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Die Schule des Schreckens von Lemony Snicket

Reihe: Eine Reihe betrübliche Ereignisse Band 5

Rezension von Heike Rau

 

Etwas verstört stehen Violet, Klaus und Sunny vor der Prufrock Privatschule. Nach allem, was die Waisenkinder bisher erlebt haben, ist das kein Wunder. Die Gebäude des Internats sehen aus wie riesige Grabsteine. Aber vielleicht täuscht ja der erste Eindruck. Mr. Poe, der die Verantwortung für die Kinder trägt, verabschiedet sich schnell. Er muss zurück an die Arbeit. Violet, Klaus und Sunny müssen allein zum stellvertretenden Direktor hineingehen.

 

Direktor Nero hat kein Ohr für die Probleme der Kinder. Ihre Ängste kann er nicht nachvollziehen. Er hält sich für ein Genie und widmet sich lieber seinem Geigenspiel. Doch er versichert, dass Graf Olaf, den die Kinder so fürchten, weil er hinter ihrem Erbe her ist, sich hier keinen Zutritt verschaffen kann.

 

Es herrschen raue Sitten am Internat. Fügt sich ein Kind nicht, hat es mit schlimmen Strafen zu rechnen. Direktor Nero macht hier keine Zugeständnisse. Er ist grausam. So bringt er die Kinder nicht etwa im Wohnheim unter, sondern in einer Blechhütte, auch Waisenschuppen genannt. Auch wenn es viele bösartige Kinder gibt, darunter die widerliche Carmelita Späts, schaffen es die Baudelaires, Freunde zu finden. Mit den Drillingen Duncan und Isidora (der dritte Drilling lebt nicht mehr) verstehen sie sich gut. Die beiden sind auch Waisenkinder mit einem großen Erbe im Hintergrund.

 

Violet, Klaus und Sunny versuchen sich bestmöglich mit ihrer unerfreulichen Situation zu arrangieren. Doch als der neue Sportlehrer anfängt, nimmt das Elend seinen Lauf. Der neue Lehrer ist aufwändig verkleidet und doch erkennen ihn die Waisenkinder sofort. Es ist Graf Olaf. Doch diesmal lassen sich die Kinder nicht anmerken, dass sie Graf Olaf erkannt haben. Sie spielen sein hinterhältiges Spiel mit und hoffen so, schnell herausfinden zu können, welch perfiden Plan er diesmal ausgeheckt hat.

 

Die Geschichte ist diesmal wirklich sehr absonderlich. Man kann kaum glauben, was man da zu lesen vorgesetzt bekommt. Der Autor übertreibt diesmal maßlos und konfrontiert den Leser mit haarsträubenden Abstrusitäten. Das gibt es doch gar nicht, möchte man pausenlos rufen. Da ist wohl die Fantasie mit dem Autor restlos durchgegangen. Wenn man sich darauf einlassen kann, bereitet das Lesen trotz des ganzen übertriebenen Elends viel Vergnügen.

 

Es ist auch der Schreibstil des Autors, der so fesselt. Er erzählt nicht einfach, er kommentiert auch seine eigene Geschichte. Und das mit einer hochgestochenen Ernsthaftigkeit, die selten komisch ist und zum Dauerschmunzeln führt. Wieder geht die Geschichte nicht gut aus. Graf Olaf erringt sogar einen kleinen grausigen Sieg. So weiß man schon jetzt: Auch das nächste Buch wird wieder spannend werden.

 

Eure Meinung:

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Buch:

Die Schule des Schreckens

Reihe: Eine Reihe betrübliche Ereignisse Band 5

Original: The Austere Academy, 2000

Autor: Lemony Snicket

Übersetzer: Klaus Weimann

Illustrationen: Brett Helquist

gebunden, 213 Seiten

Manhattan im Wilhelm Goldmann Verlag, 1. Februar 2005

 

ISBN-10: 3442545889

ISBN-13: 978-3442545889

 

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 10.01.2006, zuletzt aktualisiert: 06.04.2019 12:11