sonderlich an Tiefe, sind durch ihre letzten Erfahrungen aber etwas gereift und bauen auf das auf, was sie bereits erlebt haben.

Dennoch kommt auch die Action nicht zu kurz. Immer wieder werden seine Helden in Kämpfe verwickelt, müssen sich wortwörtlich aus gefährlichen Situationen winden und ihren Mut ausreizen. Er ist aber auch stilsicherer geworden, verzichtet auf unnötige Wiederholungen und all zu viele Abschweifungen. „Die Pferdelords und die Kristallstadt der Zwerge“ liest sich flüssiger und wirkt mehr wie aus einem Guss.

 

Es bleibt dem Leser überlassen, was er von der offensichtlichen Adaption der „Reiter von Rohan“ halten möchte. Für den ein oder anderen ist das sicher eine praktische Hilfe, um sich das Szenario vorstellen zu können, für den anderen zu stark plagiiert. Allerdings zeigt der Roman gegenüber seinem Vorgänger eine positive Entwicklung die Hoffnung macht, dass Michael H. Schenk den eigenständigen Weg weiter geht und immer mehr von seinen eigenen Erfahrungen einbringen wird.

 

Dennoch dürfte „Die Pferdelords und die Kristallstadt der Zwerge“ vor allem jüngere Leser und Fans der „Herr der Ringe“ Filme ansprechen, die gerne noch einmal die Bilder in ihrem Kopf herauf beschwören möchten.

Er bietet solide und actionreiche Unterhaltung mit einer geradlinigen Abenteuer-Handlung ohne große Überraschungen und archetypischen Figuren, die man einfach und ohne Hintergedanken genießen kann.

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Die Pferdelords und die Kristallstadt der Zwerge

Reihe :Die Pferdelords Bd. 2

Autor: Michael H. Schenk

broschiert, 624 Seiten

Mira, Hamburg, erschienen Januar 2007

Titelbildgestaltung von pecher und Soiron, Illustrationen/Karten von Alexander Jung

ISBN 978-3-89941-357-1

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 04.03.2007, zuletzt aktualisiert: 13.07.2019 19:34