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Die Schwingen des Falken von Federica de Cesco

Rezension von Christel Scheja

 

 

Federica de Cesco dürfte den meisten Lesern noch als Kinder- und Jugendbuch-Autorin bekannt sein. Die Autorin erzählte in diesen vom Schicksal junger Menschen aus aller Herren Länder und bewies dabei immer ein sehr tief reichendes Gespür für die jeweiligen Kulturen und Lebenswelten.

Da sie nun auch mit „Die Silbermuschel“ angefangen hat, Romane für Erwachsene zu schreiben, erscheinen einige Jugendbücher nun auch in der allgemeinen Reihe. „Die Schwingen des Falken“ ist z. B. 1991 schon einmal bei Arena erschienen.

 

Jun ist ein ganz normales Mädchen. Nach Beendigung der Schule genießt sie das Studentenleben, denn auf der Universität geht es wesentlich gelassener zu und sie muss sich nicht mehr so in das Lernen hinein knien. Sie kann alles viel lockerer angehen lassen und die Sinne auch für die Schönheiten der Umgebung öffnen. Sie lernt nun auch die schönen und angenehmen Seiten des Lebens und neue Leute kennen.

Zu diesen gehört auch die Deutsch-Japanerin Nina. Zwar kann Jun das Verhalten ihrer neuen Freundin nicht immer nachvollziehen, aber dank ihres Vaters, der selbst nicht in Japan geboren wurde, lernt sie dieses zu verstehen und akzeptieren. Sie ist vielmehr diejenige, die Nina hilft, in die Heimat hinein zu wachsen.

Derweil bekommt sie zu Hause Probleme. Etwas scheint zwischen den Eltern zu stehen und sich immer mehr auszuwachsen. Es ist als ob die beiden sich für ein dunkles Familiengeheimnis schämen würden, von dem Jun nichts erfahren sollte. Doch das Mädchen ist alt genug, um keine Ruhe zu geben.

Nachdem sie sich Rat bei ihrer Meisterin im Bogenschießen geholt hat, die die japanische Seele wie keine andere kennt, beginnt sie nach Antworten zu suchen und stößt dabei auf ein überraschende Antworten...

 

„Die Schwingen des Falken“ ist eigentlich ein sehr ruhiges Buch. Federica de Cesco schildert vor allem den Alltag ihrer jungen Heldin, in den sich immer wieder Probleme einschleichen, mit denen sie erst umzugehen lernen muss. Das bedeutet aber nicht, dass der Roman deswegen langweilig wäre - eher im Gegenteil.

Die Autorin taucht wie kaum eine andere in die japanische Seele ein. Feinfühlig und behutsam vermittelt sie ihre eigenen Erfahrungen an den Leser weiter und gibt ihm dadurch einen ungewohnten und zeitlosen Einblick in die Lebenswelt der Inselbewohner - sowohl in ihrem Alltag, als auch als Exilanten in fremden Ländern oder als Heimkehrer, die sich erst wieder an die Sitten und Gebräuche gewöhnen müssen.

Still und leise fängt sie das Interesse des Lesers ein und steigert die Spannung durch das immer wieder angedeutete Geheimnis. Am Ende fügen sich dann alle Hinweise zu einer mehr als logischen Lösung zusammen.

Und man ist um einiges klüger, was den japanischen Geist angeht - zumal sie auch hinter die oberflächlichen Kulissen schaut.

 

„Die Schwingen des Falken“ ist ein auch heute noch aktuelles Buch, das auch ohne Action auskommt und damit beweist, dass man auch mit anderen Mitteln Spannung erzeugen und den Leser in seinen Bann schlagen kann. Wer sich durch Mangas und Animes für die japanische Kultur interessiert, wird hier einen überraschenden Einblick in die Kultur und das Selbstverständnis dieses Volkes vorfinden.

Eure Meinung:


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Die Schwingen des Falken

Autorin: Federica de Cesco

broschiert, 288 Seiten

Droemer, erschienen September 2007

ISBN 978-3-453-40503-5

Umschlagfotos von Perry Conway und Ray Juno

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 31.08.2007, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 10:59