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Die Rivalin der Götter von N. K. Jemisin

Reihe: Das Erbe der Götter, Bd. 3

Rezension von Christel Scheja

 

„Das Erbe der Götter“ geht nun in seine dritte und entscheidende Runde. Noch immer wandeln die Götter und ihre Nachkommen unter den Menschen und sorgen für Unruhe. Zwar hat Yeine das Gleichgewicht zwischen den großen Unsterblichen wieder herstellen können und hält ihre beiden Mitgötter im Zaum, aber andere Rivalitäten beeinflussen die Welt weiter.

 

Einiges davon geht auch von den Arameri aus, dem Geschlecht der Sterbliche, das lange Zeit die Geschicke der Welt bestimmte, die gefangenen großen Götter bewachten und auch jetzt noch nicht bereit dazu sind, die Fäden aus den Händen zu geben. Doch nun, wo die Unsterblichen frei sind, haben sie kein Druckmittel mehr und verlieren an Macht und Boden. Die Welt die bisher streng geordnet war, droht aus den Fugen zu brechen.

Das weiß auch Shahar Arameri, die letzte ihrer Familie. Obwohl sie sich in den Gott Si’eh verliebt und spürt, dass dies erwidert wird, hat sie keine Skrupel, ihren Geliebten zu verraten, als es notwendig wird. Denn was ist ihr wichtiger – das Leben von unzähligen Menschen zu schützen oder aber einem Gefühl nachzugehen, dass ein einigen Jahren sowieso erloschen sein könnte?

Der Unsterbliche, der nach langen Jahren erstmals die Freuden und Leiden der Pubertät durchmacht, fällt lange auf sie herein, doch als er dann ihr Doppelspiel erkennt, muss er eine Wahl treffen – rächt der sich an der Frau, die sein Herz gebrochen hat, oder aber steht er ihr im Kampf gegen einen anderen Gott bei, der nur Vernichtung im Sinn hat?

Si’eh hat es nicht leicht, sich auf eine Seite zu stellen, denn dann müsste auch er sein Blut verraten – und ob er das kann, steht auf einem anderen Blatt, schließlich sind auch Götter nicht immun gegen Gefühle – gerade wenn sie diese das erste Mal erleben.

 

Zeichneten sich die beiden ersten Bände der Trilogie noch durch eine geradlinige Handlung und klar erkennbare Entwicklungen aus, ist das leider in „Die Rivalin der Götter“ etwas anders. Der Roman braucht lange, um in die Gänge zu kommen. Die Autorin nimmt sich sehr viel Zeit, zu zeigen, wie viel Verwirrung unter den Götterkindern herrscht, nun nachdem ihre Mutter Enefa durch Yeine ersetzt worden ist. Auch Si’eh wird in den Strudel mit hineingerissen und lässt sich treiben. Halt findet er nur in Shahar, für die er wirklich etwas empfindet. Wie zerrissen er in seinen Gefühlen ist, zeigen die Kapitel, in denen er versucht, menschlich zu sein, was auch nicht immer gelingt.

Das ist zwar stellenweise sehr amüsant, ermüdet aber mit der Zeit, weil sich nicht wirklich etwas zu tun scheint. Erst später wird deutlich, dass die Autorin auch hier schon viele Hinweise gibt.

Zudem wechselt sie gerne und ohne Ansage die Erzählperspektive, so dass man gerade schon sehr aufpassen muss, aus wessen Sicht die Story nun erzählt wird. Alles in allem mag der Roman zwar logisch aufgebaut sein, diesmal aber wirkt er sehr zerrissen und ist zunächst eher langatmig als spannend.

Wenn man etwa die Hälfte des Buches hinter sich hat, sieht es besser aus, dann kann man auch die subtile Erzählweise der Autorin wieder mehr schätzen und ihre kunstvoll verwobene Handlung, die auf mehreren Ebenen zu funktionieren versucht. Angenehm ist auch wieder der Facettenreichtum der Hauptfiguren, auch wenn sie diesmal nicht das ganze Potential ausschöpft.

 

Insgesamt ist „Die Rivalin der Götter“ zwar etwas schwächer als seine Vorgänger, bietet aber auch weiterhin interessante Lektüre für alle Leser, die etwa höhere Ansprüche an ihre Fantasy-Abenteuer haben.

 

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Die Rivalin der Götter

Reihe: Das Erbe der Götter, Bd. 3

Autorin: N. K. Jemisin

Klappbroschur, 607 Seiten

Blanvalet, erschienen Dezember 2011

Übersetzung aus dem Englischen von Helga Parmiter

Titelbild von Martha Dalig

ISBN-10: 3442266718

ISBN-13: 978-3442266715

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 19.01.2012, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 14:35