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Die Seele der Elben von Susanne Gerdom

Rezension von Christel Scheja

 

Genau zwei Jahre nach „Elbenzorn“ erscheint ein weiterer Roman von Susanne Gerdom, in die sie wieder auf die magische Welt ihrer Elbenvölker entführt. Diesmal wendet sich die 1958 in Düsseldorf geborene Autorin aber einer ganz anderen Ecke der Welt, und einem nicht minder dramatischen Thema zu. Denn nicht alle Elben sind licht und gut oder leben im Einklang mit der Natur sondern haben ganz selbstsüchtige Interessen.

 

Zwei junge Wesen hadern fast gleichzeitig mit ihrem Leben und dem ihnen zugedachten Los und ahnen noch nicht, dass schon bald, das ihr Schicksal eng miteinander verwoben wird. Da ist einmal Vanandel, die wissbegierige Tochter des Markgrafen, die ihre Zeit viel lieber mit Barden und Magiern verbringt, als mit ihren Hofdamen und um jeden Preis verhindern möchte, dass ihr Vater sie so einfach an einen anderen Adligen verschachert, nur um das Ei eines Fabelwesens für seine Sammlung zu bekommen. Und zum anderen muss Lluisgolf, ein junger Halbelb feststellen, dass er von Jahr zu Jahr immer weniger in seine Stieffamilie passt, gerade weil er viel langsamer altert als seine jüngeren Geschwister. Als dann auch noch das Elbenmädchen, das er bisher umworben hat, unheilbar krank wird, hält ihn nichts mehr in seiner alten Heimat. Vor allem nicht mehr, als ihm die charismatische Elbin Chaantrea eine glorreiche Zukunft verspricht.

Der junge Mann ahnt nicht, dass er einer gefährlichen Zauberin verfällt, die sich schon seit langer Zeit durch die Lebenskraft anderer jung und begehrenswert hält und es nun auf ihn abgesehen hat.

Glücklicherweise hat er inzwischen in dem Zwergenmagier Trurre und anderen Freunde gefunden, die das falsche Spiel durchschauen und ihn zu retten versuchen und dabei auch die Interessen der Fürstentochter Vanandel vertreten

 

Susanne Gerdom scheint es wichtig zu sein, der Geschichte Ambiente zu geben. Deshalb geschieht auf weiten Strecken des Buches nicht viel, das für die eigentliche Handlung der Geschichte wichtig wäre oder sie gar voran treiben könnte. Tatsächlich nimmt sie sich fast die Hälfte des Buches Zeit, um die Figuren und ihr Umfeld einzuführen, Beziehungsgeflechte zu knüpfen, durch Alltäglichkeiten Stimmung zu erzeugen.

Trotzdem bleibt sie sehr distanziert, so dass man nicht wirklich eine Bindung zu den Figuren aufbauen kann. Gerade Lluisgolf erweist sich als so naiv und unerfahren, dass er die meiste Zeit nur auf das reagiert, was ihm passiert, sich Dinge sagen und erklären lässt, aber erst zum Ende hin selbst aktiv wird und halbwegs erkennt, was eigentlich für ein Spiel mit ihm gespielt wird.

Vieles bleibt undurchschaubar, so wie die Motive der Gegenspielerin, die auf die reine Gier nach der Lebenskraft des Halbleben reduziert zu sein scheint. Selbst bei den interessanten Nebenfiguren verschenkt die Autorin Möglichkeiten, um die Handlung spannender zu machen.

Zudem lockern nicht einmal magische Konfrontationen und der ein oder andere Kampf die Geschichte auf. Tatsächlich plätschert sie mehr oder weniger von Anfang bis Ende dahin ohne wirklich fesseln zu können.

 

Wirklich zufrieden mit „Die Seele der Elben“ kann nur der Leser sein, der in erster Linie ruhige Romane mit Ambiente und solide geschriebenen Alltagsszenen schätzt, sich mit den Figuren anfreunden kann, und dabei gar nicht erst Drama, Action oder eine spannende Handlung erwartet.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Die Seele der Elben

Autorin: Susanne Gerdom

Taschenbuch, 491 Seiten

Piper, September 2009

Titelbild: Rainfeather Pearl

Karte: Erhard Ringer

 

ISBN-10: 3492701477

ISBN-13: 978-3492701471

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 05.12.2009, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 14:35