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Die Schwester von Martina Cole

Rezension von Julia Krause

 

Freddie Jackson hat einige Zeit wegen unerlaubten Waffenbesitz, versuchten Mord und Körperverletzung im Gefängnis verbracht und wird nun entlassen. Das erste, was er mit seiner neu errungenen Freiheit anfängt, ist denjenigen nach zustellen, die ihn überhaupt erst in das Gefängnis gebracht haben. Das andere ist, sich jede Frau zu nehmen, die ihm über den Weg läuft. Freddie ist von sich überzeugt, fühlt sich nun stark, groß und unbesiegbar, wie der Pate selbst und dementsprechend möchte er auch sein Leben aufbauen. Dazu gehört, dass er die Unterwelt beherrscht, und sich an denen Exempel statuiert, die gegen ihn ausgesagt haben.

Jackie ist die Frau von Freddie und hat ihm Kinder geboren. Zur Feier des Tages, seiner Entlassung, gibt sie beispielsweise eine Party und freut sich darauf, ihren Mann wiederzusehen, doch dann läuft alles ganz anders. Maggie ist vierzehn Jahre alt, sieht aber älter aus und wird mit jedem Tag hübscher. Zudem ist sie Jackies Schwester und weiß um den Zustand von ihr. Jackie liebt Freddie sehr, sie vergöttert ihn regelrecht und liest ihm jeden Wunsch von den Augen ab. Das führt dazu, dass sie auch sehr eifersüchtig ist und ihn mit niemandem teilen möchte, am liebsten auch nicht mit ihren Töchtern, die ihren Vater schnell um den Finger wickeln können. Als Freddie sich dann aber plötzlich Maggie gegenübersieht und bemerkt, wie hübsch diese geworden ist, ohne das sie sich dessen bewusst ist, weiß er, dass er sie haben will. Währenddessen versucht Freddie an Ozzies Seite Karriere zu machen, der in der Umgebung das Sagen hat. Der interessiert sich jedoch nicht sonderlich für Freddie, sondern vielmehr für dessen Cousin Jimmy, der sich in Maggie verliebt hat. Als Freddie merkt, dass ausgerechnet Jimmy alles hat und bekommen kann, was er nicht bekommt, wird er wütend wie nie zuvor und sinnt auf Rache.

 

Die Autorin Martina Cole wird schon lange als eine der besten Thrillerautorinnen gefeiert. Ehrlich gesagt kann ich das nach diesem Buch nicht nachvollziehen. Die Handlung spielt im Gangstermilieu, das ist soweit in Ordnung, doch scheinbar ging es der Autorin dabei nur darum, den Anschein von Brutalität und Verkommenheit zu demonstrieren, um das passende Umfeld für ihre Geschichte zu haben. Sie hastet von einem Ereignis zum anderen, erwähnt hier, was Freddie alles anstellt und dort, was Jimmy böses getan hat, dazwischen lässt sie einen der Männer mit einer anderen Frau schlafen oder die Frauen untereinander wegen der Männer streiten. Mehr passiert nicht. Die Handlung plätschert so vor sich hin und es dauert ewig, bis endlich einmal etwas passiert, das man als halbwegs spannend bezeichnen könnte und selbst dann wird man nicht wirklich mitgerissen. Die Protagonisten bleiben die ganze Zeit über platt, obwohl man viel von ihnen erfährt. Sie wirken alle oberflächlich und meilenweit entfernt von einem selbst, sodass man einfach nicht in der Lage ist mizufiebern oder auch nur annähernd eine Beziehung zu ihnen aufzubauen. Dazu führt sicherlich auch, dass viele der Ereignisse aus der Sichtweise von mehreren Protagonisten geschildert werden. Was dabei spannend hätte sein können, wird so nur langatmig und fade.

 

Alles in allem ist aus diesem Thriller eine langweilige und langatmige Familiensaga geworden, die leider überhaupt nicht überzeugen kann und nicht zu empfehlen ist.

 

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Die Schwester

von Martina Cole

Broschiert: 621 Seiten

Verlag: Heyne TB (April 2008)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3453432363

ISBN-13: 978-3453432369

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 22.08.2008, zuletzt aktualisiert: 31.05.2019 18:27