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Die Stadt der Türme von Keith Baker

Reihe: Eberron - Die träumende Finsternis

Rezension von Christel Scheja

 

Keith Baker gewann 2003 mit Eberron den Wettbewerb von Wizards of the Coast zur Erschaffung einer Kampagnenwelt. Seitdem ist das Setting offizieller Bestandteil des D&D-Universums und wurde bereits durch entsprechende Quellenbände und Abenteuer mit Leben erfüllt. Um den Spielern aber auch noch zusätzliches Lesevergnügen zu bieten und eventuelle Interessenten auf Eberron aufmerksam zu machen, entschied man sich wohl auch, Romane herauszugeben. Was lag näher, den Erfinder der Welt die einführende Saga verfassen zu lassen und so eine unterhaltsame Einführung zu bieten?

 

Eberron ist eine von Magie durchdrungene Welt. Nicht nur Magier und Priester können die Kraft nutzen, auch die Träger der mystischen Drachenmale besitzen besondere Gaben wie die der Heilkunst oder der magischen Schmiedekunst. Die Träger der Symbole haben sich zu Häusern zusammen gefunden. Sie vermeiden es untereinander zu heiraten, denn die Vermischung der Gaben hat schon einmal zu einer Katastrophe geführt. Jene, die mit einem pervertierten Mal gezeichnet sind, werden verachtet und verfolgt, denn aus ihren Gabe kann nur Übles erwachsen.

Die Menschen sind vorsichtig geworden, denn der letzte große Krieg in dem die Magie vieles vernichtete liegt nicht lange zurück um in Vergessenheit geraten zu sein. In den letzten Jahrhunderten hat man in den Reichen des Kontinentes Khorvaire einen Status Quo gefunden, auch wenn es immer wieder zu Herrschaftsstreitigkeiten in den Ländern des Königreiches Galifar gekommen ist.

Im Jahr 994 aber wird das Herzland Cyre quasi über Nacht dem Erdboden gleich gemacht und in eine von unheimlichen Kreaturen besiedelte Wüste verwandelt. Die wenigen Überlebenden versuchen gegen die Dunkelheit zu kämpfen, müssen sich aber schließlich in die anderen Länder zurückziehen.

Zu denen, die ihr Land und ihre Familie verloren haben, gehören Daine der Söldner, der einiges verbirgt, die Magieschmiedin Lei aus dem Hause Cannith, Jode der Heiler aus dem Volk der Halblinge und Stoß der Kriegsgeschmiedete, ein künstliches Wesen aus den Werkstätten der Familie Cannith. Einige Jahre nach dem Untergang Cyres finden sie Zuflucht in der Stadt Sharn und versuchen ihr Leben zu ordnen, was gar nicht so einfach ist. Denn irgendjemand verwickelt sie in grausame Verbrechen und heimtückische Intrigen. Daine und seine Freunde bleibt nichts anderes übrig, als sich dagegen zu wehren und selber die Initiative zu ergreifen. Sie machen sich daran, die Morde aufzuklären und stoßen bald auf die Spur einer Gruppe von Trägern pervertierter Drachenmale. Will jemand den Untergang Cyres nutzen, um das Chaos in die Welt zu bringen?

 

„Die Stadt der Türme“ erfüllt wie jeder Auftaktroman zu einer neuen Welt die Aufgabe, diese in allen wichtigen Punkten vorzustellen, und dem Leser ein Gefühl für das Setting zu vermitteln. Das gelingt Keith Baker ausgezeichnet, denn er nutzt die Handlung um seine Informationen einzubinden und führt keine langen Erklärungsmonologe. Zwar ist die Geschichte in der ersten Hälfte des Buches dadurch etwas langatmig, kommt manchmal nicht so richtig vom Fleck – dafür entschädigt aber einmal die zweite Hälfte der Geschichte, in der es actionreicher zur Sache geht und die gelungene Ausarbeitung der Figuren.

Daine, Lei, Jode und seine Freunde entsprechen zwar den gängigen Archetypen, entwickelt sich aber doch etwas weiter und werden im Laufe des Buches sympathisch. Da auch sie mit der ein oder anderen Überraschung aufwarten, gibt es die ein oder andere unerwartete Wende in dem Buch. Keith Baker gelingt es zudem neugierig auf die Fortsetzung zu machen, da er zwar die vordergründigen Intrigen löst, aber dafür neue Fragen aufwirft, die es in sich haben.

Eberron hebt sich angenehm von den älteren D&D-Welten wie „Faerun“ oder „Krynn“ ab, da sie noch nicht so überladen ist, und sich nur auf ein kleines Gebiet und überschaubare Magie beschränkt, auch wenn einiges nicht fehlen darf: Auch auf Eberron gibt es die heißgeliebten (oder gehassten) Gedankenschinder.

 

Alles in allem hebt sich „Die Stadt der Träume“ deutlich aus dem Wust vergleichbarer Romane heraus. Die Geschichte ist stimmig, spannend und sie wird nicht durch gehäufte Informationen erschlagen, so dass auch Fans abenteuerlicher Fantasy ihren Spaß am Roman haben dürften. Der ausführliche Anhang bietet zudem weitergehende Informationen, die das Bild von Eberron vor allen auch für Spieler abrunden.

 

Alles in allem ist „Die Stadt der Träume“ ein gelungener Auftakt für die Trilogie „Die träumende Finsternis“ und eine nette Einführung in die Welt Eberron.

 

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Die Stadt der Türme

Autor: Keith Baker

broschiert, 526 Seiten

Feder & Schwert, erschienen April 2006

ISBN: 3-937255-69-9

Titelbild von Mark Zug, Karten von Dennis Kauth und Rob Lazzaretti

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 29.04.2006, zuletzt aktualisiert: 13.07.2019 19:34