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Die Shakespeare Morde von Jennifer Lee Carrell

Rezension von Christel Scheja

 

Nicht nur die Kirche und der Vatikan können mit Geheimnissen aufwarten, für die auch heute immer noch gemordet wird, auch bedeutende historische Persönlichkeiten können damit aufwarten und Auftakt zu einem spannenden Thriller bieten. Die Anglistin und Amerikanistin Jennifer Lee Carell nutzte den ihr wohlvertrauten William Shakespeare als Aufhänger für ihr Erstlingswerk „Die Shakespeare Morde“.

 

Alles beginnt mit einem fatalen Brandunglück im historischen Globe-Theater, dass schon einmal – im Jahr 1613 – in Flammen aufging. Die Regisseurin Kate Stanley, die eigentlich ein Stück des Poeten von Stratfort-upon-Avon inszenieren sollte, ist außer sich vor Verzweiflung und Zorn, denn in den Ruinen wird auch noch der Körper ihrer Freundin Ros geborgen – einer bekannten Shakespeare-Forscherin.

Da sie keines natürlichen Todes – durch Erstickung oder das Feuer gestorben ist, beginnt Kate nun selbst Nachforschungen anzustellen. Erst kurz vorher hatte Ros Kate darauf aufmerksam gemacht, dass sie einem großen Geheimnis auf der Spur sei und der jungen Frau etwas anvertraut.

Sehr schnell kommt die Regisseurin nun dahinter, das alles wohl mit einem verschollenen Stück Shakespeares zusammen hängt, das zwar vom Namen her bekannt ist, aber bisher noch aufgefunden wurde. Könnte es sein, dass vielleicht doch noch irgendwo ein Manuskript existiert? Das wäre eine Sensation – nicht nur für die Literatur- oder Theaterwelt.

Zusammen mit Ben, der ein weitläufiger Verwandter ihrer Freundin zu sein scheint, folgt Kate den Spuren des Vermächtnisses über die halbe Welt. Vor allem in Europa und Amerika wird sie fündig.

Aber jemand scheint verhindern zu wollen, dass sie das Rätsel auch wirklich löst, denn immer wieder tritt eine Schattengestalt in Erscheinung und bringt jemanden in ihrer Nähe um – ironischerweise so, wie es Shakespeare in einigen seiner Stücke beschrieben hat.

Trotz dieser eindeutigen Warnungen ist die junge Frau aber nicht dazu bereit, jetzt aufzugeben und riskiert alles, um dem geheimnisvollen Mörder zuvor zu kommen. Denn nur, wenn sie schneller als er das Geheimnis um das Manuskript ergründet, kann sie vielleicht nun endlich auch die wahre Identität des legendären englischen Barden lüften...

 

Für einen Debütroman schlägt sich „Die Shakespeare-Morde“ recht ordentlich, auch wenn die Todesfällle eigentlich nur Staffage für die eigentliche Handlung des Romans sind. Im Vordergrund steht die Lüftung eines Geheimnisses, dass durchaus die Welt erschüttern könnte.

So ist der Roman weniger ein Kriminalfall als ein historischer Thriller, der durch die im Hintergrund laufende Verschwörung ein wenig von „Der Da Vinci – Code“ hat, da sie nicht erst in diesem Jahrhundert ihren Anfang nahm, sondern bereits im 16. Jahrhundert.

Hat man sich erst einmal daran gewöhnt, kann man die spannende Schnitzeljagd genießen, die immer wieder von Einschüben aus der Vergangenheit durchzogen ist. Da auch diese ihren Teil zum Gesamtbild hinzufügen, ergibt sich am Ende ein rundum in sich geschlossenes Buch.

Auch wenn die Nebenfiguren durchweg blass bleiben, stört das nicht sonderlich. Man entwickelt immerhin Sympathien für die Heldin, in der offensichtlich auch sehr viel von der Autorin selbst steckt. Gerade deswegen kann sie auch deren Vorgehendweise und Methodik sehr glaubwürdig beschreiben und damit die Atmosphäre vertiefen. Gleichzeitig vermittelt sie sogar ein wenig Wissen aus dem Literaturbereich, indem sie die entsprechenden Themen interessant aufbereitet.

 

So bietet „Die Shakespeare-Morde“ angenehme und abwechslungsreiche Unterhaltung, auch wenn die Tode einiger Menschen nicht unbedingt so sehr im Mittelpunkt stehen, wie man meinen möchte. Aber das tut der Spannung absolut keinen Abbruch.

 

 

Eure Meinung:


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Die Shakespeare Morde

Autorin: Jennifer Lee Carell

Original: Interred with their Bones, USA 2007

gebunden, 464 Seiten

Übersetzung aus dem Englischen von Sophie Zeitz

List, erschienen September 2008

ISBN-10: 3471350012

ISBN-13: 978-3471350010

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 08.12.2008, zuletzt aktualisiert: 10.08.2020 18:25