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Die seltene Gabe von Andreas Eschbach

Rezension von Ramona Schroller

 

Klappentext:

Spiegel zerspringen, Autos bleiben liegen, wie von Geisterhand geführt schweben Dinge durch den Raum ... und daneben steht ein Junge, dessen starrer Blick diese unheimlichen Vorgänge zu lenken scheint. Armand ist ein Teleknet. Der wohl beste, den es je gab. Doch diese seltene Gabe hat auch ihre Schattenseiten. Wenn Armand wollte, könnte er seine parapsychologischen Kräfte als gefährliche Waffe einsetzen - und genau das möchte das Militär von ihm. Armand bleibt schließlich nur die Flucht. Eine Flucht, die ihn zu Marie und möglicherweise in ein neues Leben führt. Ein spannender Wettlauf beginnt: gegen die Zeit, das Netz der Geheimdienste, den Tod und um die Freundschaft.

 

Inhalt:

Eigentlich fühlt sich Marie zu alt und zu vernünftig, solchen Unfug zu glauben wie ihr dieser jugendliche Einbrecher da erzählt. Eigentlich.

Wenn da nicht diese Sache mit der Nachttischlampe gewesen wäre, die vor ihren Augen zersprungen ist, nachdem der Junge dies angekündigt hat. Marie wird neugierig.

 

Armand, so heißt der Junge, ist ein Teleknet, eine seltene Begabung, die ihm nichts als Ärger eingebracht hat. Die letzten Jahre verbrachte er in einem Forschungslabor, wo er zwar fast allem Luxus frönen konnte, aber gleichzeitig unter ständiger Bewachung stand. Als sich die Möglichkeit bot, floh Armand so schnell er konnte, denn das Militär wollte ihn zu einer menschlichen Waffe machen.

 

Mehr wider Willen schließt Marie sich der Flucht an, und erlebt das Abenteuer ihres Lebens. Quer durch Deutschland geht die Flucht, die Geheimdienste immer auf den Fersen, kaum eine ruhige Minute verlebend.

Und doch bemerkt Marie mit der Zeit, dass da etwas tief in ihr wächst. Ein Gefühl der Zuneigung zu Armand. Ein winziger Funken, der vielleicht Hoffnung bringt ...

 

Rezension:

Wenn Männer über Frauen schreiben ... Na ja, umgekehrt gilt dieser Satz durchaus ebenso. Es gelingt den wenigsten Autoren, wirklich glaubwürdig über das andere Geschlecht zu schreiben, wenn sie es über einen Hauptcharakter zu tun versuchen.

 

Nun, Andreas Eschbach versucht es in „Die seltene Gabe", und vielleicht wäre es sogar gescheitert. Zumindest am Anfang wirkt die Ich-Erzählerin Marie etwas zu burschikos auf mich. Ein Junge, den man mit einem Mädchennamen bedacht hat. Ihr Auftreten kommt sehr einnehmend daher, ihre Reaktionen wirken, für eine 17-jährige, etwas zu ... tja, zu wenig fraulich, oder meinetwegen mädchenhaft. Okay, nicht jedes Teenager-Mädchen ist ständig auf der Suche nach einem Freund, man hat in diesem Alter durchaus auch noch andere Interessen. Dennoch ist es gerade der Anfang, der Marie etwas zu tough macht und ihre weibliche Seite ein wenig untergräbt.

 

Aber spätestens mit dem Beginn der gemeinsamen Flucht von Marie und Armand hat Eschbach seine Figur wieder im Griff. Marie bleibt hart, doch schimmert mehr und mehr die Weiblichkeit heraus, die sie ja haben sollte. Sobald sie beginnt, für Armand Gefühle zu entwickeln, die über Freundschaft und Hilfsbereitschaft hinausgehen, wird sie zu einer Frau, die ihre erste Liebe erlebt. Zwar unter denkwürdigen Umständen, aber immerhin.

 

Die Handlung an für sich ist geradlinig, Eschbach gibt immer wieder kleine Actionszenen zur Auflockerung dazu, teils bedient er sich ihrer auch, um die Beziehung zwischen seinen beiden Hauptfiguren zu vertiefen, wie etwa den Angriff im Zug. Armand wächst über sich selbst hinaus, um Marie zu schützen - und gibt dabei seine eigenen Gefühle zu ihr preis. Etwas, was der Leser eigentlich vom ersten Treffen der beiden an ahnte.

 

Für ein Jugendbuch schreibt der Autor ein etwas sehr komplexes Thema mit der Verschwörungstheorie um Geheimdienste, Militär und übersinnlichen Fähigkeiten. Doch er bleibt auf dem Teppich, hebt nicht ab. Er versucht nicht zu erklären, was es mit diesen Begabungen auf sich, zumindest geht er damit nicht weiter als jeder interessierte Leser es auch aus einer Bibliothek erfahren kann. Er gibt sich keinen Spekulationen hin, was gerade bei diesem Thema erfrischend ist. Er bleibt auf dem Boden und hält damit auch seine Leser auf demselben.

 

Alles in allem ein interessantes Jugendbuch zu einem interessanten Thema. Spannend geschrieben, und selbst die beginnende Liebesgeschichte wirkt nicht aufgesetzt oder kitschig. Auch durchaus für Erwachsende zu empfehlen.

 

Eure Meinung:


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Buch:

Die seltene Gabe

Autor: Andreas Eschbach

Broschiert: 204 Seiten

Verlag: Lübbe; Auflage: 1 (Juni 2006)

ISBN: 340424348X

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 08.07.2006, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 10:59