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Die Pferdelords und die Paladine der toten Stadt von Michael H. Schenk

Reihe: Die Pferdelords Bd. 6

Rezension von Christel Scheja

 

Der auf zwölf Bände konzipierte Zyklus der Saga um „Die Pferdelord“ hat mit „Die Pferdelords und die Paladine der toten Stadt“ nun die Halbzeit erreicht. Auch wenn man jetzt langsam den Hintergrund erkennt, der zum Höhepunkt führen wird, so lässt es sich der Autor Michael H. Schenk doch nicht nehmen, zusammen mit dem Leser die Welt weiter zu erkunden. Wieder erwarten die mutigen Reiter neue Herausforderungen und überraschende Begegnungen.

 

Zunächst einmal muss sich Nedeam, inzwischen ein stattlicher Mann von dreißig Jahren einigen unangenehmen Wahrheiten stellen. Nicht nur, dass der Graue Marnalf, der seit Jahren treu der Hochmark verpflichtet ist, ihm enthüllt, dass er durch den Kampf mit einem anderen seiner Art einige neue Fähigkeiten gewonnen hat, die er selbst nicht kontrollieren kann, der Pferdelord muss auch akzeptieren, dass die Frau, die er aus tiefstem Herzen liebt nicht mehr lange unter den Menschen leben wird. Denn wie die anderen Elfen hat sich auch Llarana aus dem Hause Deshay dazu entschlossen die Welt zu verlassen und fortzuziehen, da sich das Zeitalter ihres Volkes dem Ende zuneigt. Auch sein bester Freund Dorkemund fühlt sich nicht mehr stark genug, um an seiner Seite zu reiten und möchte seine alten Tage in Frieden und Ruhe verbringen.

Und nicht zuletzt hat sein Streit mit Garwin, dem Sohn Fürst Garodems immer noch kein Ende genommen, sondern wird sogar noch verschärft, weil die meisten Pferdelords eher Nedeam als nächsten Herrscher der Mark sehen würden, als ihn.

Unter diesen Voraussetzungen steht der Ritt nach Niyashaar, einem Vorposten der Elfen weit im Osten, den sie nun den Menschen übergeben wollen, unter einem düsteren Stern. Gerüchte mehren sich, dass seltsame und unheimliche Dinge an diesem Ort vor sich gehen und die Besatzung bedrohen. Grauer Nebel und blaue Blitze verschlingen immer wieder die allzu Neugierigen und geben sie nicht mehr preis.

Als die Pferdelords ihr Ziel erreichen, müssen sie erkennen, dass die Andeutungen voll und ganz stimmen und die Lage sogar noch viel schlimmer ist, denn ein riesiges Orkheer rückt auf sie zu.

Und als wäre das nicht genug, erreicht schließlich noch eine erschütternde Nachricht aus der Heimat die tapferen Kämpen, die ihre Reihen zusätzlich schwächt.

 

Mit diesem Band löst sich Michael H. Schenk entgültig von den Mutmaßungen, den „Herrn der Ringe“ kopieren zu wollen, Zwar lehnt er das Ambiente weiterhin an die drei erfolgreichen Filme an, alles andere – Handlung und kulturelle Beschreibungen fußen auf eigenen Ideen oder anderen Quellen. Man erfährt wieder einiges mehr über die Sitten und Gebräuche der Pferdeherren, die jetzt mehr an die Volksstämme der Merowinger und Karolinger-Zeit erinnern und lernt eine neue, fremdartige Kultur kennen, die allerdings noch weiter schleierhaft bleibt und vermutlich erst später eine Rolle spielen wird. Nicht zuletzt begegnet man guten alten Bekannten aus den ersten Bänden wieder, denn unter den marschierenden Orks sind auch einige altgediente Kämpen.

Zudem wird der Konflikt zwischen dem dem Sohn des Pferdefürsten und Nedeam fortgeführt. Der junge Mann wirkt diesmal besonders menschlich, da er nicht weiß, wie er ohne die Liebe seines Lebens und den Freund an seiner Seite weiterhin so stark für seine Männer sein soll. Aber wie ein richtiger Held schreckt er vor der Verantwortung am Ende doch nicht zurück und stellt sich trotz seiner inneren Konflikte auch dem Kampf ums Überleben. Darum geht es vor allem in diesem Band. Das Abenteuer kommt allerdings ein wenig zu kurz, da die Zusammenführung von Handlungsfäden mehr Platz einnehmen. Dementsprechend schattenhaft bleiben die „Paladine der toten Stadt“. Trotzdem werfen sie wie einige andere überraschende Entwicklungen schon einen Schatten auf die Zukunft, der noch interessant werden könnten.

 

Auch „Die Pferdelords und die Paladine der toten Stadt“ bietet unterhaltsames Fantasy-Abenteuer mit sympathischen Helden und schafft ein Universum, das vielleicht in Details vertraut zu sein scheint, in seiner Gesamtheit doch noch viele Überraschungen bietet. Michael Schenk hat sich stilistisch wie inhaltlich inzwischen gemausert, und wenn man ihm eines definitiv nicht mehr vorwerfen kann, dann ist es die Vermutung, bei Tolkien abzukupfern.

 

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Die Pferdelords und die Paladine der toten Stadt

Reihe :Die Pferdelords Bd. 6

Autor: Michael H. Schenk

broschiert, 508 Seiten

Mira, Hamburg, erschienen November 2008

Titelbildgestaltung sowie Illustrationen und Karten von pecher und soiron, Alexander Jung

ISBN-10: 3899415272

ISBN-13: 978-3899415278

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 27.11.2008, zuletzt aktualisiert: 13.07.2019 19:34