Die meisten Superheldengeschichten spielen in unserer Gegenwart oder zumindest nicht weit davon entfernt. Ganz anders ist das in der Reihe Die Ritter aus Stahl. Denn hier haben es bekannte Heroen in einer mittelalterlichen Fantasy-Welt unter anderem mit Magie, Rittern und Zombies zu tun.
Der neueste Streich aus dieser Welt ist Ewiger Winter. Hier übernimmt Slade – auch bekannt als Deathstroke – gefährliche Aufträge für einen skrupellosen Tyrannen. Etwas in dem Killer scheint erkaltet, genau wie die ganze Welt, die seit rund zwei Jahrzehnten in einem anscheinend nie endend wollenden Winter gefangen ist. Doch alles ändert sich, als Slade bei einem Auftrag auf eine alte Bekannte trifft. Bald ist er Teil eines Himmelfahrtkommandos, bei dem auch ein Kämpe mit Fledermausmaske an seiner Seite kämpft.
Die Geschichte stammt aus der Feder von Jay Kristoff (Die Prüfung) und bei der Lektüre wird schnell klar, dass der Australier erzählen kann. So baut er sorgsam eine facettenreiche Fantasy-Welt auf und liefert seinem Publikum dabei immer nur einzelne Mosaiksteine. Diese setzen sich sukzessive – unter anderem über eingestreute Rückblicke – zu einem überraschenden, aber dennoch stimmigen Gesamtbild zusammen. Neben dem überzeugenden Worldbuilding ist auch für Spannung gesorgt. Dabei ist der kauzige Slade klar der Star der Handlung – und zwar so sehr, dass der Auftritt von Batman letztlich verzichtbar erscheint.
Für die komplette visuelle Gestaltung von Jay Kristoffs Vision ist Tirso Cons – der bereits einige Batman-Cover kreierte – verantwortlich. Und die ist ziemlich ungewöhnlich. So ist ein Großteil der Bebilderung in Schwarz-, Weiß- und Grautönen gehalten. Dabei geht es jedoch nicht darum, Farbkosten zu sparen. Diese Entscheidung und der spätere Einsatz von Farben dienen vor allem dazu, die Geschichte auf einer weiteren Ebene zu erzählen. Daneben sind die Zeichnungen des Spaniers schön dynamisch geraten. Dazu trägt auch das abwechslungsreiche Paneldesign bei. Die Zeichenkunst von Tirso Cons kommt besonders in den eingestreuten großformatigen Bildern hervor. Insgesamt wäre bei den Schwarz-Weiß-Zeichnungen aber ein stärkerer Kontrast wünschenswert gewesen.
Praktisch als Bonus zur Hauptstory gibt es noch ein weiteres Kapitel, das von niemand Geringerem als Star-Autor Tom Taylor (Die gekreuzten Schlüssel) stammt. In ihr beleuchtet der Autor die Geschichte der beiden Krieger Jonathan und Martha, die nach einer Katastrophe eine folgenschwere Entscheidung treffen. Auf relativ wenigen Seiten gelingt es King, eine ansprechende und runde Geschichte zu erzählen, in die er zudem zahlreiche bekannte DC-Figuren aufbaut. Für Spannung sorgen dabei ausgewählte Modifikationen.
Die Bebilderung der Bonusstory übernimmt Riccardo Federici (Batman vs. Robin: Lazarus-Planet) und die kann sich sehen lassen. Die Zeichnungen sind immer wieder schön detailreich und die Mimik der Figuren ausdrucksstark geraten. Einige davon gehen sogar als kleine Gemälde durch. Es wäre nur wünschenswert gewesen, wenn der Italiener einige seiner Panels größer und ausladender gestaltet hätte.