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Die Siedler von Catan - Kampf um Rom

Rezension von Christoph Weidler

 

Nachdem Klaus Teuber mit "Die Siedler von Catan" eine regelrechte Fangemeinde zu dem überaus vielseitigen Spiel aufwarten kann, setzte er nun das Abenteuerbrettspiel "Kampf um Rom" um. Obwohl optisch und auch spieltechnisch "Kampf um Rom" einige Anleihen an "Die Siedler von Catan" hat, kann man es dennoch nicht direkt vergleichen.

Doch worum geht es bei "Kampf um Rom"? Wir befinden uns im 4. Jahrhundert, zu der Zeit als die Hinnen die germanischen Stämme überfielen. Von den Hunnen vertrieben, begannen die alten Stämme nach Westen zu ziehen und wurden zum Schrecken des zu dem Zeitpunkt schon schwachen, dahinsiechenden römischen Reich.

Und genau in die Rolle der alten Stämme schlüpft der Spieler in dem Brettspiel "Kampf um Rom"!

Jeder Spieler repräsentiert einen Stamm und zieht im Verlauf des Spieles immer weiter in das römische Reich, um dort durch Plünderungen der römischen Städte seine eigene Machtposition zu steigern, bevor er letztendlich, um den Sieg zu erringen, sein eigenes Reich gründet.

 

Aufmachung

Von der Aufmachung her kann "Kampf um Rom" positiv an die gewohnte Qualität von Klaus Teubers Spiel "Die Siedler von Catan" anknüpfen. Stabiler Spielplan, feste, dicke Pappplättchen und Spielfiguren und Münzen aus Kunststoff. Einziger Manko hier sind hier die kleinen Spielphasenkarten, welche jeder Spieler erhält um sich so schnell und übersichtlich kurz über die verschiedenen Phasen und deren Aktionsmöglichkeiten für den Spielablauf informieren kann. Hier wäre anstatt dünnen Papiers doch auch eine Version in fester Pappe wünschenswert gewesen, da man als Spieler doch gerade am Anfang immer wieder, zwecks kurzer Information, darauf zurückgreift.

 

Kampf um Rom

Verständlichkeit der Spielregeln

Insgesamt umfasst das Regelwerk sechs A4 Seiten, welche von vielen erklärenden Illustrationen begleitet werden. Man muss somit nicht viel lesen, um schnell in das Spiel einsteigen zu können. Da die Spielregeln aber aus meiner Sicht teilweise hier und da etwas ausführlicher gehalten sein könnten, ist man so doch immer wieder, gerade in den ersten Spielen, dazu genötigt, während des Spieles nachzulesen. Aber dann sitzt es auch schnell. Wie bei vielen Spielen ist hier das Verständnis eher durch Spielen an sich, als durch das reine Regelstudium gegeben.

 

Wer gerne im Vorwege einen Blick in die Spielregeln werfen möchte, der sollte einmal hier schauen: Prof. Easy’s interaktive Spieleeinführung.

 

Spielziel

Ziel des Spieles ist es, wie man es schon von "Siedler von Catan" her kennt, Siegpunkte zu erreichen. Durch verschiedene Aktionen wie z.B. erobern römischer Städte oder durch Erhalt von Sondersiegpunktkarten, sammelt jeder Spieler nach und nach seine Siegpunkte zusammen und wer als erster 10 oder mehr Siegpunkte sein eigen nennen kann, hat das Spiel gewonnen.

Hört sich einfach an, aber jeder der schon einmal "Siedler von Catan" gespielt hat, weiß das es nicht ganz so einfach ist. Es gehört doch einiges dazu um die begehrten Siegpunkte zu ergattern, und so heißt es handeln, diplomatisches und strategisches Geschick und Glück beim Erobern der römischen Städte.

 

Spielvorbereitung

Die Vorbereitungen zum Spiel sind einfach, schnell und übersichtlich. Somit kann man recht flott in das Spiel einsteigen. Jeder Spieler wählt eine Spielfarbe und stellt jeweils einen Reiter und einen Krieger auf die beiden in seiner Farbe markierten Startpositionen auf dem Spielbrett. Anschließend positioniert er noch jeweils einen Trosswagen und Reiter und einen Trosswagen und Krieger auf sein Stammesfeld. Dann werden die Plünderungskärtchen gemischt und verdeckt, ihren Farben gemäß, auf die entsprechenden römischen Städte des Spielplans gelegt. Die Legionärsfigur wird platziert und die Karten sortiert und entsprechend abgelegt. Nun erhält jeder Spieler eine Spielübersicht, fünf Goldmünzen und eine Getreide- und eine Weidekarte. Und schon kann es losgehen!

 

Spielablauf

Der Spielablauf besteht aus mehreren, aufeinander folgenden Runden, wobei sich jede Runde in vier Phasen aufteilt. Ist eine Runde mit seinen vier Phasen beendet, reicht der Spielleiter die Würfel an seinen Nachbarn und der ist der neue Spielleiter und die vier Phasen der Runde beginnen von vorne.

 

Die Spielphasen

 

  • Phase 1: Rohstoffe auswürfeln
  • Phase 2: Handeln und bauen
  • Phase 3: Aktionen Reiterstamm
  • Phase 4: Aktionen Kriegerstamm

 

 

Rohstoffe auswürfeln

Der wechselnde Startspieler, der mit seiner Runde dran ist, würfelt so lange bis er vier verschiedene Zahlen ausgewürfelt hat. Jede gewürfelte Zahl wird mit einem weißen Markierungsplättchen auf der Windhose im Spielbrett abgedeckt. Jedes Feld auf dem Spielbrett ist mit einer Zahl markiert, steht nun ein Spieler mit einen seiner Spielfiguren auf einer Kreuzung zu dem entsprechenden Feld und würfelt der Spielleiter die entsprechende Zahl, so erhält der entsprechende Spieler einen Rohstoff des jeweiligen Feldes. Wird eine "7" gewürfelt, wird der Legionär versetzt. Dort wo der Legionär steht liefert das Feld keine Erträge und eine zufällig dort stehende Spielfigur geht leer aus.

Es gibt vier verschiedene Landschaftsfelder: Ackerland (Getreide), Gebirge (Erz), Weideland (Rinder und Pferde) und Wald (gibt keine Erträge). Die Rohstoffkarten haben mehrerlei Nutzen, einmal natürlich für die Phase "Handeln und bauen", aber auch wenn man seine Spielfiguren auf dem Spielbrett bewegen möchte. Denn diese Bewegungen kosten etwas, so zahlt man für jede Bewegung über dem Landweg eine Getreidekarte oder 3 Gold, und auf dem Meerweg 1 Gold. Rohstoffe erhält man hierfür z.B. in dieser Phase "Rohstoffe auswürfeln", aber auch durch Handel, den Entwicklungskarten und Plünderungen/ Eroberungen. Durch Entwicklungskarten und Plünderungen gelangt man auch an das notwendige Gold.

 

Handeln und bauen

Handeln:

Der Spieler, der an der Reihe ist, kann mit allen anderen Spielern Rohstoffe tauschen. Aber es darf auch mit der Bank gehandelt, werden wobei hier mit 3:1 etwas ungünstige Tauschverhältnisse gegeben sind, was die Spieler doch eher motiviert mit ihren Mitspielern zu handeln.

 

Bauen:

Wer eine Erzkarte und eine Pferdekarte zahlt, darf zusätzlich jeweils eine weitere Reiterfigur und eine weitere Kriegerfigur, welche wichtig für Plünderungen sind, auf sein Stammesfeld stellen. Des weiteren kann man auch einen Trosswagen bauen, in dem man hierfür mit einer Pferdekarte, einer Getreidekarte und einer Rinderkarte zahlt. Die Trosswagen sind nicht unwichtig, denn sie stellen ein Mittel dar um auch an Gold ranzukommen, bei Plünderungen erhält der Spieler für jeden vorhandenen Trosswagen ein Goldstück.

Aber man kann sich in der "Handeln und bauen" Phase auch eine Entwicklungskarte kaufen und eine Entwicklungskarte ausspielen.

 

Aktionen Reiterstamm

In dieser Phase darf jeder Spieler mit seinem Reiterstamm Aktionen wie z.B. "bewegen", "plündern" oder "erobern" durchführen und zusätzlich eine Entwicklungskarte ausspielen. Kann oder möchte ein Spieler keine Aktion mit seinem Reiterstamm durchführen, so erhält er stattdessen 2 Goldmünzen oder eine Rohstoffkarte.

 

Aktionen Kriegerstamm

Gleicher Ablauf wie bei "Aktionen Reiterstamm" nur eben mit den Kriegern anstatt mit den Reitern.

 

 

Will man das Spiel gewinnen, heißt es ja die begehrten Siegpunkte einzuheimsen. Hierzu muss man als Spieler irgendwann die interessante Phase des "Plündern", in der man nicht nur was gewinnen sondern auch verlieren kann, verlassen, und sich daran machen die Städte zu erobern. Wenn ein Stamm drei Städte einer Region geplündert hat, kann man in dieser Region Städte erobern. Für jede eroberte Stadt gibt es einen Siegpunkt. Doch zum Erobern sind auch andere Bedingungen noch zu erfüllen, so muss

 

 

  • auf dem Stammesfeld drei verschiedenfarbige Plünderungsplättchen liegen (erhält man durch Plünderungen der verschiedenen Städte)
  • die Figur des Stammes muss auf einer Kreuzung stehen, die der zu erobernden Stadt direkt benachbart ist
  • auf dem Feld des Stammes müssen mindestens so viele Reiter bzw. Krieger stehen, wie die Stadt Türme hat (erhält man durch die "Handeln und bauen" Phase)

 

 

erst dann kann der Spieler die Stadt erobern und in Besitz nehmen.

 

Weitere Siegpunkte kann man durch die Sondersiegpunktkarten erlangen. Hierzu gibt es verschiedene Möglichkeiten auf unterschiedliche Sondersiegpunktkarten, sei es über die Ereigniskarten, den Plünderungen oder den Eroberungen. Der Spieler der dann als erster zehn oder mehr Siegpunkte sein eigen nennen kann, hat das Spiel gewonnen.

 

Spielspaß

Dadurch dass das Spiel zwei unterschiedliche Spielphasen hat, einmal die der "Plünderungen" und dann die der für den Gewinn des Spiels notwendige "Eroberungsphase" ist auch der Spielspaß zweigeteilt. Ist man noch in der Phase der "Plünderungen" um seine für die "Eroberungsphase" notwendige Basis an Rohstoffen und Plünderungsplättchen ranzuschaffen, doch mehr aktiv als in der dann folgenden "Eroberungsphase", stellt sich hier der größte Spielspaß für alle ein. Es ist Handel, Aufbau, Strategie und Diplomatie gefragt, welche man teilweise nur mit dem direkten Gespräch und Handel mit den anderen Mitspielern erreichen kann. Beim "Erobern" geht es dann darum, wer als erster die für seinen Sieg notwendigen Städte erobert hat. Hier heißt es dann egoistisch sein und jeder für sich, und nicht wie vorher ein leichtes miteinander.

Da der Spielablauf doch immer der gleiche ist, bleibt auch der Spielspaß bei mehrmaligen Spielen stetig gleich. Es gibt im Grunde nicht viele Überraschungen, sondern eher ein spaßiges Gesellschaftsspiel, welches für einen interessanten Abend sorgen kann. Da macht sich doch der große Vorteil von "Siedler von Catan" bemerkbar, wo die sechseckigen Felder beliebig aneinander gesetzt werden können und auch interessante Erweiterungen für immer neuen Spielspaß sorgen. Bei "Kampf um Rom" ist dieses durch das starre Spielbrett nicht möglich, dennoch macht es Spaß ist aber kein Dauerspiel sondern hat seinen Reiz eher durch das "ab und an mal spielen". Ob man mit drei oder vier Spielern an das Spiel geht, hat auch keinen Einfluss auf einen möglichen unterschiedlichen Spielablauf. Die Basis ist die Gleiche, und gibt keine Unterschiede.

 

Fazit

Wer ein "neues" "Siedler von Catan" erwartet, wird von "Kampf um Rom" sicherlich enttäuscht sein hat das Spiel doch nicht ganz so viele Möglichkeiten wie "Catan", aber für einen oder mehrere interessante Spielabende sorgt "Kampf um Rom" dennoch. Durch den Ablauf und die Mischung aus einem leichten miteinander und dem dann "jeder für sich", gibt es mit diesem guten, interessanten und offensiven Spiel einen hohen Spaßfaktor und ein geselliges Miteinander.

 

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Die Siedler von Catan - Kampf um Rom

Spielautor: Klaus Teuber

Verlag: Kosmos

Spielerzahl: 3 bis 4 Spieler

Spieldauer: 60 bis 90 Minuten

Altersempfehlung: ab 10 Jahre

ASIN: B000HPJ5EU

Erhältlich bei: Amazon

 

Spielhilfen:

 

  • Spieltipps: http://www.catan.com
  • Prof. Easy’s interaktive Spieleeinführung: http://www.profeasy.de/KampfumRom/index.html

 

 

Inhalt

 

  • 1 Spielplan
  • 1 Figurensatz pro Spieler bestehend aus: 10 Trosswagen, 8 Krieger und 8 Reiter
  • 1 römischer Legionär
  • 40 Plünderungsplättchen
  • 40 Münzen
  • 2 Würfel
  • 4 weiße Markierungsplättchen
  • 90 Karten

 

 


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Erstellt: 03.12.2006, zuletzt aktualisiert: 02.03.2016 11:40