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Die Räder der Zeit von Jay Lake

Rezension von Christel Scheja

 

Was liegt auf der anderen Seite der Mauer, die Nord- und Südhalbkugel der Erde voneinander trennt, nur weil das Sonnensystem einen mechanischen Uhrwerk gleicht und sich alle Planeten auf einem Zahnradkranz am Äquator um die Sonne bewegen? Ist die Trennung wirklich so undurchlässig gewesen, oder hat es in alter Zeit vielleicht nicht auch „Goldene Brücken“ gegeben? In „Die Räder der Zeit“ gehen die Helden dieser Frage nach.

 

Paolina, die geniale junge Mathematikerin hat es geschafft. Sie konnte die Mauer überwinden und steht nun auf der anderen Seite der Erde. Mit Staunen muss sie feststellen, dass die grüne Hölle, der weite Dschungel große Zivilisationen verbirgt, nur verlassen sich diese nicht auf Wissenschaft, sondern auf Magie.

Doch was soll sie mit diesem Wissen anfangen, wenn es vielleicht keinen Rückweg mehr zu ihren Freunden gibt, die sie am Ende ihrer Reise kennen gelernt hatte. Denn die britische Lady Childress und ihre chinesischen Begleiter wurden zuletzt von Luftschiffen der Royal Navy angegriffen.

Jenseits der Mauer versucht man jedenfalls immer noch, schneller als die Gegenspieler herauszufinden, welche Geheimnisse der Zahnradkranz birgt – und wie viel Menschen früherer Zeiten vielleicht schon herausgefunden haben.

Dabei kristallisiert sich noch etwas anderes heraus, wie sich zeigt, denn auch Königin Victoria schickt einen Agenten mit einer bedeutsamen Bitte aus.

Alles fügt sich jedoch zusammen, als Paolinas Verstand das Wissen zusammenfügt und die richtigen Schlüsse daraus zieht. Ist das der Beginn eines neuen Zeitalters?

 

„Die Räder der Zeit“ schließt direkt an „Die Räder des Lebens“ an und setzt die dortigen Ereignisse logisch fort. Zusammen mit dem Leser darf Paolia die neue Welt jenseits der Maurer kennen lernen und dabei erfahren, dass es trotz aller Unterschiede auch Ähnlichkeiten gibt, die die beiden Hälften der Erde trotzdem miteinander verbinden könnten.

Interessanter ist aber das Geplänkel im Norden, das weitere Überraschungen und Enthüllungen mit sich bringt. Am Ende scheint eine Entscheidung die Wende für alles zu bringen – aber wie auch schon zuvor sollte man keine allzu actionreichen Entwicklungen erwarten.

Wieder setzt Jay Lake mehr auf die innere Entwicklung seiner Helden, ausführliche Dialoge und ein atmosphärisches Setting, als auf dramatische Szenen oder gar actionreiches Geplänkel. Selbst Gefechte der Luftschiffe werden eher behäbig in Szene gesetzt, wichtig ist für ihn die Wirkung auf seine Hauptfiguren, weniger, wie ein Kampf wirklich abläuft.

So gesehen schleppt sich die Handlung ziemlich voran. Es wird sehr schnell deutlich, dass man wohl ein Faible für hintergründige und philosophische Erörterungen haben und nicht nur leichte Unterhaltung suchen sollte. Denn letztere ist hier eher nicht zu finden.

Wer die Geduld aufbringt wird jedoch mit einem stimmungsvollen Hintergrund belohnt, der in sich logisch aufgebaut ist und viele kleine Details zum Staunen bietet.

 

Auch „Die Räder der Zeit“ dürfte vor allem die Fans ansprechen, die nicht nur Steampunk-Ambiente lieben, sondern auch detailreiche Abenteuer, bei denen es weniger auf die Action als auf die ausführliche Beschreibung der Figuren und des Hintergrundes ankommt, die so eine eher hintergründige Spannung erzeugen.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Die Räder der Zeit

Autor: Jay (Joseph E.) Lake

Taschenbuch, 542 Seiten

Bastei Lübbe, April 2013

Übersetzer: Marcel Bülles

Titelbild: Max Meinzold

 

ISBN-10: 3404206851

ISBN-13: 978-3404206858

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B008RAD69W

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

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Erstellt: 28.07.2013, zuletzt aktualisiert: 18.07.2019 19:45