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Die silberne Königin von Katharina Seck

Rezension von Christel Scheja

 

Katharina Seck wurde 1989 geboren und wuchs in einem beschaulichen Städchen im Westerwald auf, über dem ein mittelalterliches Schlösschen thront und besuchte das in einer ehemaligen Abtei angesiedelte Gymnasium ihrer Heimatstadt. Heute arbeitet sie in der Gemeindeverwaltung und ist als Redakteurin der Kommunalzeitung tätig und schreibt nebenher. „Die silberne Königin“ ist ihr Debütroman.


Emma lebt in Silberglanz, einer hübschen Stadt inmitten von glitzernden Schneefeldern, die sie beschaulich und nett wirken lässt, aber der Glanz ist eher trügerisch, denn seit vielen Jahren liegt ewiger Winter über der Gegend, so dass diese von Außen ernährt werden muss. Das Silber aus den Minen sichert die Versorgung. Aber die meisten Menschen haben kaum genug, um über die Runden zu kommen.

Als das junge Mädchen nicht mehr in den Silberminen arbeiten kann, findet sie einen neuen Job in der Stadt, bei der geheimnisvollen Madame Weltfremd, die eine Chocolaterie betreibt und sogar den im Schloss lebenden König beliefert.

Zudem pflegt sie eine auserwählten Schar von Zuhörern des Abends Märchen zu erzählen und eines davon – das über die silberne Königin und den Frostprinzen wird Emmas Leben mehr auf den Kopf stellen als sie denkt.


In der Fantasy folgen viele Autoren immer noch dem Trend, alte Märchenmotive mit einer Abenteuerhandlung zu verbinden. So lebt der Debütroman von Katharina Seck auch erst einmal nur von dem verwunschenen Ambiente, das die Stadt Silberglanz an den Tag legt und sie dabei wie ein Ort aus einer der alten Geschichten wirken lässt.

Die Heldin ist wie so oft ein mutiges und eigenständiges Mädchen aus dem Volk, das aber nach und nach merken darf, dass sie viel mehr in die Mythen eingebunden zu sein scheint, als ihr lieb ist und diese besser für bare Münze halten sollte. Und natürlich ist auch ein verfluchter junger Mann mit im Spiel, dessen Schicksal eng mit dem von Emma verknüpft ist, so dass sie schon bald mit ihn aneinander gerät.

Die Autorin benutzt viele Klischees und Archetypen, wenngleich sie ihnen auch neuen Glanz verleiht. „Madame Weltfremd“ ist trotz aller Wärme nicht die typische gute Feenpatin, und auch der Besuch bei einem Ball im Schloss endet auf andere Weise als bei Aschenputtel.

In dieser Hinsicht weiß die Autorin vertraute Bilder und Szenen ausgezeichnet mit ihren eigenen Vorstellungen zu vermischen und damit ein modernes Märchen zu schaffen.

Heraus kommt eine Abenteuer-Geschichte, die viel viel Ambiente und Stimmung bietet, auch einen guten Schuss Romantik, in dem aber in erster Linie die Entwicklung der Heldin und das Enträtseln der Geheimnisse im Mittelpunkt stehen.

Trotz aller Magie hat vor allem auch die Hauptfigur auch sehr realistische und nachvollziehbare Charakterzüge, die sie mehr als sympathisch machen, so dass man gerne mit ihr fiebert und leidet.


Als modernes Fantasy-Märchen erfüllt „Die silberne Königin“ jeden Anspruch, ist flüssig zu lesen und verbindet alte Motive stimmungsvoll mit neuen Ideen, so dass ein kurzweiliges Abenteuer für alle Leser entsteht, die diese Art von Geschichten mögen. Nur große Schlachten und grausame Intrigen wie bei „Game of Thrones“ sollte man nicht erwarten.



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Eure Meinung:

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Buch:

Die silberne Königin

Autorin: Katharina Seck

Taschenbuch, 366 Seiten

Bastei, Oktober 2016

 

ISBN-10: 3404208625

ISBN-13: 978-3404208623

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B01F2IHO6M

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

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Erstellt: 19.09.2017, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 14:35