Als bei ihm magische Fähigkeiten entdeckt werden, muss Maidin die Schule der Abenddämmerung besuchen. Schon kurz nach seinem Eintreffen beobachtet er jedoch einen Mord. Da er denkt, vom Mörder bemerkt worden zu sein, fürchtet er um sein Leben. Und das auf einer Schule, an der auch dunkle Magie bis hin zur Nekromantie unterrichtet wird. Trotzdem versucht Maidin zusammen mit neugewonnenen Freunden den Mörder zu überführen. Doch schnell kristallisieren sich auch Feinde heraus.
Robert Köhnen siedelt seine Fantasy-Reihe an einer magischen Akademie an, und doch unterscheidet sich die Geschichte in vielem von anderen Fantasy-Stories an derartigen Schulen. Das fängt schon damit an, dass wir es hier nicht mit Kindern, sondern eher mit jungen Erwachsenen zu tun haben. Allerdings kann man das nur aus Details wie dem entnehmen, dass manche Schüler schon Bärte tragen. Konkretere Altersangaben fehlen leider komplett. Auch handelt es sich hier um keine Urban Fantasy, wie es bei Handlungen an magischen Schulen meist üblich ist.
Andere Handlungselemente entsprechen eher den an dieses Sub-Genre gekoppelten Erwartungen: Der Protagonist Maidin bekommt es mit freundlichen wie auch mit bösartigen Lehrern zu tun und gewinnt unter den anderen Schülern sowohl Freunde als auch erbitterte Feinde. Natürlich muss er zusammen mit seinen Freunden auch lebensgefährliche Abenteuer bestehen. Soweit liest sich die Geschichte gut und verspricht für die Fortsetzungen Potenzial.
Was leider weniger überzeugen kann, ist die Ausarbeitung des Umfelds. Über die Welt, in der sich die Schule der Abenddämmerung befindet, erfährt der Leser so gut wie nichts. Selbst die Hintergründe des Protagonisten bleiben weitestgehend im Dunklen, die seiner neuen Freunde werden kaum angedeutet. Speziell am Anfang fühlt man sich etwas in die Handlung hineingeworfen. Hinzu kommen ein paar Logikschwächen. So muss Maidin beispielsweise wegen seiner Fähigkeiten die Akademie besuchen. Wie passt es dazu, dass Schülern der Hinauswurf angedroht wird? Das wäre doch die ideale Möglichkeit, den Zwangsbesuch der Schule zu beenden.
Trotz der genannten Schwächen kann einen die Handlung packen und damit den Wunsch, die Geschichte weiterzuverfolgen, wecken.